Dynamo Dresden: Schon 1,1 Millionen Euro Strafe seit 2010

300.000 Euro! Zu dieser Summe hat das DFB-Sportgericht die SG Dynamo Dresden nach den Vorfällen bei den Spielen gegen Schalke und Kaiserslautern am Montag verurteilt. Es ist der vorläufige Höhepunkt einer ganzen Reihe von Strafzahlungen in den letzten Jahren, die seit 2010 insgesamt rund 1,1 Millionen Euro ausgemacht haben.

Gesamtschaden bei fast zwei Millionen Euro

Wer im Archiv der DFB-Homepage nach "Geldstrafe Dynamo Dresden" sucht, dem werden aus den letzten zwölf Jahren stolze 48 Einträge angezeigt. 89.900 Euro für die Pyroshow im Berliner Olympiastadion 2019, 75.000 Euro für die "Krieg dem DFB"-Aktion in Karlsruhe 2017, 60.000 Euro für die Ausschreitungen auf Schalke 2021 und am Montag schließlich 300.000 Euro wegen der jüngsten Vorkommnisse gegen Schalke und Lautern: Das waren die höchsten Zahlen der letzten zwölf Jahre. Insgesamt belaufen sich die Strafzahlungen im angegebenen Zeitraum auf rund 1,1 Millionen Euro. Nur der HSV (1,23 Millionen Euro), Eintracht Frankfurt (1,27 Millionen Euro) und Borussia Dortmund (1,18 Millionen Euro) mussten noch mehr zahlen.

Bezieht man aber nicht nur die Geldstrafen, sondern den Gesamtschaden durch Geisterspiele, Blocksperren und Wettbewerbs-Ausschlüsse mit ein, ist Dynamo deutschlandweit trauriger Spitzenreiter. Gleich zweimal bekamen die Sachsen ein Geisterspiel aufgebrummt: 2012 gegen Ingolstadt und 2015 gegen Rot-Weiß Erfurt. Hinzu kommen kommen mehrere Teilausschlüsse, zudem wurde die SGD für die Saison 2013/14 vom DFB-Pokal ausgeschlossen. Insgesamt entstand abseits der Geldstrafen ein Schaden von über 700.000 Euro.

Bekommen die Dresdner die Probleme auf den Rängen nicht in den Griff, droht schon bald der nächste Teilausschluss oder ein Geisterspiel. Selbst ein Punktabzug wäre wohl nicht ausgeschlossen. "Umso wichtiger ist es, dass wir die interne Aufarbeitung und den engen Dialog mit allen beteiligten Parteien fortsetzen, um das notwendige Umdenken zu erreichen", sagte Geschäftsführer Jürgen Wehlend am Montag und kündigte an: "Den vielen Worten müssen jetzt Taten folgen."

Fanhilfe kritisiert Strafmaß

Kritik an der neuerlichen Geldstrafe gibt es derweil von der Fanhilfe der SG Dynamo Dresden. In einer Stellungnahme verurteilt die "Schwarz-Gelbe Hilfe" den Beschluss des DFB-Sportgerichts "auf das Schärfste". Weder Kollektiv- noch überzogene Geldstrafe seien aus Sicht der Fanhilfe ein geeignetes Mittel zur Prävention solcher Vorkommnisse wie beim Relegationsrückspiel gegen Kaiserslautern. Geldstrafen wie die nun verhängte würden die Konflikte zwischen Fanszenen und dem DFB weiter anheizen. "Vorhandene Probleme werden durch immer höhere Summen nicht gelöst, sondern verschärfen sich weiter", so Fanhilfe-Vorstand Danny Graupner.

Die "Schwarz-Gelbe Hilfe" fordert daher die Beendigung der Sportgerichtsurteile im Gießkannenprinzip gegenüber Vereinen, aber auch Fußballfans. Des Weiteren müsse die Kriminalisierung von pyrotechnischen Gegenständen in den Fanblöcken ein Ende nehmen. "Bengalos gehören zum gängigen Stimmungsbild, gegenwärtig sind diese trotz vieler Dialogangebote und Konzepten seitens der bundesdeutschen Fankurven verboten. Dennoch werden sie immer wieder gezündet. Hier muss ein grundlegendes Umdenken seitens des Fußballverbands stattfinden", fordert Graupner. Ob die Worte beim DFB Gehör finden werden? Sehr Unwahrscheinlich – gerade nach den jüngsten Ereignissen bei den Dynamo-Spielen.

 
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