Editorial: Das erwartet uns in der neuen Drittliga-Saison

Das lange Warten hat ein Ende! Nach rund acht Wochen Sommerpause nimmt die 3. Liga am morgigen Freitag ihren Spielbetrieb wieder auf. Gleich zum Auftakt beschert uns der Spielplan ein Ostduell zwischen dem Halleschen FC und RB Leipzig. Unterschiedlicher können die zwei Klubs wohl kaum sein. Während der HFC nach Jahren in der Viert- und Fünftklassigkeit seit dem letzten Jahr endlich wieder im Profifußball vertreten ist, wollen die Leipziger schnell hoch hinaus. Zwar hat sich der finanzstarke Aufsteiger den direkten Durchmarsch in die 2. Bundesliga nicht zum Ziel gesetzt, doch die Transferausgaben von über 1,2 Millionen Euro lassen erahnen, dass es RB ernst meint. Gerade die Tatsache, dass die Leipziger wie kein anderer Drittligist je zuvor Geld in neue Spieler investiert hat, macht RB in den Augen der Drittliga-Trainer zu einem Mitfavoriten auf den Aufstieg. Immerhin 13-mal (Mehrfachnennungen möglich) wurde RB in der Trainer-Umfrage von liga3-online.de als Aufstiegskandidat nominiert.

Wettrüsten um den Aufstieg!?

Weitaus mehr Stimmen konnte der 1. FC Heidenheim auf sich vereinen. Das Team von Trainer Frank Schmidt, das in der vergangenen Saison nur knapp am Aufstieg gescheitert ist, setzt nun voll und ganz auf den Sprung in das Bundesliga-Unterhaus. Leistungsträger und Topscorer Marc Schnatterer konnte trotz einiger Angebote aus der ersten und zweiten Bundesliga gehalten werden. Neuzugänge wie Sven Sökler und Julius Reinhardt (Kickers Offenbach) zeigen, dass der FCH nun nichts mehr dem Zufall überlassen wird. "Unser Anspruch ist es, uns mit diesen Mannschaften zu messen. Jeder muss sich aber darauf einstellen, dass es eine Saison wird, in der jeder jeden schlagen kann", erklärte Trainer Frank Schmidt gegenüber liga3-online.de. Ohnehin war das personelle Aufrüsten in dieser Sommerpause bei vielen Mannschaften ein großes Thema. Der Chemnitzer FC konnte mit Ronny Garbuschewski (Düsseldorf) und Marc Hensel (Aue) zwei Spieler mit deutlich gehobenem Drittliga-Format für eine Vertragsunterschrift begeistern – der SC Preußen Münster lockte Marcus Piossek und Gaetano Manno vom Ligakonkurrenten und Erzrivalen VfL Osnabrück in das alt-ehrwürdige Preußenstadion. Der 1. FC Saarbrücken und der SV Wehen Wiesbaden könnten derweil für Überraschungen sorgen.

MSV Duisburg vor ungewisser Zukunft

Wohin es den MSV Duisburg führen wird, ist noch vollkommen ungewiss. Nach dem Lizenzentzug in der 2. Bundesliga und dem langen Warten auf die Drittliga-Lizenz hatten die Duisburger von Trainer Karsten Baumann gerade einmal elf Tage Zeit, um die Mannschaft zu formen. Das bisher verpflichtete Personal um Jens Wissing, Patrick Zoundi und Kingsley Onuegbu ist für die Drittliga-Verhältnis zwar überdurchschnittlich gut, jedoch bleibt abzuwarten, wie schnell die Einzelspieler zu einer echten Mannschaft werden können. Dass diese Tugend in der 3. Liga von enormer Bedeutung sein kann, stellte Arminia Bielefeld in der vergangenen Saison unter Beweis. Zwar stiegen nicht ausschließlich die besten Spieler, dafür aber die beste Mannschaft in die 2. Bundesliga auf. Die Traditionsvereine Hansa Rostock und Rot-Weiß Erfurt wollen nach einer schwachen letzten Saison endlich wieder oben angreifen und zumindest einen einstelligen Tabellenplatz erreichen. Osnabrück steht nach dem verpassten Aufstieg in die 2. Bundesliga und dem Abgang vieler wichtiger Leistungsträger vor einem Übergangsjahr. Spannend wird zudem auch zu beobachten sein, wie sich Elversberg und Kiel in der 3. Liga zu Recht finden werden. Unterhaching und Burghausen waren zum personellen Neustart gezwungen und werden daher "nur" um den Klassenerhalt spielen können.

DFB: "Unsere sportlichen Vorstellungen und Wünsche haben sich vollends erfüllt."

Eine tolle, spannende und ausgeglichene Saison steht also bevor. Genau wie in den Jahren zuvor wird die eine Hälfte der Liga um den Aufstieg, die andere Hälfte um den Abstieg spielen. Ein wirkliches Mittelfeld ist auch dieses Mal nicht zu erwarten, da die Klubs sehr ausgeglichen besetzt sind. So dürfen wir uns darauf freuen, dass auch ein Außenseiter gegen den eigentlich überlegenen Favoriten gewinnen kann und somit für noch mehr Spannung sorgen wird. Auch wenn die Kritik an der 3. Liga und dem DFB in der letzten Saison deutlich zunahm, ist der Verband weiterhin sehr positiv gestimmt: "Unsere sportlichen Vorstellungen und Wünsche haben sich vollends erfüllt. Die Mannschaften sind in der Lage, sich in dieser Spielklasse zu konsolidieren und gleichzeitig für Höheres zu qualifizieren", erklärt DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock. Darüber hinaus sei die 3. Liga auch medial gut angenommen und stelle eine Plattform für Fußball-Talente dar.

Die ausführliche Saisonvorschau zu meinem Verein

 

 

   
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