Dynamo-Randale in Bayreuth: Imbiss zerstört, Toiletten demoliert

Über 3.500 Fans haben Dynamo Dresden am Samstag zum Auswärtsspiel nach Bayreuth (1:1) begleitet. Während der Großteil friedlich war, fielen einige wenige aus der Reihe und randalierten. Die Bilanz: Ein zerstörter Imbiss, demolierte Toiletten, ein Schaden in Höhe von bis zu 30.000 Euro und 14 verletzte Polizisten.

Nach der Pause eskaliert die Lage

Der erste Vorfall des Nachmittages ereignete sich nach Angaben der Polizei bereits vor dem Spiel beim Fanmarsch vom Bahnhof zum Stadion, nachdem die Fans aufgrund einer Zug-Verspätung erst um kurz vor 13 Uhr statt wie geplant um 12:30 Uhr eingetroffen waren. Neben dem Abbrennen von Pyrotechnik und vereinzelten Würfen mit Bechern und Flaschen griffen Anhänger einen Journalisten an und entrissen ihm gewaltsam zwei Kameras. Einsatzkräfte der Polizei eilten dem Medienvertreter zu Hilfe, dieser blieb beim Übergriff unverletzt.

Beim Einlass und während der ersten Halbzeit der Partie, die aufgrund der Zug-Verspätung mit einer 17-minütigen Verzögerung angepfiffen wurde, blieb es anschließend weitgehend friedlich. Nach Wiederanpfiff eskalierte die Situation vor 8.173 Zuschauern im Hans-Walter-Wild-Stadion jedoch. Wie die Einsatzkräfte schildern, hatte ein Ordner im Bereich des Gästeblocks um Hilfe gerufen, sodass eine Gruppe der Bereitschaftspolizei hinzukam. Diese wurde sofort durch Dynamo-Fans attackiert und mit Schlägen und Tritten angegriffen. Auch ein kontrollierter Rückzug der Einsatzkräfte konnte die Situation nicht beruhigen. Stattdessen brachen die Fans ein Tor auf und versuchten weiter auf die Polizisten einzuwirken. "Die Beamten konnten das Tor jedoch halten", heißt es.

Im Anschluss daran zerstörten die Anhänger das Inventar eines nahegelegenen Imbissstands und verwendeten es als Wurfgeschosse. Dabei bedrängten sie auch die im Stand beschäftigen Caterer. Bei dieser Auseinandersetzung wurden 14 Polizeibeamte verletzt, einer von ihnen musste sich in ärztliche Behandlung begeben. Auch auf Seiten der Fans gab es verletzte Personen. Den entstandenen Sachschaden schätzt die Polizei auf 20.000 Euro. Der Inhalt der Bargeldkasse in Höhe von 5.000 bis 10.000 Euro fehlt seitdem ebenfalls.

Toiletten demoliert

Außerdem demolierten Fans – wie schon in Aue – Teile der sanitären Anlagen im Gästebereich.

Dabei war die SpVgg Bayreuth gegenüber den Dynamo-Fans überaus gastfreundlich. Stadionsprecher Christian Höreth begrüßte die Dresdner als "geile Fans" und sagte: "Ihr gehört mit dieser Fan-Base mindestens in die 2. Liga." Erstgemeinte Worte, die einige Anhänger jedoch nicht davon abhielten, zu randalieren. Die Kriminalpolizei Bayreuth ermittelt nun in mehreren Fällen wegen schweren Landfriedensbruchs. Dabei sollen auch das aufgenommene Foto- und Videomaterial ausgewertet werden.

Dynamo, das die Randale am Tag danach verurteilte und als "über alle Maße enttäuschend" bezeichnete, muss unterdessen mit einer neuerlichen Geldstrafe durch den DFB rechnen. Auch für die entstandenen Sachschäden wird die SGD wohl aufkommen müssen.

   
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