"Eine Schande": Bierofka übt nach 1860-Absturz scharfe Kritik

Der Zwangsabstieg des TSV 1860 München in die Regionalliga sorgt bei ehemaligen Spielern und Vereinsikonen für Bestürzung. In ihren Reaktionen übten Daniel Bierofka, Sascha Mölders und Aaron Berzel deutliche Kritik an den Verantwortlichen des Klubs und machten dabei keine Seite von Vorwürfen frei.

"Verantwortungslos. Charakterlos"

Besonders emotional reagierte Ex-Trainer und Löwen-Legende Daniel Bierofka, der nach dem Zwangsabstieg 2017 den Trainerposten übernommen hatte. "Es ist eine Schande. Verantwortungslos. Charakterlos. Von allen Beteiligten", sagte der 46-Jährige gegenüber dem "BR". Niemand könne sich aus der Verantwortung nehmen. Die Entwicklung sei ein Schlag für "alle Leute, allen Fans gegenüber, die eine Sympathie für diesen Verein haben". Angesichts der erneuten Krise zeigte sich Bierofka fassungslos. "Mittlerweile gehen einem da die Worte aus. Es ist absoluter Wahnsinn“, erklärte er. Gleichzeitig appelliert er an die Entscheidungsträger des Vereins: "Ich hoffe, alle Beteiligten wissen, was das jetzt für den Verein heißt."

Auch Ex-Löwen-Stürmer Sascha Mölders zeigte sich erschüttert. "Ich Bin geschockt“, schrieb der ehemalige Torjäger der Sechzger (2015-2022) bei "Instagram". Gleichzeitig erinnerte er an den letzten Zwangsabstieg im Jahr 2017 und seine damalige Entscheidung, den Löwen die Treue zu halten. "Ich weiß noch, wie Biero damals vor mir stand und meinte: 'Jetzt kannst du zeigen, dass du Eier hast und bleiben“, schrieb Mölders. Mit Blick auf die aktuelle Situation fügte er an: "Ich bin gespannt, bei wie vielen der Löwe jetzt am Herzen liegt. Aufgeben ist keine Option. Nie."

"Hier haben ALLE Verantwortlichen versagt"

Deutliche Worte fand auch Aaron Berzel. Der frühere Verteidiger des TSV (2017-2020) kritisierte die gegenseitigen Schuldzuweisungen im Verein. "Die eine Seite zeigt auf die andere, die andere schlägt zurück. Als hätte es nur einen Verantwortlichen für diese Situation gegeben", erklärte der 34-Jährige. Aus seiner Sicht greife diese Darstellung zu kurz. Berzel sieht die Verantwortung für die Entwicklung bei allen Beteiligten. "Hier haben ALLE Verantwortlichen versagt", schrieb er. Besonders kritisierte er die seit Jahren andauernden Machtkämpfe zwischen den verschiedenen Lagern. Diese seien "auf Kosten des Vereins, auf Kosten der Fans, auf Kosten der Mitarbeiter, auf Kosten all der Menschen, die diesen Verein lieben und bereit wären, alles für ihn zu tun" geführt worden.

Der ehemalige Löwe machte deutlich, dass er weder Investor Hasan Ismaik noch die Vertreter des Muttervereins allein verantwortlich macht. "Wenn das Wohl dieses Vereins wirklich an erster Stelle gestanden hätte, dann hätten sich die handelnden Personen längst zusammengesetzt", so Berzel. Die Reaktionen zeigen, wie tief die Enttäuschung über den erneuten Absturz des TSV 1860 sitzt. Ein gemeinsamer Tenor verbindet die Aussagen der ehemaligen Löwen: Die Verantwortung für die aktuelle Situation tragen aus ihrer Sicht alle beteiligten Parteien.

   

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