"Einfach sprachlos": So feierte der Karlsruher SC den Aufstieg

Der Karlsruher SC ist wieder da! Zwei Jahre nach dem Abstieg machten die Badener die Rückkehr in die 2. Bundesliga mit einem 4:1-Erfolg bei Preußen Münster perfekt. Nach Abpfiff brachen bei den Spielern und den mitgereisten Anhängern alle Dämme.

Fans stürmen den Platz

Genau 15:19 Uhr war es, als die Zweitliga-Rückkehr des Karlsruher SC durch den Schlusspfiff von Schiedsrichter Lasse Koslowski besiegelt war. Ging der Plan der Ordner und Polizei, die rund 3.000 mitgereisten KSC-Fans von einem Platzsturm abzuhalten, zunächst noch auf, mussten sie schon nach wenigen Minuten nachgeben und die euphorischen Anhänger auf den Platz lassen.

Der Platzsturm lief anschließend einigermaßen geordnet ab, wenngleich nach "Bild"-Angaben ein Sachschaden von rund 100.000 Euro durch kaputte Zäune, LED-Anzeigen und Trainerbänke entstanden sei. Der KSC soll aber angekündigt haben, die Kosten zu übernehmen. Außerdem wurde nach Polizeiangaben ein 13-jähriger Balljunge beim Platzsturm der KSC-Anhänger leicht verletzt – er musste im Krankenhaus behandelt werden. "Die genaue Ursache für die Verletzung muss noch geklärt werden", heißt es.

Kreuzer adelt Schwartz

Die jubelnde Masse zog es derweil in Richtung Haupttribüne, wo sie zusammen mit den Spielern feierte. "Ich bin einfach nur sprachlos", konnte Marco Thiede seine Freude über den Aufstieg am Mikrofon von "Magenta Sport" nur schwer in Worte fassen. "Jetzt sind wir endlich da, wo wir hingehören", stellte der 26-Jährige fest und verspürte eine "wahnsinnige Erleichterung". Auch Sportdirektor Oliver Kreuzer jubelte: "Der KSC ist ein Zweitligist und hat in der 3. Liga nichts verloren. Alle lechzen nach der 2. Bundesliga."

Nach zwei nicht immer ganz einfachen Drittliga-Jahren inklusive des verpassten Aufstiegs in der vergangenen Saison und dem Abgang zahlreicher Stammspieler im letzten Sommer ist der KSC nun zurück. "Wir haben auch in den schwierigen Phasen die Ruhe bewahrt", nannte Kreuzer einen Faktor für den Aufstieg. Ein weiterer ist Trainer Alois Schwartz, unter dem Karlsruhe aus 69 Liga-Spielen beeindruckende 135 Punkte holte und dabei gerade einmal 51 Gegentore und lediglich zehn Niederlagen hinnehmen musste. "Er ist ein Glücksfall für den Verein. Er kam in einer schwierigen Situation, hat die Mannschaft weiterentwickelt und bekommt den Aufstieg nun als Belohnung", adelte Kreuzer.

 

"Werden die nächsten Wochen nicht schlafen"

Marc Lorenz hob derweil den Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft hervor: "Wir sind einfach eine geile Truppe, weil wir immer an uns geglaubt haben." Sichtlich durchnässt von so manchen Bier- und Sektduschen kündigte der 30-Jährige an: "Wir werden die nächsten Wochen nicht schlafen." Und auch Anton Fink wusste: "Heute Nacht werden wir in Karlsruhe die Sau rauslassen." Die rund sechsstündige Busfahrt dürfte eine einzige Party sein. "Nächste Woche geht es nach Mallorca", blickte Fink voraus.

Wann das nächste Training ansteht, ist noch offen: "Wir verhandeln noch", ließ Schwartz wissen und sagte dann freudestrahlend: "Es war ein hartes Stück Arbeit, nach den zahlreichen Rückschlägen etwas Neues aufzubauen." Den Aufstieg nun mit vier Toren auswärts perfekt zu machen, "ist einfach nur überragend", jubelte der 52-Jährige und schob nach: "Ich habe immer gesagt, dass wir Teamgeist und Disziplin brauchen." Torhüter Benjamin Uphoff, der in 13 von 36 Partien ohne Gegentor blieb, hielt derweil fest: "Nach diesem Umbruch im Sommer hat es ein wenig gebraucht, bis sich alles gefunden hat. Nun haben wir es heute zu Ende gebracht, was aber schon früher möglich gewesen wäre."

"Wir steigen auf und Stuttgart ab"

Die Party auf dem Platz war zu diesem Zeitpunkt schon längst im Gange, immer wieder wurden Klassiker wie "Der KSC ist wieder da", "Nie mehr 3. Liga" und "Wir haben das blau-weiße Licht angemacht" angestimmt. Aber auch einen Seitenhieb in Richtung des Rivalen aus Stuttgart konnten sich die Anhänger nicht verkneifen: "Wir steigen auf und Stuttgart ab", tönten sie. In der Tat könnte es in der kommenden Saison zum direkten Duell beider Mannschaften kommen, sollte der VfB in der Relegation absteigen. Es wäre ein besonderes Bonbon für die KSC-Fans, die den Blau-Weißen auch in der 3. Liga die Treue gehalten haben. Auch die obligatorische Humba durfte natürlich nicht fehlen.

 

Es war der Auftakt einer langen Party-Nacht. Um 22:15 Uhr traf die Mannschaft am Karlsruher Wildparkstadion ein und wurde von zahlreichen Fans euphorisch empfangen.

Der Aufsteiger Karlsruher SC wird im Wildpark von den Fans empfangen:

3. Liga

Gepostet von Baden TV am Samstag, 11. Mai 2019

   
  • Björn

    „Der KSC ist ein Zweitligist und hat in der 3. Liga nichts verloren. Alle lechzen nach der 2. Bundesliga."

    Mit Bescheidenheit hat es Herr Kreuzer nicht so. Glückwunsch nach Karlsruhe. Wir sehen uns dann in Liga 2.

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