Dynamo-Krise verschärft sich: "Jeder muss sich hinterfragen"

Seit fünf Spielen ohne Sieg und bereits acht Punkte hinter einem direkten Aufstiegsplatz: Die Krise bei Dynamo Dresden hat sich durch die 0:2-Pleite beim SV Wehen Wiesbaden am Dienstagabend weiter verschärft. Trainer Markus Anfang wurde im Anschluss emotional und holte zu einer Wutrede aus, Manuel Schäffler richtete einen Appell an seine Mitspieler.

"Haben die Kacke am Schuh"

Minutenlang redete Anfang nach Spielende im Kreis auf seine Mannschaft ein – und das durchaus energisch, wie Gestik und Mimik vermuten ließen. Was er gesagt hat, darüber gab der 48-Jährige anschließend bei "MagentaSport" Auskunft – und das ebenfalls emotional: "Wir sind in der zweiten Halbzeit nur in der gegnerischen Hälfte, haben einen Standard nach dem anderen, haben Torraum- und Strafraumszenen. Wiesbaden hat keine einzige und gewinnt dann. Am Ende müssen wir Tore machen und es auch wollen. Sonst können wir keine Spiele gewinnen." In der Tat war Dynamo vor allem in der zweiten Halbzeit überlegen – jedoch ohne Ertrag. Unter dem Strich steht in 90 Minuten gerade mal ein Schuss aufs Tor. "Man kann viel machen und das Spiel dominieren, aber am Ende geht es darum, sich da vorne mal durchzusetzen." Das gelang den Sachsen an diesem Dienstagabend nicht.

Wie es geht, zeigten die Hessen nach 79 Minuten, als Max Reinthaler nach einer Ecke zum Siegtreffer einköpfte. "Wiesbaden kommt einmal nach vorne, bekommt einen Standard, schießt das Tor und gewinnt 1:0. Das ist dann irgendwann auch einfach zu leicht", schimpfte Anfang und ärgerte sich "wahnsinnig darüber", ein Gegentor nach einem Standard bekommen zu haben. "Wir können nicht immer sagen, dass wir gut im Spiel waren. Da müssen wir auch mal was zeigen und uns selber durchsetzen, um die Tore zu machen." Oder wie es Kevin Ehlers gegenüber dem "MDR" formulierte: "Wir haben die Kacke am Schuh."

Schäffler appelliert an die Mitspieler

Manuel Schäffler haderte bei der Rückkehr an die alte Wirkungsstätte ebenfalls mit der fehlenden Durchschlagskraft: "Uns fehlt dieses Gefühl, in den gefährlichen Raum zu kommen, auch mal reinzudribbeln oder zu schießen. Das ist dann auch einfach dünn und tut unfassbar weh. Der letzte Pass war oft schlampig. Wenn wir schießen müssen, dann spielen wir ab." Und auf der anderen Seite müsse der Gegner derzeit nicht viel machen, "um Tore gegen uns zu schießen". Jeder Einzelne müsse jetzt hart mit sich ins Gericht gehen und sich hinterfragen, ob er alles reingeworfen und abgerufen hat, appellierte Schäffler an seine Mitspieler. "Da darf sich keiner rausnehmen."

Durch das fünfte sieglose Spiel in Folge ist Dynamo auf Rang 8 abgerutscht und liegt bereits acht Punkte hinter einem direkten Aufstiegsplatz. Selbst zum Relegationsrang sind es bereits sieben Zähler. Sollte 1860 München am heutigen Mittwochabend in Freiburg punkten, würde der Rückstand noch weiter anwachsen. Umso bemerkenswerter daher die Tatsache, dass die Spieler von den mitgereisten Fans nach Spielende dennoch gefeiert wurden.

Arslan und Kutschke gesperrt

"Wir müssen jetzt auf jeden Fall eine gehörige Leistungssteigerung in allen Bereichen hinkriegen, um das Ding irgendwie über die Linie zu bekommen", forderte Schäffler vor dem letzten Spiel des Jahres gegen den FSV Zwickau am Samstag. Ahmet Arslan und Stefan Kutschke werden diesem Duell nicht beiwohnen können, nachdem sie jeweils die fünfte gelbe Karte gesehen haben. Zudem droht Claudio Kammerknecht auszufallen, nachdem er verletzt vom Platz musste. Im Winter könnte es dann Veränderungen am Kader geben, wie Anfang durchblicken ließ: "Wir haben Zeit gehabt, uns das eine oder andere anzugucken. Jetzt müssen wir vielleicht etwas nachjustieren." Damit der Aufstiegszug nicht ohne Dynamo abfährt.

   
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