Gleich im Ticker: Betreibt Hansa Rostock Wiedergutmachung?

Als  am vergangenen Spieltag die Hansekogge aus Rostock den Eisberg namens Darmstadt rammte und sechs Löcher im eigenen Bug beklagen musste, hatte sie plötzlich mehr als nur Schlagseite – das Mannschaftsboot ist gnadenlos gekentert. Darmstadt spielte euphorisch Schiffe versenken und landete einen Treffer nach dem anderen. Die Duisburger See hat sich andererseits aufgrund des 1:0 Auswärtserfolges bei Holstein Kiel etwas beruhigt, nachdem die Zebras am vorletzten Spieltag ebenfalls gegen Darmstadt untergingen – wenn auch „etwas knapper“ mit 0:4. Beide Vereine werden am Freitag um 19 Uhr mit aktuell 14 Punkten und einer identischen Bilanz (4-2-4) in der Schauinsland-Reisen-Arena auflaufen, wobei der MSV wegen der etwas besseren Tordifferenz auf Rang elf liegt. Drei Punkte wären für beide Mannschaften eine erneute Gelegenheit, erneut etwas Druck auf die oberen Regionen auszuüben, zumal sich Erfurt und Osnabrück – ebenso ein Nachbarschaftsduell (Samstag, 14 Uhr) – gegenseitig die Punkte stehlen könnten.

Die Bilanz spricht für Rostock

In vielerlei Hinsicht erwartet den MSV Duisburg ein schwieriges Spiel am Freitag unter Flutlicht: Zunächst spricht die Bilanz für die Mannschaft aus Mecklenburg-Vorpommern, die im Aufeinandertreffen mit den Zebras elf Mal als Sieger und sechs Mal als Verlierer vom Platz ging; fünf Mal gab es ein Remis. Des Weiteren leidet Duisburg unter einer eklatanten Heimschwäche, obwohl die Stimmung bisher unumstritten überzeugte und motivierte (liga3-online sprach auch diesbezüglich mit Kevin Wolze). Lediglich Burghausen ist im eigenen Rund schlechter. Zu guter Letzt übernahm der MSV des Öfteren die Rolle des Aufbaugegners für aktuell verunsicherte Mannschaften auf der Suche nach alter Stabilität. Neben dem Langzeitverletzten Jens Wissing muss Karsten Baumann weiterhin auf Athanasios Tsourakis verzichten. Alle weiteren Kicker meldeten sich einsatzbereit, um Baumanns Plan der Wiedergutmachung umzusetzen: „Wir wollen die Zuschauer gegen Darmstadt entschädigen. Wir nehmen uns ganz klar vor, das Heimspiel zu gewinnen.“ Als Beispiel soll dafür das Spiel gegen Erfurt dienen. Doch nicht nur Duisburgs Zuschauer warten auf Entschädigung: Das Rostocker Publikum erwartet ebenfalls mit Spannung die Performance der eigenen Mannschaft. „In der Videoanalyse nach dem gestrigen Training haben wir uns die vielen Fehler, die wir gemacht haben, angeschaut. Die Naivität müssen wir abstellen, ganz klar. Dennoch dürfen wir nicht unsere Unbekümmertheit verlieren und müssen gegen Duisburg eine anständige Reaktion zeigen“, so der Hansa-Coach. Wegen Schien- und Wadenbeinbruch muss Andreas Bergmann weiterhin auf Ken Leemans verzichten. Darüber hinaus werden aller Voraussicht nach Milorad Pekovic sowie Johan Plat passen müssen. Mustafa Kucukovic wird wegen Rotsperre eine Zwangspause einlegen.

Die passende Antwort besteht nur aus Punkten

Um dem eigenen Publikum die Entschuldigung passend zu übermitteln, zählt für beide Clubs nur der Dreier. Rund 700 mitgereiste Fans aus Rostock werden an der Wedau erwartet, die ganz genau hinschauen werden, wenn die 90-minütige Entschädigung für das verlorene Spiel gegen Darmstadt startet. Duisburgs Heimschwäche ist nicht nur in Rostock bekannt – bleibt abzuwarten, ob sich die Mannschaft von der Ostsee auf das Kontern beschränkt und dem MSV den schwierigen Teil des Agierens überlässt, der die Meidericher in der Vergangenheit oft zu Fehlern in der eigenen Abwehr zwang. Da in der Sportschau Freitagsspiele nicht berücksichtigt werden, wird die Partie damit einhergehend auch nicht im Livestream zu verfolgen sein.

FOTO: Sebastian Ahrens / rostock-fotos.de

 

   
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