Einsatz und Kampfgeist stimmen wieder: SCP besiegt Duisburg

Der SC Preußen Münster hat dank eines viel umjubelten Last-Minute-Treffers einen wichtigen Sieg im Kampf um den Klassenerhalt eingefahren. Gegen den MSV Duisburg setzten sich die Adlerträger vor heimischer Kulisse mit 2:1 durch und konnten somit am letzten Spieltag der Hinrunde den Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz auf vier Punkte ausbauen. Dennis Grote und Simon Scherder drehten durch ihre Treffer die Partie, nachdem Pierre de Wit die Gäste früh in Führung gebracht hatte. Doch zunächst deutete nur wenig auf einen Erfolg gegen die Zebras hin. Preußen-Coach Ralf Loose ließ die beiden unter der Woche nur reduziert mittrainierenden Dominik Schmidt und Patrick Kirsch in der Innenverteidigung ebenso von Beginn an ran wie Dennis Grote und Marcus Piossek auf den Außenbahnen. Positiv bemerkbar machten sich diese Wechsel jedoch erst einmal wenig. Grote wirkte zwar – wie man es von ihm kennt – sehr fleißig und bemüht, viel gelingen wollte ihm jedoch wenig. Das lag zum Teil an missratenen Flanken, aber auch an der mangelnden Gedankenschnelligkeit seiner Kollegen. Amaury Bischoff, der auf der Zehn seine Fähigkeiten als Spielgestalter deutlich besser ausspielen konnte als im defensiven Mittelfeld, ließ in der ersten Hälfte gleich mehrmals Chancen zu guten Kontern ungenutzt. Nur selten kamen seine Pässe in den freien Raum bzw. in den Lauf seiner Mitspieler. So hatte die Gäste-Defensive nur wenig Mühe, immer wieder genügend Spieler hinter den Ball zu bekommen und Angriffe noch deutlich vor dem eigenen Strafraum zu unterbinden.

Bitterer Rückstand schockt Münster nur kurz

Sehr „bitter“ (Loose) für die Preußen kam es dann schon nach neun Minuten, als Pierre de Wit mit einem sehenswerten Freistoßtreffer die erste Torchance zur Führung nutzte. Es dauerte einige Zeigerumdrehungen, bis die Hausherren wieder den Faden fanden. Von Hängenlassen oder mangelndem Willen aber keine Spur, stattdessen versprühte Münster viel Lust, über Einsatz und Kampf drei Punkte zu holen. Gute Möglichkeiten ergaben sich aber zunächst nicht. Zu oft misslang der letzte Pass, zu linkslastig war das Spiel. Grotes Gegenüber Piossek hatte scheinbar wenig Lust, seine rechte Seite zu beackern und fungierte stattdessen eher als hängende Spitze zwischen Taylor und Bischoff. Die Duisburger selbst nutzten die offensive Harmlosigkeit der Preußen aber nicht aus. Einzig Kevin Wolze kam Mitte der ersten Hälfte noch einmal gefährlich vor Preußen-Keeper Masuch, setzte den Ball aber wenige Zentimeter zu weit nach rechts, sodass der Ball nicht im Netz landete, sondern vom Innenpfosten wieder aufs Feld sprang.

Loose muss Formation immer wieder umstellen

Loose musste reagieren und brachte nach bereits 33 Minuten Benjamin Siegert für Kapitän Stefan Kühne. Der taktische Wechsel hatte zur Folge, dass Bischoff wieder nach hinten auf die Sechs rückte und Piossek nun auch offiziell zweiter Stürmer wurde. Da sich dann auch noch zu allem Überfluss Patrick Kirsch und Julian Riedel verletzten, schöpften die Münsteraner bereits zum Wiederanpfiff ihr Wechselkontingent aus. Für die beiden Defensivakteure kamen Simon Scherder und Mehmet Kara. Dies hatte die dritte Umstellung während des Spiels zur Folge: Siegert bekleidete nun die Position des rechten Außenverteidigers, Piossek wich wieder nach rechts aus (und blieb diesmal auch dort) und Kara sollte als zentraler Offensivmann den alles in allem harmlosen Taylor mit Pässen füttern. Tatsächlich sprühten die Preußen nun auch vor etwas mehr Spielfreude. Der Wunsch, das vorletzte Heimspiel des Jahres 2013 siegreich zu beenden, war groß und färbte zusehends auch auf die über 10.000 Zuschauer ab, die ihr Team die zweiten 45 Minuten immer wieder nach vorne peitschten.

Bischoff und Kara überzeugen im Mittelfeld

Preußen Münster entwickelte sich zu Beginn der zweiten 45 Minuten zur absolut dominierenden Mannschaft, Duisburg stand nur noch hinten drin und hatte ohne den während der ersten Hälfte verletzten Sascha Dum keinerlei Schnelligkeit und Durchsetzungsvermögen mehr zu bieten. Ganz anders die Hausherren: Besonders die zuletzt in den Fokus der Kritik geratenen Bischoff und Kara knüpften im Ansatz wieder an ihre teilweisen starken Auftritte in der letzten Spielzeit an. Beide sorgten mit ihrem Auge für den freien Mann und ihren Fähigkeiten, den Ball auch gegen mehrere Gegenspieler zu behaupten, immer wieder für Torgefahr. So war der Ausgleich nach einer knappen Stunden bereits hochverdient: Schmidt schickte Taylor auf der rechten Seite, dessen Hereingabe landete etwas glücklich beim heranstürmenden Grote, der keine Mühe hatte, das Leder in den Maschen unterzubringen. Der SCP erzeugte nun weiter Druck und zeigte diesmal – anders als noch vor wenigen Wochen im Heimspiel gegen Hansa Rostock – keine Unkonzentriertheiten in der Defensive. Kara selbst belohnte sich nicht mit einem Treffer, holte aber in der Nachspielzeit immerhin den alles entscheidenden Eckball heraus. Dieser landete auf Scherders Kopf und anschließend an Ratajczak vorbei im Netz.

Kampf, Einsatz und Teamgeist stimmen wieder

Die Preußen bewiesen endlich einmal wieder, was für ein Potential in dieser Mannschaft steckt. Am Samstag stimmten Einsatz, Kampf und Teamgeist. Selbst der so unglückliche und im Spielverlauf immer unverdientere Führungstreffer durch die Duisburger ließ sie nicht davon abhalten, zumindest in der zweiten Hälfte eine mehr als nur ordentliche Leistung abzuliefern. Der Dreier katapultiert die Münsteraner nicht nur auf Platz 14 der Tabelle, sondern sorgt vor allen Dingen für einen zunächst einmal wieder angenehmeren Vorsprung von vier Punkten auf den ersten Abstiegsplatz. Zu sehr in Freude verfallen sollten die Westfalen jedoch nicht: Der Sieg gegen den MSV Duisburg war nur der erste Schritt im Kampf um den Klassenerhalt. Sollten die Preußen nun aber diese Leistung endlich einmal über mehrere Spieltage hinweg bestätigen können, dürften sie zumindest Mitte Mai nichts mehr mit dem Abstieg zu tun haben.

FOTO: Dieter Schmoll

 

   
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