Entscheidung über Türkgücü-Zukunft in dieser Woche?

Kann Türkgücü München die Saison zu Ende spielen, oder zieht sich der insolvente Klub Ende März vom Spielbetrieb zurück? Diese Frage beschäftigt derzeit die ganze 3. Liga. Eine Entscheidung könnte möglicherweise in dieser Woche fallen. 

Gehaltsverzicht im Raum

Nein, bei Türkgücü schon von einer Wiederauferstehung zu sprechen, ist auch nach dem zweiten Sieg in Folge noch zu früh – zumal Ostern erst in fünf Wochen ist. Und dennoch: Der 2:1-Erfolg über den souveränen Tabellenführer aus Magdeburg am Samstag war durchaus beeindruckend. "Unser Plan ist voll aufgegangen", jubelte Trainer Andreas Heraf bei "MagentaSport", wusste den Sieg aber einzuordnen: "Wir hatten alles Glück der Welt." Denn bei einer besseren Chancenverwertung hätte der FCM, der erstmals seit Oktober wieder als Verlierer vom Platz ging, die Partie deutlich gewonnen. Doch wohl dem, der einen derart starken Torhüter wie Franco Flückiger im Kasten hat. Bereits zum wiederholten Male in den vergangenen Wochen parierte der 31-Jährige überragend und hatte damit großen Anteil am Überraschungserfolg.

"Wenn alles passt, dann kann man so eine Sensation schaffen", meinte Heraf und bescheinigte seiner Mannschaft einen "unglaublichen Einsatzwillen". Als Außenstehender könne man sich gar nicht vorstellen, "wie schwierig es ist, in der aktuelle Situation so eine Leistung zu bringen. Da ziehe ich den Hut vor der Mannschaft". Damit meinte der Österreicher nicht nur das Engagement auf dem Platz, sondern auch abseits davon: So seien die Spieler zu einem Gehaltsverzicht bereit, damit die Saison zu Ende gespielt werden kann: "Das sagt viel über den Spirit in der Mannschaft aus." Alexander Sorge bezeichnete einen Verzicht auf Gehalt in der aktuellen Situation als "selbstverständlich", wie er am "Telekom"-Mikrofon sagte: "Ich bin Fußballer und ich will Fußball spielen – bis Ende Mai."

Heraf hofft "inständig" auf reguläres Saisonende

Ob Türkgücü den Spielbetrieb trotz der Insolvenz bis dahin fortsetzen wird, sodass nicht alle Spiele annulliert werden, könnte sich möglicherweise in dieser Woche entscheiden. "Davon habe ich auch gehört", bestätigte Heraf die aktuellen Gerüchte, konnte aber keine genaueren Angaben machen: "Der aktuelle Stand ist, dass es bis Ende März weitergeht." Bis dahin sind die Gehälter der Spieler und Angestellten über das Insolvenzgeld der Agentur für Arbeit abgesichert. Ab April benötigt Türkgücü einen neuen Investor. Ob dieser gefunden wird? Heraf hofft "inständig" darauf, dass die Münchner die Saison "auch für die anderen Mannschaften" zu Ende bringen. Völlig "unabhängig davon, ob wir es sportlich schaffen".

Die Chancen auf den sportlichen Klassenerhalt sind nach sechs Zählern aus den letzten beiden Partien wieder etwas gestiegen, allerdings beträgt der Rückstand auf das rettende Ufer nach dem bestätigten Elf-Punkte-Abzug noch immer sieben Punkte – bei nur noch acht Partien. "Es sind noch 24 Zähler zu holen, es ist also theoretisch möglich. Wir werden alles versuchen", gab sich Heraf kämpferisch. Um das Wunder zu schaffen, benötigt Türkgücü aber nicht nur mindestens fünf bis sechs Siege, sondern muss die Saison auch zu Ende spielen – andernfalls wäre der Abstieg in Kürze bereits besiegelt. Die Fans richteten die Blicke bei der Partie am Samstag bereits in die Zukunft: "Wir kommen bald wieder, aber diesmal ohne Kivran", stand auf einem Banner.

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