Erleichterung beim FCS: "Kann keinen schöneren Sieg geben"

Nach zuletzt drei sieglosen Spielen und den beiden schmerzhaften Derby-Pleiten gegen Mannheim und Kaiserslautern hat sich der 1. FC Saarbrücken mit einem 4:2 gegen Verl zurückmeldet und ist vorerst auf Rang drei vorgerückt. Trainer Uwe Koschinat war mächtig erleichtert, sorgt sich jedoch um Adriano Grimaldi, der sich erneut verletzt hat.

Verdienter Sieg? "Komplett falsch"

Entspannt war sie für den 1. FC Saarbrücken wahrlich nicht, die spielfreie Zeit während der Länderspielpause. Fast zwei Wochen mussten die Saarländer warten, um Wiedergutmachung für die Pleite gegen den FCK betreiben zu können. Beim Auswärtsspiel gegen den SC Verl in Lotte gelang das am Freitagabend, wenngleich Trainer Uwe Koschinat bei "MagentaSport" feststellen musste: "Wir haben uns insgesamt schwer getan. Verl hat starken Fußball gespielt. Das hat uns lange Zeit sehr viele Probleme bereitet."

Zwar ging der FCS bereits nach 15 Minuten durch Adriano Grimaldi in Führung, sei dann laut Koschinat aber in eine Verteidigungs-Lethargie verfallen. "Da waren wir uns zu sicher, dass nichts mehr passieren könnte." Ein Trugschluss, denn Mitte der zweiten Halbzeit drehte Verl die Partie binnen fünf Minuten (61. / 65.), sodass der FCS einem Rückstand hinterlaufen musste. Doch über Maurice Deville (71.) und erneut Grimaldi (73.) gab Saarbrücken die schnelle Antwort, ehe Julian Günther-Schmidt mit einem in der Nachspielzeit verwandelten Elfmeter für den Endstand sorgte.

"Letztlich kann es keinen schöneren Sieg als diesen geben", meinte Koschinat und verwies auf die starke Mentalität seiner Mannschaft nach dem 1:2: "So muss man erstmal zurückkommen." Keinen geringen Anteil daran hatten die eingewechselten Justin Steinkötter und Maurice Deville. "Durch sie kam nochmal ganz viel Energie auf dem Platz", lobe der FCS-Coach. Bereits zum sechsten Mal konnte Saarbrücken in dieser Saison nach einem Rückstand noch punkten – Liga-Topwert. Von einem verdienten Sieg zu sprechen, wäre Koschinat zufolge aber "komplett falsch. Die Spielanteile waren ganz klar auf Verler Seite", musste der 50-Jährige einräumen. Dennoch zeigte sich Saarbrückens Übungsleiter "in hohem Maße" erleichtert und sprach von einer "Kehrtwende".

Sorgen um Grimaldi

Es gab jedoch auch einen Wermutstropfen: Doppelpacker Grimaldi verletzte sich in der Schlussphase und musste vom Platz. Laut Koschinat habe der 30-Jährige eine muskuläre Verletzung am Oberschenkel erlitten. "Wie lange er ausfällt, lässt sich noch nicht sagen. Im besten Fall ist es nur eine leichte Zerrung", hofft Saarbrückens Trainer. Sollte Grimaldi nun allerdings länger fehlen, "wäre das ein harter Schlag ins Kontor", sagte Koschinat und bezeichnete den 30-Jährigen als "Ausnahmestürmer". Mit acht Toren ist Grimaldi der Top-Torjäger beim FCS, der nun am Samstag nächster Woche im Heimspiel auf Viktoria Berlin trifft.

Möglicherweise wird es dann eine erneute Protestaktion der Fans geben, die beim Spiel gegen Verl in der ersten Halbzeit schwiegen. "Ich kann jeden verstehen, der den Frust über die Niederlagen gegen Mannheim und Lautern noch lange in sich trägt. Das habe ich den Fans auch gesagt", so Koschinat, der gleichzeitig aber honorierte, "dass so viele Menschen an einem Freitagabend nach Lotte fahren". Und enttäuscht wurden sie dieses Mal nicht.

   
  • Virage Est SB

    Schöner Endstand, aber keine Kehrtwende.
    Einzelne Spieler waren stark, aber die Mannschaftsleistung zu wenig für diese Liga.
    Koschinat scheint nur einen Spielzug trainieren zu lassen.
    Die Verler Abwehr war so löchrig, daß hätte ein Schützenfest sein müssen.
    Dass der Trainer nach fast einer Saison überrascht ist, dass Deville ein guter Spieler ist, sagt viel aus.
    Als Analyst mag Koschinat was taugen, alles Andere stelle ich in Frage. 🔵⚫

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