Eberwein im Interview: "Es ist Normalität eingekehrt"

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Im Interview mit liga3-online.de spricht Michael Eberwein von Fortuna Köln über den erlösenden 1:0-Erfolg gegen den FSV Zwickau, einen erkennbaren Aufwärtstrend bei der Fortuna, die kommenden Aufgaben gegen Braunschweig und in Jena und sein Leben weit weg von zuhause.

"Jetzt trägt seine Arbeit Früchte"

liga3-online.de: Beim 1:0 gegen den FSV Zwickau feierten Sie den ersten Sieg im neuen Jahr und erzielten den entscheidenden Treffer. Ein rundum gelungener Tag für Sie, oder Herr Eberwein?

Michael Eberwein: Durchaus, ja – das gilt aber nicht nur für mich, sondern für die gesamte Mannschaft. Es war ein ungemein wichtiger Sieg gegen einen direkten Abstiegskonkurrenten. In den letzten Wochen haben einige Teams von unten gepunktet. Nach unseren beiden Auftaktniederlagen zum Start ins neue Jahr gegen den Halleschen FC (0:1, Anm. d. Red.) und beim Karlsruher SC (1:3, Anm. d. Red.) brauchten wir dringend ein Erfolgserlebnis.

Trotz der Niederlagen waren die Leistungen gegen Halle (0:1) und beim KSC (1:3) nicht gerade schlecht. Man hat das Gefühl, dass es für Ihr Team wieder aufwärts geht. Woran liegt das?

Ich würde sagen, dass Normalität eingekehrt ist, nachdem die Hinserie sehr turbulent für uns war. Das lag vor allem am Trainerwechsel. Mit dem Abgang von Uwe Koschinat zum SV Sandhausen ging eine Ära zu Ende. Tomasz Kaczmarek ist ein komplett anderer Trainertyp, an den wir uns erst einmal gewöhnen mussten. Mittlerweile haben wir das getan. Ich denke, dass man das auch anhand unseres Formanstieges erkennen kann.

In der Hinserie hatte die Fortuna einen wochenlangen Durchhänger, zwischenzeitlich gab es fünfmal in Folge keinen Torerfolg sowie hohe Niederlagen gegen Wehen Wiesbaden (0:7) und in Unterhaching (0:6). Wie hat es Tomasz Kaczmarek geschafft, diese Durststrecke zu beenden?

Er hatte es nach dem Ende der Koschinat-Ära wie gesagt nicht einfach, die Mannschaft zu packen. Wir hatten nämlich nicht nur einen neuen Trainer, sondern sollten gleichzeitig auch ein neues System spielen. Das war eine große Umstellung. Tomasz Kaczmarek hat aber an seinem Plan festgehalten und trotz der vielen negativen Ergebnisse zu Beginn seiner Amtszeit das System beibehalten. Er hat nicht aufgegeben und war von seiner Philosophie überzeugt. Jetzt trägt seine Arbeit Früchte.

 

"Wir bis zum Saisonende eng zugehen"

Es folgen nun zwei weitere Spiele gegen Abstiegskonkurrenten. Am Samstag haben Sie Eintracht Braunschweig zu Gast, darauf die Woche geht es zum FC Carl Zeiss Jena. Befinden Sie sich gerade in einer besonders wichtigen Saisonphase?

Ich bin davon überzeugt, dass es im Abstiegskampf bis zum Saisonende eng zugehen wird. Es entscheidet sich in den nächsten Wochen also noch nichts. Fakt ist dennoch, dass Siege gegen die direkte Konkurrenz doppelt wertvoll sind. Wir wollen den Abstand auf die Abstiegszone weiter vergrößern.

Braunschweig hat sich in der Winterpause enorm verstärkt und startete mit zwei Siegen ins neue Jahr. Zuletzt gab es ein 2:3 gegen Wehen Wiesbaden. Wie schätzen Sie die Eintracht ein?

Es ist enorm schwer, Braunschweig aktuell einzuschätzen. Die Mannschaft hatte im Winter erneut einen großen Umbruch und ist mit dem Team in der ersten Saisonhälfte kaum noch zu vergleichen. Die bisherigen Leistungen zeigen aber, dass die Eintracht großes Potenzial hat und da unten eigentlich nicht reingehört. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass es für Braunschweig am Ende nicht für den Klassenverbleib reicht.

Sie kommen gebürtig aus Oberbayern, wurden im Nachwuchsbereich des FC Bayern München ausgebildet. 2015 ging es zunächst zur U23 des BVB, seit dieser Saison spielen Sie für Fortuna Köln. Wie wohl fühlen Sie sich so weit weg von zuhause?

Der Wechsel vom FC Bayern zum BVB im Jahr 2015 mit gerade einmal 19 Jahren war eine große Entscheidung. Es war meine erste Station außerhalb meiner Heimat und ich musste Familie, Freundin und Freunde verlassen. Mittlerweile habe ich mich aber zurecht gefunden und lebe gerne in Nordrhein-Westfalen. In Dortmund habe ich viele Freunde gefunden und das Leben im Ruhrpott schätzen gelernt. Der Schritt vom BVB zur Fortuna im Sommer war räumlich gesehen dann nicht mehr allzu groß. Auch Köln ist eine sehr schöne Stadt zum Wohnen.

   

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