Dynamo Dresden: Stadt will Mietzuschuss für Stadion streichen

Der SG Dynamo Dresden drohen neben den fehlenden Zuschauereinnahmen auch bei der Stadionmiete hohe Verluste. Die Stadt Dresden plant, die finanzielle Unterstützung in den kommenden beiden Jahren auszusetzen.

Entscheidung am Donnerstag

Wie die "Bild" berichtet, will die Stadt den vertraglich beschlossenen Mietzuschuss in Höhe von 1,5 Millionen Euro jährlich für die Jahre 2021 und 2022 nicht mehr zahlen. Diese ligaunabhängige Summe, die in den vergangenen Jahren immer geflossen ist, sei nicht im Finanzplan der Stadt Dresden vorgesehen. 2014 war beschlossen worden, dass die 1,5 Millionen Euro bis 2039 jedes Jahr als Zuschuss für die vergleichsweise hohe Miete des Rudolf-Harbig-Stadions fließen sollen.

Die endgültige Entscheidung liegt nun beim Stadtrat, der am Donnerstag über den Finanzplan abstimmt. Sollte es bei dem Vorhaben bleiben, müsste Dynamo einen Verlust von drei Millionen Euro in den kommenden beiden Jahren verkraften. Interimsgeschäftsführer Enrico Kabus verdeutlicht den Ernst der Lage: "Das kann eher auf kurz, als auf lang nicht gut gehen. Statt langfristig die Bundesliga ins Visier nehmen zu können, würde allenfalls die dritte Liga in Dresden zum Alltag werden."

Eigenkapital gefährdet

Das fällt besonders deshalb ins Gewicht, da den Sachsen aufgrund der Corona-Pandemie seit März die Zuschauereinnahmen fehlen. In der aktuellen Drittliga-Saison könnte dadurch ein Schaden von sechs Millionen Euro entstehen, sollte bis zum Saisonende vor leeren Rängen gespielt werden müssen.

Hinzu kommt, dass die Stadt vor einigen Wochen schon einen Rückzieher gemacht hatte, der die SGD finanziell hart traf: Die zugesicherte Million als Zuschuss für das neu gebaute Trainingszentrum wurde fallengelassen. Zwar hat Dynamo in den vergangenen Jahren über sieben Millionen Euro Schulden abgebaut und ein Eigenkapital in Höhe von zehn Millionen Euro angehäuft, doch angesichts der aktuellen finanziellen Entwicklungen könnte sich die Lage schnell wieder verschärfen. Laut Vertrag muss die Stadt den Stadionzuschuss bis 2039 aber ohnehin bezahlt haben. Wenn sie die Zahlungen in den kommenden beiden Jahren also ausfallen lässt, müsste sie das Geld zu einem späteren Zeitpunkt nachträglich trotzdem noch überweisen.

 
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