Enochs wütend: "Dadurch verliere ich den Spaß am Fußball"

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Mit intensiver Planung im Vorfeld machten die Verantwortlichen und Helfer des FSV Zwickau die Partie gegen Eintracht Braunschweig am Montagabend möglich, für den Gastgeber sprang danach jedoch keine Belohnung heraus. Mit 0:1 musste sich das Team von Joe Enochs gegen den BTSV geschlagen geben, dem Trainer stieß vor allem aber das Verhalten der Gäste auf und neben dem Platz bitter auf.

"Nicht die ehrliche Art"

Die zweite Hälfte lief gerade einmal dreißig Sekunden, da landete der Ball schon wieder im Seitenaus. Benjamin Kessel von Eintracht Braunschweig machte sich zum Einwurf bereit, doch Schiedsrichter Mitja Stegemann unterbrach die Partie: Im Gästeblock der Eintracht-Fans blitzte und leuchtete die Pyrotechnik. Stegemann schickte die Mannschaften in die Kabine und unterbrach die Partie für drei Minuten. "Natürlich beeinflusst es die Mannschaft", bestätigte ein sichtlich genervter FSV-Coach Joe Enochs im Nachgang der Partie gegenüber der "Telekom". Sein Team kassierte mit dem ersten Angriff nach der Spielunterbrechung den entscheidenden Gegentreffer durch Bernd Nehrig. Auch in der ersten Halbzeit musste das Spiel für zwei Minuten unterbrochen werden, weil Braunschweiger Fans aus Protest gegen Montagsspiele Mandarinen auf den Platz warfen.

"Ich sage nicht, dass Braunschweig total unterlegen war", wollte Enochs die Leistung des Gegners nicht schmälern, aber "das ist nicht diese ehrliche Art von Fußball." Gemeint war nicht die Szene, die unmittelbar zum Gegentreffer führte, sondern die Art und Weise wie die Eintracht diese letzten Endes über die Zeit brachte. "Dadurch verliere ich den Spaß am Fußball. Schade", so der US-Amerikaner.

"So ungerecht kann Fußball sein"

Was war geschehen? In der sechsminütigen Nachspielzeit, die Schiedsrichter Stegemann später noch um zwei weitere Minuten ergänzte, wollte Eintracht Braunschweig auswechseln. Ein üblicher Kniff, um noch etwas Zeit von der Uhr zu nehmen. Kennt jede Mannschaft, macht auch jede Mannschaft. Bei den Braunschweigern wurde der Wechsel jedoch zur Farce, denn als Felix Burmeister bereits am Spielfeldrand bereit stand und Bernd Nehrig auf dem Weg hinaus war – der Wechsel sogar vom vierten Offiziellen schon angezeigt wurde – winkte Trainer André Schubert wild ab und nahm den Wechsel zurück – nur um ihn 90 Sekunden später doch durchzuführen. Die einen mögen es clever und abgezockt nennen, Joe Enochs war bedient.

"Für den Schiedsrichter ist es schwierig. Was soll er machen? Er hat acht Minuten nachspielen lassen. Er muss das Spiel unterbrechen, und wenn die sagen, wir wollen doch nicht einwechseln…", nahm Enochs den Unparteiischen aus seiner Kritik heraus. "So ungerecht kann der Fußball sein", schloss der Coach die Thematik ab, um am Ende noch einmal auf das sportliche Geschehen zurückzukommen. Denn der FSV war über weite Strecken des Spiel tatsächlich optisch überlegen, nur "wenn wir kein Tor schießen, werden wir Probleme haben, das Spiel zu gewinnen." Ein Spruch für das Jahresbuch. In der Tabelle liegt Zwickau nur noch zwei Punkte vor den Abstiegsplätzen, hat aber noch das Nachholspiel gegen Karlsruhe in der Hinterhand. Am Samstag geht es nach Köln.

   
  • Brückenfan

    Obwohl für mich die Braunschweiger in einem schwachen Spiel die etwas bessere Mannschaft war, kann ich Joe Enochs verstehen, denn die Art und Weise, wie Braunschweig dieses 1:0 über die Bühne gebracht hat, hat mit Fairness wenig zu tun.

    Dass so eine Scene wie mit der beschriebenen Auswechlung ohne zumindest eine Ermahnung seitens des Schiris bleibt, ist für mich unverständlich. Ich hoffe nicht, dass sowas Schule macht und wir solche Pseudo-Auswechslungen in Zukunft desöfteren sehen.

    • DM von 1907

      Das mit den Pseudoauswechslungen sehe ich auch so. Andererseits war es auch nicht fair von "Sportsmann" Enochs, das Foul an Bär Ende der ersten Halbzeit unwirsch "wegzuwinken". Und die Nachspielzeit betrug letztendlich fast neun Minuten! Damit war die Zeitspielerei von Brauschweig mehr als abgegolten …

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