Dynamo trotz Abstieg finanziell gut aufgestellt – Trio umworben

Trotz der Coronakrise sind die Kassen bei Zweitliga-Absteiger Dynamo Dresden gut gefüllt, sparen müssen die Sachsen nicht. Derweil weckt ein Trio Begehrlichkeiten.

Millionen-Summe aus Rettungsschirmen

Stolz verkündete Michael Born als kaufmännischer Geschäftsführer auf der Mitgliederversammlung im vergangenen November ein auf zehn Millionen Euro angewachsenes Festgeldkonto. Anzapfen musste Dynamo das Geld trotz der Coronakrise offenbar nicht – aus mehreren Gründen. Zum einen sparte der Klub durch die schwache Saison Punkt- und Nichtabstiegsprämien, zum anderen erhält die SGD 600.000 Euro aus einem Solidaritätsfonds für Zweitliga-Absteiger und 500.000 Euro aus einem Nachwuchs-Fördertopf, wie Born der "Sächsischen Zeitung" sagte. Darüber hinaus haben laut dem Geschäftsführer etwa die Hälfte der Dauerkartenbesitzer keine Rückgabeforderungen wegen der Geisterspiele gestellt. Auch 92 Prozent der Sponsoren haben auf Kompensationen verzichtet – damit musste Dynamo nur 400.000 statt 775.000 Euro zurückzahlen.

"Von allen 15 Vereinen der 1. und 2. Liga, die Sportfive betreut, ist das die höchste Quote. Das hat uns sehr geholfen, schließlich ging es um einen siebenstelligen Betrag", sagte Born. Nun will Dynamo in den Wiederaufstieg investieren: "Wir werden jetzt – gerade auch wegen Corona – Eigenkapital einsetzen müssen, um wieder in die 2. Liga zu kommen", blickt der 52-Jährige voraus, betont aber auch: "Wir gehen (…) nicht All In. Es wäre unseriös, das, was wir uns über Jahre aufgebaut haben, auf einmal auszugeben." Kündigungen soll es derweil nicht geben.

Broll, Nikolaou und Ehlers zu halten?

Wer für das Projekt Wiederaufstieg zur Verfügung steht, ist noch offen. Auch eine Woche nach der offiziellen Vorstellung von Sportchef Ralf Becker hat sich die SGD bislang nicht zu Personalien geäußert. Durchgesickert ist aber, dass Baris Atik und Patrick Ebert keine neuen Verträge erhalten. Auch Alexander Jeremejeff, Linus Wahlqvist, Marco Terrazzino und Godsway Donyoh werden künftig nicht mehr für Dynamo auflaufen. 14 Spieler stehen momentan unter Vertrag – ob alle bleiben, ist offen.

Nach Angaben der "Sächsischen Zeitung" wird vor allem ein Trio umworben: Während Stammkeeper Kevin Broll das Interesse des 1. FC Köln geweckt haben soll, hat Erzgebirge Aue offenbar seine Fühler nach Jannis Nikolaou ausgestreckt. Nach Informationen von liga3-online.de kann der 26-jährige Mittelfeldspieler von einer Austiegsklausel Gebrauch machen. Der 19-jährige Kevin Ehlers soll bei mehreren Klubs auf dem Zettel stehen. Ihn zu halten, dürfte schwer werden, gehört er doch zu den wenigen Lichtblicken. Gespräche führt der Verein derweil mit Marco Hartmann, Heidenheim-Leihgabe Patrick Schmidt und nach unseren Recherchen auch mit Jannik Müller. Klar scheint: Das Gesicht der Mannschaft wird sich wohl deutlich verändern. Doch aufgrund gut gefüllter Kassen wird die SGD einen Kader zusammenstellen können, der um den Aufstieg mitspielen dürfte.

   
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