Braunschweig trennt sich von Pedersen – Schubert übernimmt

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Zweitliga-Absteiger Eintracht Braunschweig hat am Mittwoch wie erwartet die Reißleine gezogen und sich mit sofortiger Wirkung von Cheftrainer Henrik Pedersen getrennt. Auch Co-Trainer Enric Vallès Egido wurde von seinen Aufgaben entbunden. Neuer Trainer ist André Schubert.

Platz 20 nach elf Spielen

Nur acht Punkte, erst ein Sieg, schon 23 Gegentore, der letzte Tabellenplatz und vor einer Woche das Aus im Landespokal: Die bisherige Saison von Eintracht Braunschweig gleicht einem Albtraum. Gegen die Sportfreunde Lotte reichte am Samstag selbst eine 2:0-Führung nicht zum Sieg, sodass die Trennung von Henrik Pedersen nun wenig überraschend kommt.

Schon nach der 2:4-Niederlage beim SV Meppen Ende September stand der Däne kurz vor dem Aus, erhielt aber weiterhin das Vertrauen von Präsident Sebastian Ebel: "Wir wollen gemeinsam die Wende schaffen", hatte der Vereinsboss dem BTSV-Coach den Rücken gestärkt. Und auch nach der 4:5-Niederlage im Elfmeterschießen bei der SV Drochtersen/Assel im Landespokal hielten die Verantwortlichen weiterhin an Pedersen fest. Doch dass der 40-Jährige nach der Länderspielpause die Wende einleiten kann, daran glaubten diese nun nicht mehr und stellten den Dänen am Mittwoch frei.

BTSV will "neuen Impuls setzen"

"Wir haben innerhalb des Aufsichtsrates viel diskutiert und abgewogen, denn uns fiel diese Entscheidung nicht leicht", betont Ebel in einer Vereinsmitteilung. "Wir sind mit Henrik Pedersen, den wir sowohl fachlich als auch menschlich sehr schätzen, einen kompletten Neuanfang gegangen und wir haben phasenweise das Potenzial gesehen, das in der Mannschaft steckt. Leider konnte dies nicht konstant abgerufen werden." Die negativen Ergebnisse und das Abrutschen auf den letzten Tabellenplatz haben die Verantwortlichen laut Ebel letztlich dazu bewogen, "diesen Schritt zu gehen", denn es gehe um die sportliche Zukunft des gesamten Vereins und die Existenz in der 3. Liga, macht der Vereinsboss klar und kündigt an: "Für die sportliche Wende wollen wir einen neuen Impuls setzen."

Pedersen war Ende Mai in die großen Fußstapfen von Torsten Lieberknecht getreten, der zehn Jahre lang an der Seitenlinie stand. Zusammen mit Sportchef Marc Arnold, der bereits vor einem Monat gehen musste, baute Pedersen im Sommer eine völlig neue und vor allem sehr junge Mannschaft zusammen. Allerdings gelang es dem 40-Jährigen nicht, ein Team zu formen, das den Drittliga-Anforderungen gerecht werden konnte.

Vom zunächst anvisierten direkten Wiederaufstieg war schon schnell keine Rede mehr, stattdessen steckt der BTSV im Abstiegskampf – und das nur eineinhalb Jahre nach dem knapp verpassten Aufstieg in die Bundesliga. Lediglich beim 2:0-Sieg gegen Jena fuhr Pedersen mit den Löwen alle drei Punkte ein, auf der anderen Seite setzte es fünf Niederlagen. In den letzten drei Liga-Spielen kassierte Braunschweig satte zehn Gegentore und lieferte vor allem beim 2:4 in Meppen eine desaströse Vorstellung ab.

André Schubert übernimmt

Mit André Schubert ist der Nachfolger bereits gefunden. Der 47-Jährige unterschrieb einen Vertrag bis 2021 und wird am Donnerstag das erste Training der Löwen leiten. "André Schubert hat uns in persönlichen Gesprächen mit dem Aufsichtsrat, bei denen auch Tobias Rau dabei war, überzeugt", berichtet Ebel und freut sich, "dass wir mit ihm einen erfahrenen Trainer verpflichten konnten, der Mannschaften bereits sehr erfolgreich aus schwierigen Situationen hinaus und in eine erfolgreiche Zukunft geführt hat." Schubert, so der Vereinsboss weiter, "kennt die 3. Liga, weiß sehr genau um unsere aktuelle sportliche Lage und worauf es im Abstiegskampf ankommt."

Zuletzt stand der 47-Jährige zwischen September 2015 und Dezember 2016 bei Borussia Mönchengladbach in der Bundesliga an der Seitenlinie und führte die Fohlen vom letzten Tabellenplatz in die Champions League, ehe in der neuen Saison der Absturz folgte und er nach nur einem Sieg aus elf Spielen gehen musste. Zuvor trainierte Schubert die deutsche U15-Nationalmannschaft (Saison 2014/15), saß von Juli 2011 bis Dezember 2012 beim FC St. Pauli auf der Bank und stieg mit dem SC Paderborn im Mai 2009 über die Relegation in die 2. Bundesliga auf. Anschließend übernahm Schubert bis Juni 2011 die sportliche Verantwortung beim SCP.

Nun freut sich der in Kassel geborene Fußballlehrer auf seine neue Aufgabe in Braunschweig: "Es ist ein großer Traditionsverein mit einem sehr professionellen Umfeld und hervorragenden Bedingungen, der sich momentan in einer schwierigen sportlichen Situation befindet." Oberstes Ziel sei, "dass die Mannschaft sich schnell stabilisiert und in der Tabelle in sichere Regionen klettert." Dafür, kündigt der Fußballlehrer an, "müssen wir nun gemeinsam in allen Bereichen intensiv arbeiten." Sein Debüt auf der Trainerbank feiert Schubert am Donnerstag beim Testspiel gegen Viktoria Berlin, nach der Länderspielpause ist der Zweitliga-Absteiger beim TSV 1860 München gefordert (Samstag, 20. Oktober). Am Donnerstag wird Schubert aber zunächst im Rahmen einer Pressekonferenz offiziell vorgestellt.

   

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