Duisburgs "bitterer Abend" beim SCP – Knoll von Fotograf beleidigt?

Statt mit einem Sieg erstmals seit dem 1. Spieltag auf einen Nicht-Abstiegsplatz zu springen, musste der MSV Duisburg beim 1:2 in Münster nach zuletzt zwei Siegen in Folge einen Dämpfer hinnehmen. Trainer Boris Schommers sprach von einem bitteren Abend, während Marvin Knoll offenbar von einem Fotografen beleidigt worden war. 

"Hat mich aufs Tiefste beleidigt"

Er war nach Spielende sichtlich aufgebracht, gestikulierte wild in Richtung Spielfeldrand und war kaum zu beruhigen, MSV-Verteidiger Marvin Knoll. Der 33-Jährige ärgerte sich in dieser Szene aber nicht über die Niederlage, auch gegnerische Spieler oder Verantwortliche waren nicht der Grund dafür, warum er so in Rage war. "Das ging gegen einen Fotografen, der mich aufs Tiefste beleidigt und mir den Mittelfinger gezeigt hat. Das muss nicht sein, man kann etwas mehr Respekt haben", monierte der Abwehrspieler. "Da bin ich kurz aus mir raus gegangen." Knoll versuchte, den Vorfall schnell abzuhaken, konnte aber auch seinen Frust über den bitteren Spielverlauf nicht verbergen.

"Wir müssen in den ersten fünf Minuten zwei Tore machen", spielte er auf die vergebenen Großchancen von Ginczek (2.) und Esswein (4.) an. "Stattdessen bekommen wir eine rote Karte", nachdem Joshua Bitter als letzter Mann Joel Grodowski zu Fall gebracht hatte (26.). "Dann läufst du natürlich mit einem Mann weniger hinterher. Wir wollten versuchen, die Null zu halten und dann Konter zu setzen. Das ist uns nicht gelungen." Stattdessen schlug Münster nur 26 Sekunden nach Beginn der zweiten Halbzeit zu und legte nach 74 Minuten noch einen zweiten Treffer nach. Bakir (82.) brachte den MSV zwar nochmal ran, doch in der Nachspielzeit machte der SCP dann alles klar. "Wir haben uns viel vorgenommen und alles gegeben, am Ende ist es sehr, sehr bitter, dass wir verloren haben."

Schommers moniert "leichtfertige Fehler"

Trainer Boris Schommers sprach indes nicht von einer bitteren, sondern einer "verdienten Niederlage". Zwar lobte er den Einsatz der Mannschaft: "In 64-minütiger Unterzahl gegen die beste Mannschaft der Rückrunde so zu spielen, ist top und zeigt, welchen Zusammenhalt wir haben. Was Kampf und Leidenschaft angeht, muss man den Hut ziehen." Jedoch habe sein Team "viel zu viele" leichtfertige Fehler gemacht. "Wie wir uns selbst bestraft und um den Lohn gebracht haben, ist sehr ärgerlich." Zum einen monierte Schommers die beiden vergebenen Großchancen direkt zu Beginn: "Da müssen wir 1:0 in Führung gehen."

Zum anderen kritisierte Duisburgs Coach das Abwehrverhalten von Bitter, das zur roten Karte führte. "Er darf da niemals so runtergehen. Damit hat er uns mal wieder einen Bärendienst erwiesen", spielte Schommers darauf an, das Bitter bereits beim Spiel gegen Halle Mitte Januar eine unnötige rote Karte gesehen hatte, die dazu führte, dass Duisburg das Spiel noch komplett aus der Hand gegeben hatte. Gleichwohl sah der 45-Jährige in dieser Szene nicht nur Bitter in der Verantwortung: "Das fängt schon vorher an, weil wir nicht gut gegen den Ball stehen. Die rote Karte ist dann das Ende vom Lied." Unter dem Strich ein "bitterer Abend" für den MSV, der in der Abstiegszone hängen bleibt und am Sonntag wieder bis auf fünf Punkte hinter das rettende Ufer zurückfallen könnte. So oder so muss im Heimspiel gegen Dortmund II am kommenden Samstag unbedingt wieder ein Sieg her.

   

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