Enochs nach Ende der FSV-Serie trotzig: "Gehören in diese Liga“

Nach der Niederlage bei Bayern II haderte Joe Enochs nicht lange mit dem Ende der Erfolgsserie des FSV Zwickau. Im Gegenteil: Der Coach der Schwäne brach trotz der unglücklichen Pleite mit gleich zwei Eigentoren eine Lanze für seine Mannschaft. Auf die Probleme bei der Organisation und der daraus resultierenden Halbzeitpause von gleich 40 Minuten reagierte Enochs mit Sarkasmus.

Enochs kann Stil-Kritik "bald nicht mehr hören“

Trotz Zwickaus erster Pleite nach dem Zwischenspurt mit fünf Spielen ohne Niederlage (elf Punkte) verließ Enochs das Grünwalder Stadion erhobenen Hauptes und ohne jeden Anflug von Zweifeln. "Viele sagen, dass wir keinen Fußball spielen und nur robust sind und mit Wucht spielen. Das kann ich bald nicht mehr hören. Wir gehören in diese Liga, denn wir sind erfolgreich und werden auch die Klasse halten“, wies der Kalifornier am "MagentaSport"-Interview Kritiker des FSV-Stils nachdrücklich zurecht.

So sehr sich Enochs offenbar auch einmal Luft machen musste, so sehr wollte der 49-Jährige mit seiner Verbaloffensive natürlich auch von den Mängeln seines Teams in München ablenken. Andererseits hätten die Westsachsen angesichts ihrer Moral bei der erfolgreichen Aufholjagd nach dem frühen 0:2-Rückstand durch Treffer von Marco Schikora (45.) und Morris Schröter (59.) ohne die Eigentore der Pechvögel Davy Frick (15.) und Steffen Nkansah (74.) tatsächlich nicht mit leeren Händen aus dem Schneegestöber an der Isar heimkehren müssen. "Wir haben in den ersten 20 Minuten verloren, da haben wir uns blöd angestellt", gestand Enochs ein, bemühte sich allerdings zugleich um eine angemessene Einordnung der Niederlage: "Wir hatten am Ende Riesenchancen, um nicht nur ein Unentschieden mitzunehmen, sondern auch zu gewinnen."

FSV wird Elfmeter verweigert

Dazu hätte auch ein Elfmeter beitragen können, den Zwickau in Minute 47 nach einem Foul von Kilian Senkbeil an Ronny König forderte. liga3-online.de-Experte Babak Rafati schätzt die Szene so ein: "Im Strafraum von Bayern II kommt es zu einem Zweikampf zwischen Senkbeil und König. Dabei nimmt König den Ball an, dreht sich zum Tor und will auf das Tor schießen. Dabei wird er jedoch von Senkbeil umklammert, aus der Balance und schließlich zu Fall gebracht. König erwischt den Ball daher nicht mehr voll, sodass der Torschuss zur Rückgabe wird. Das ist ein Foulspiel, es hätte einen Strafstoß für Zwickau geben müssen. Eine Fehlentscheidung, diesen zu verwehren."

Und weiter: "Zudem sollte ein Schiedsrichter bei diesen Platzverhältnissen insgesamt kleinlicher agieren, da selbst kleinste Vergehen den Gegenspieler in ihrer Aktion hindern. Der Schiedsrichter ist außerdem zu nah am Geschehen, kann nicht das ganze Bild einfangen und achtet daher nur auf ein mögliches Fußvergehen, was definitiv nicht vorliegt. Daher entgeht ihm womöglich diese Umklammerung im Oberkörperbereich."

"Nächstes Mal bringen wir rote Farbe mit“

Beim Blick auf die Tabelle konnte der FSV-Tross mit dem Dämpfer allerdings gut leben: Weiterhin hat das Enochs-Teams einen vorerst beruhigenden Vorsprung von satten acht Punkten auf die Abstiegsplätze. Auch angesichts dieser Ausgangslage konnte sich Enochs einen Seitenhieb gegen die Bayern wegen der Platzverhältnisse, die zur neuerlichen Freiräumung der Spielfeldlinien eine Verlängerung der Halbzeit um 25 Minuten notwendig machten, nicht verkneifen: "Ich habe gefragt, warum wir keine roten Linien haben. Sie haben gesagt: In München scheint es nicht so oft. Wenn die nach dem Wetterbericht keine rote Farbe haben, können wir nächstes Mal welche aus Zwickau mitbringen."

FSV-Sportdirektor Toni Wachsmuth hatte da wegen des nächsten Auswärtsauftritts am Samstag beim KFC Uerdingen nicht nur wegen der auch am Mittwoch noch ungeklärten Frage des Spielortes (Lotte?) ganz andere Sorgen. "Die Planungen sind schwierig“, sagte der Ex-Profi im Online-Portal "Tag24": "Wir müssen sehen, wie wir die Regeneration bestmöglich gestalten."

 
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