Ein Lichtlein brennt! MSV läutet mit 3:0-Heimsieg Adventszeit ein

Nicht wenige der knapp 9.000 Zuschauer mögen sich um 15:45 Uhr gefragt haben: „Ja wat is dat denn?“ Ein Heimsieg, dazu noch ein verdienter. So richtig dran geglaubt haben die wenigsten – die Zuschauerzahl sank aufgrund der erschreckenden Heimbilanz erstmals unter die 10.000er Marke. Mit der Truppe von Claus Schromm war die zweitbeste Auswärtsmannschaft beim zweitschwächsten Heimteam zu Gast, aber Statistik hin oder her: Bis auf ganz wenige Aktionen hatten die Zebras das Zepter in der Hufe und hätten sogar noch mehr Tore schießen können. Die Chancenauswertung war jedoch das einzige Problem, mit welchem die Duisburger an diesem Tag zu kämpfen hatten. Mit dem wichtigen Dreier nimmt der MSV aktuell Rang acht der Tabelle ein und ist bis auf drei Punkte an den Relegationsplatz gerückt. Nächste Woche wartet in Münster dann wieder die Lieblingsdisziplin der Zebras: Es ist ein Auswärtsspiel. Der eine oder andere blau-weiße Fan wird die Truppe von Karsten Baumann begleiten, denn das Gästekontingent war schon in der Verkaufsphase für Mitglieder und Dauerkarteninhaber ausverkauft. Die SpVgg Unterhaching rutscht von Platz vier auf sechs ab und erwartet am kommenden Freitag Tabellenführer Heidenheim, was aus einer Wiedergutmachung eine ernstzunehmende Herausforderung macht.

Baumann bastelt und beweist gutes Händchen

Ein entscheidender Faktor, dass der MSV am Ende als Sieger vom Platz ging, war die solide Defensivarbeit – allen voran Kapitän Branimir Bajic, der in die Innenverteidigung zurückkehrte und neben Matthias Kühne für Sicherheit sorgte. Auf der linken Außenbahn ersetzte Maximilian Güll den gelbgesperrten Sascha Dum und bot ebenso eine solide Leistung. Besonders zu erwähnen ist allerdings sein Kollege auf der rechten Seite: Phil Ofosu-Ayeh war stets Herr der Lage und beteiligte sich entscheidend am 2:0 sowie dem 3:0 Endstand. Auch wenn bei Konter vereinzelt Gefahr drohte, war die Abwehr der wichtige und dieses Mal nicht erschreckend wackelige Rückhalt für das gesamte Team. Der MSV begann sofort engagiert und drückte Unterhaching das Spiel auf, allerdings mussten die Zuschauer eine gute Stunde warten, bis endlich das erlösende 1:0 durch Matchwinner Patrick Zoundi fiel, der im 4-4-2 System neben Kingsley Onuegbu als Spitze agierte. Der King lebt übrigens noch: Nach zuletzt vier Ligaspielen ohne Treffer war es in der 81. Minute endlich wieder soweit und der Sturmtank konnte seinen zehnten Ligatreffer feiern. Unmittelbar danach musste dieser jedoch wegen leichter Verletzung durch Tobias Feisthammel ersetzt werden. Den Deckel auf den hochverdienten Sieg machte kurz vor Abpfiff dann Deniz Aycicek, der ebenfalls eingewechselt wurde. Die taktische Umstellung hat dem Spiel der Meidericher offensichtlich gut getan, die mit Leidenschaft und Einsatz zu Werke gingen – Schwächen beim Abschluss waren jedoch weiterhin zu erkennen. Trotzdem passte an diesem Samstag fast alles, selbst das immer wieder gern gesehene Quäntchen Glück ließ sich blicken, denn Unterhaching hätte in der 56. Minute auch 1:0 in Führung gehen und somit das Spiel völlig auf den Kopf stellen können. So ging die Kugel jedoch knapp am Pfosten vorbei und den Zuschauern wurde dieser Heimspieltag zur Abwechslung nicht versaut: „Ich freue mich für die Mannschaft und natürlich die Fans, die endlich mit einem Sieg nach Hause gehen können“, so Coach Baumann.

Endlich auch zuhause durchstarten

Im nächsten Heimspiel gegen Wacker Burghausen wird sich zeigen, ob der oft erwähnte „Heimkomplex“ weiterhin sein Unwesen treibt. Jetzt geht es aber erst einmal wieder auf die Piste: Einen Tag nach Nikolaus sind die Zebras zu Gast bei Preußen Münster, die beim Halleschen FC nicht über ein 0:0 hinauskamen und weiterhin ihrer Form hinterherlaufen. Die Duisburger haben gerne mal den Aufbaugegner für angeschlagene Ligateilnehmer gespielt, werden aber gute Chancen auf einen weiteren Dreier haben, wenn die Mannschaftsleistung erneut stimmt. Das nötige Selbstbewusstsein müsste seit Samstag ja wieder etwas aufgeladen sein.

FOTO: Dieter Schmoll

   
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