Elf sieglose Spiele in Folge: Ratlosigkeit in Osnabrück

Auch nach dem elften sieglosen Spiel in Serie herrscht in Osnabrück allgemeine Ratlosigkeit, warum es mit dem Siegen einfach nicht mehr funktionieren will. Gegen Werder Bremen II hatte die Mannschaft in der ersten Halbzeit das Spiel weitgehend im Griff und auch die Möglichkeiten höher als nur mit einem Tor Vorsprung in Führung zu gehen. Nach der Pause überließen die Niedersachsen den Bremern das Feld und kassierten wie so oft zuvor aufgrund mangelnder Konsequenz den am Ende gerechten Ausgleich.

Iyoha: "Wie so oft zwei Punkte verschenkt"

Inzwischen ist der letzte Sieg des VfL fast zweieinhalb Monate her – da herrschten noch Minustemperaturen in Osnabrück. Seitdem schafften es die Lila-Weißen nicht mehr, teils gute Ansätze über 90 Minuten durchzuziehen, um am Ende als Sieger vom Platz zu gehen. Auch an diesem Samstag startete der VfL besser ins Spiel und ging bereits in der neunten Minute durch Emmanuel Iyoha in Führung. "Wir waren in der ersten Halbzeit gut drin und haben viele Torchancen, die wir verwerten müssen", so Youngster Felix Agu, der auch in seinem zweiten Startelfeinsatz in Folge ein gutes Spiel ablieferte. Auch sein Kapitän Christian Groß, der sein letztes Heimspiel nach vier "schönen Jahren" und einer insgesamt "geilen Zeit" beim VfL bestritt, ärgerte sich, da"„wie in der ganzen Saison mehr drin gewesen ist." Die Osnabrücker verpassten es allerdings sich gegen harmlose Bremer in Halbzeit eins einen komfortableren Vorsprung zu erarbeiten.

Nach der Pause übernahm der SV Werder die Kontrolle und erzielte den Ausgleich durch ein Tor, welches symptomatisch für die ganze Saison der Osnabrücker steht. Ohne jegliche Gegenwehr konnte Torschütze Niklas Schmidt durch den Strafraum des VfL marschieren und vollkommen ungehindert den Ausgleich markieren. "Im Moment fehlt uns einfach die letzte Konsequenz, der letzte Ehrgeiz das Tor zu verteidigen. Wenn wir 1:0 vorne sind und merken, dass nach vorne nicht mehr viel geht, müssen wir so cool und clever bleiben und das Tor mit Mann und Maus verteidigen", stellte auch Torschütze Emmanuel Iyoha nach Abpfiff der Partie gegenüber "Telekom Sport" fest.

Fanprotest nach 78 Minuten

Der von der Osnabrücker Ultra Szene geplante Fanprotest, nach 78 Minuten das Stadion zu verlassen, um gegen die Vereinsführung zu demonstrieren, zeigte nicht die wahrscheinlich erhoffte Wirkung. Nachdem der sonst stimmgewaltigste Teil der Lila-Weißen Anhängerschaft das Stadion verlassen hatte, übernahmen die anderen Fans den Support. "Es wurde eher lauter als leiser", verriet Groß im Anschluss an die Partie bei der "Neuen Osnabrücker Zeitung" mit einem Schmunzeln. Insgesamt gab der Kapitän dem Osnabrücker Anhang beide "Daumen hoch" für eine sportlich sehr mäßige Saison und stellt ein Spiel exemplarisch heraus. "Zum Beispiel in Paderborn, als wir 0:3 verloren haben – und trotzdem gefeiert und unterstützt wurden". Sowohl Spieler, als auch Fans hätten es aber wohl bevorzugt im letzten Heimspiel der Saison gemeinsam einen Sieg zu feiern.

   
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