Eckert Ayensa: "Gehören nicht dauerhaft in die 3. Liga"

Im Interview mit liga3-online.de spricht Dennis Eckert Ayensa vom FC Ingolstadt über den Positivlauf des Zweitliga-Absteigers, seine Zeit beim spanischen Erstligisten Celta Vigo, die Rückkehr nach Deutschland und das kommende Duell gegen den FSV Zwickau.

Wiederaufstieg als Ziel? "Überhaupt nicht"

liga3-online.de: Mit dem FC Ingolstadt gewannen Sie am Wochenende das Top-Spiel bei Eintracht Braunschweig 3:0. Ihr Fazit zum Spiel, Herr Eckert Ayensa?

Dennis Eckert Ayensa: Unser Matchplan ist perfekt aufgegangen. Wir hatten uns vorgenommen, von Anfang an Druck zu machen und den Gegner permanent zu beschäftigen. Bereits zur Halbzeit haben wir dann 3:0 geführt. Das spricht für sich.

Durch den dritten Sieg aus den letzten vier Spielen ist der FCI wieder ganz oben dabei. Was sind die Gründe für den Aufschwung?

Wir sind mittlerweile eingespielt, haben uns nach dem großen Umbruch im Sommer gefunden. Nach der Phase, in der es nicht rund lief, haben wir hart gearbeitet und weiter an unsere Stärken geglaubt. Positiv war auch, dass unser Trainer nicht viel rotiert hat. Insgesamt muss man aber trotzdem immer wieder festhalten, dass die 3. Liga unberechenbar ist. Es kann an jedem Spieltag alles passieren – das macht die Liga spannend und reizvoll.

Der direkte Wiederaufstieg ist das klare Ziel, oder?

Nein, tatsächlich überhaupt nicht. Wir haben zwar sicher die nötige Qualität, um die komplette Saison oben mitzumischen. Allerdings machen wir uns keinen Druck. Wir wollen einfach Woche für Woche unser Bestes geben und dann schauen, wofür es reicht.

Auch für Sie persönlich läuft es gut. In Ihren ersten sieben Partien waren Sie an sieben Treffern beteiligt. Sie brauchten scheinbar keine lange Eingewöhnungszeit.

Das stimmt. Die Mannschaft hat es mir aber auch leicht gemacht, weil sie mich hervorragend aufgenommen hat. Ich konnte mich von Beginn an zu 100 Prozent auf Fußball konzentrieren.

Von 2017 bis 2019 kickten Sie im Ausland – erst bei Celta Vigo in Spanien und zuletzt auf Leihbasis in den Niederlanden bei Excelsior Rotterdam. Wieso waren Sie 2017 den Schritt von Borussia Mönchengladbach nach Spanien gegangen?

Das hatte mehrere Gründe. Zunächst einmal kann ich als Halb-Spanier fließend spanisch sprechen. Meine Familie kommt aus einem Ort, der nur 15 Minuten von Vigo entfernt liegt. Als Kind war ich dort häufig im Urlaub. Mir war also klar, dass es sich bei einem Wechsel nicht unbedingt wie ein Schritt ins Ausland anfühlen würde. Außerdem wollte ich mal etwas wagen und mehr von der Welt sehen. Man weiß nie, ob man eine solche Chance jemals wieder bekommt.

 

"Das war schon eine geile Zeit"

Bei Celta Vigo spielten Sie meist in der zweiten Mannschaft. Hatten Sie andere Erwartungen an Ihre Zeit dort?

Ich wurde ja zunächst für die zweite Mannschaft verpflichtet. Daher war es auch in Ordnung, dass ich in der ersten Saison zu keinem Einsatz für die Profis kam. Ich habe aber schon früh angefangen, bei der ersten Mannschaft mitzutrainieren. Die Vorbereitung für die darauffolgende Saison durfte ich dann komplett bei den Profis absolvieren. Ich kam dann immerhin zu neun Einsätzen in LaLiga, spielte gegen Top-Teams wie den FC Sevilla und den FC Valencia. Das war schon eine geile Zeit.

Dennoch ging es zunächst per Leihe nach Holland und dann fest nach Ingolstadt. Wieso?

Ich habe mich in Vigo wohlgefühlt und war stolz, dort erste Erfahrungen im Profibereich zu sammeln. Allerdings war ich mit meinen Einsatzzeiten nicht zufrieden. In meinem Alter finde ich es wichtig, zu spielen und nicht so oft auf der Bank zu sitzen.

Sie hatten doch bestimmt auch Angebote von Teams aus höheren Ligen.

Einige. Und am Ende habe ich mich für einen Wechsel in eine Liga entschieden, in der ich eigentlich gar nicht spielen wollte. (lacht) Ich bin selbstbewusst genug, um zu sagen, dass ich nicht dauerhaft in die 3. Liga gehöre. Das trifft aber auf den FC Ingolstadt auch zu. Die Bedingungen sind hervorragend und das Team ist klasse. Ich will dem Verein helfen, auf längere Sicht wieder in die 2. Liga zurückzukehren. Dafür nehme ich auch die deutsche Kälte in Herbst und Winter in Kauf – in Spanien war es zu dieser Zeit deutlich angenehmer (lacht).

Am Samstag ist der FSV Zwickau zu Gast beim FC Ingolstadt. Wie schätzen Sie den Gegner ein?

Zwickau ist eine gestandene Drittligamannschaft. Der FSV hat ein robustes Team, spielt "dreckigen" Fußball und ist unangenehm zu bespielen. Ich bin aber trotzdem guter Dinge, dass wir unseren Positivlauf fortsetzen. Unsere fußballerischen Qualitäten sind groß genug, um Zwickau in die Knie zu zwingen.

   
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