"Ein Jahr darauf hingearbeitet": So feierte Oldenburg den Aufstieg

Der VfB Oldenburg ist zurück! 25 Jahren nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga sind die Norddeutschen in der kommenden Saison wieder im Profifußball vertreten. liga3-online.de hat die Stimmen und Impressionen von der Aufstiegsparty am Samstagnachmittag.

Fans stürmen den Platz

Es lief die sechste Minute der Spielzeit, als allen Oldenburgern das Herz nochmal in die Hose rutschte: Andor Bolyki hatte soeben das 2:1 für den BFC erzielt. Ein weiterer Treffer, und das Spiel wäre in die Verlängerung gegangen. Doch weil dieser nicht fiel, war der Aufstieg mit dem Schlusspfiff um 15:59 Uhr besiegelt.

Sofort strömten tausende Fans den Rasen, nachdem sie die Schlussphase bereits im Innenraum verbracht hatten.

Während manch ein VfB-Akteur ungläubig zu Boden ging, kannte der Jubel bei den Anhängern keine Grenzen. "Nie mehr 4. Liga" und "Oh, wie ist schön" gehörten zu den Klassikern an diesem Samstagnachmittag. Einige Unverbesserliche liefen zwar geradewegs auf den Gästeblock zu und provozierten die BFC-Anhänger, doch die Polizei war sofort zur Stelle, kam sogar mit Pferden auf den Platz und baute sich vor dem Gästeblock auf.

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Währenddessen sicherten sich Fans Rasenstücke als Andenken, selbst das Tornetz und die Pfosten mussten dran glauben. "Einfach geil, was hier gerade abgeht", sagte Marco Schultz mit einer Champagner-Flasche in der Hand bei "MagentaSport".

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"Fühlt sich einfach geil an"

Max Wegner, der den Oldenburger Führungstreffer erzielt hatte, konnte es direkt nach Spielende noch gar nicht richtig glauben: "Es fühlt sich einfach geil an. Wir haben ein Jahr lang auf diesen Tag hingearbeitet – und heute ist er da. Das bedeutet so viel für den Verein", sagte der Stürmer, während er einen Schluck aus einem riesigen Bierglas nahm. Apropos Bier: Wie es sich für eine ordentliche Aufstiegsfeier gehört, floss der Gerstensaft in Unmengen – und das nicht nur in die Kehlen der Spieler, sondern auch auf Trainer Daniel Fossi, der völlig durchnässt zum Interview kam.

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So richtig anzusehen war es dem 41-Jährigen allerdings nicht, dass seine Mannschaft gerade aufgestiegen war.  "In meiner Brust schlagen zwei Herzen. Einerseits sind wir verdient aufgestiegen, anderseits, tut es mir wirklich leid für den BFC. Ich finde es hart, dass Berlin als Meister am Ende nicht hoch darf." Innerlich freue er sich über den Aufstieg zwar "sehr", werde es äußerlich aber "ein bisschen ruhiger angehen lassen". Zumal er für Sonntag ein Auslaufen angesetzt hat. Eine Tatsache, über die sich Sportdirektor Sebastian Schachten erstaunt zeigte: "Wahrscheinlich wird er allein da sein", mutmaßte der Ex-Profi mit einem Lachen. Schließlich dürfte es ein langer Partyabend werden. "Die ganze Stadt hat nach dem Erfolg gelechzt." Das zeigten die Szenen nach Spielende in der Tat deutlich.

Mitgefühl mit dem BFC

Doch im Moment des großen Erfolgs fühlten die Oldenburger auch mit dem BFC, der trotz der Meisterschaft in der Regionalliga Nordost nicht aufgestiegen und eine weitere Saison viertklassig ist. "Es tut einem als Sportler leid, dass sie nicht aufgestiegen sind. Ich glaube, wir sind uns alle einig, dass der Erste aufsteigen muss", sagte Schachten und sprach BFC-Kapitän Christian Beck, der nach Spielende heftig gegen den DFB austeilte, damit aus der Seele. Auch Wegner bezeichnete die Regelung als "scheiße" und drückte den Berlinern für das nächste Jahr die Daumen.

Derweil ging die Party auf dem Rasen noch einige Zeit weiter, ehe sich die Mannschaft den Fans rund eine Stunde nach Abpfiff auf der Tribüne zeigte.

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Am späten Nachmittag verlagerte sich das Geschehen dann mehr und mehr in die Innenstadt. Es war der Auftakt einer langen Nacht, die man in Oldenburg wohl so schnell nicht mehr vergessen wird. Keine Frage, die Vorfreude ist groß. Schließlich heißen die Gegner in der kommenden Saison nicht mehr Atlas Delmenhorst und SSV Jeddeloh II, sondern Dynamo Dresden, 1860 München und Rot-Weiss Essen.

 
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