Duell der Ungeschlagenen: Münster empfängt Erfurt

Dass das Duell zwischen dem SC Preußen Münster und Rot-Weiß Erfurt das Topspiel des 3. Spieltags sein würde, war vor der Saison so sicherlich nicht zu erwarten. Die Adlerträger gelten als eine der besten Mannschaften der 3. Liga und untermauerten nach dem ordentlichen Saisonstart (vier Punkte aus zwei Spielen) ihre Favoritenrolle auf den Aufstieg. Die Erfurter dagegen sind eine der Überraschungen der noch jungen Saison und reisen am Samstag (14:00 Uhr, live auf sportschau.de) mit einer blütenweißen Weste von sechs Punkten und null Gegentoren an die Hammer Straße.

Manno vor Pflichtspieldebüt

Als Favorit dürften dennoch die Preußen ins Spiel gehen. Nach dem 3:0 zum Saisonauftakt gegen Wacker Burghausen und dem glücklichen, am Ende aber auch nicht ganz unverdienten, 2:2-Unentschieden gegen RB Leipzig tankte die Elf von Coach Pavel Dotchev am vergangenen Wochenende noch einmal kräftig Selbstvertrauen. In der ersten Runde des DFB-Pokals setzen sich die Münsteraner dank eines Treffers von Pokalheld Matthew Taylor mit 1:0 gegen den Zweitligisten FC St. Pauli durch. Auch die personelle Situation dürfte Dotchev keine Sorgenfalten bereiten. Bis auf Kevin Schöneberg und Robin Neupert kann der Bulgare auf den kompletten Kader zugreifen. Während die Startelf bereits feststehen dürfte, scheint einmal mehr eine andere Frage Spannung zu bereiten: Wer darf auf der Ersatzbank Platz nehmen? Aufgrund der U23-Regel musste Dotchev zuletzt auf den eigentlich etablierten Verteidiger Patrick Kirsch verzichten. Weil Neuzugang Gaetano Manno seinen Trainingsrückstand größtenteils aufgeholt hat und erstmals in dieser Saison im Kader der Adlerträger stehen könnte, spitzt sich die Situation weiter zu. Ein Kandidat für die Tribüne ist Neuzugang Michael Holt.

„Konzentrieren uns auf unser Spiel“

Aus dem Vollen schöpfen kann aber auch Dotchevs Gegenüber Walter Kogler. Dass das alleine natürlich nicht reicht, um an der Hammer Straße für eine Überraschung zu sorgen, weiß man in Erfurt aber ganz genau: „Münster ist eine kompakte Mannschaft. Ich habe sie im Pokal beobachtet. Das Spiel wirkt routiniert und in sich geschlossen“, so Kogler auf der Pressekonferenz am Donnerstag. „Natürlich werden wir uns auf einige Eigenheiten des Gegners vorbereiten. Dennoch wollen wir vor allem unsere Stärken zeigen und konzentrieren uns eher auf das eigene Spiel.“ Mit dieser Taktik fahren die Erfurter in dieser Saison auch bislang sehr gut. Nach dem 1:0-Erfolg zum Auftakt gegen die Stuttgarter Kickers feierten die Rot-Weißen am 2. Spieltag einen enorm wichtigen 3:0-Sieg im Ostduell gegen den Halleschen FC. Aufbruchstimmung herrscht in Thüringen aber nicht nur aufgrund des sportlichen Höhenflugs, sondern auch wegen Niklas Kreuzer. Der deutschen U20-Nationalspieler wechselte unter der Woche vom Schweizer Topclub FC Basel nach Erfurt. Am Samstag wird Kreuzer allerdings noch nicht im Kader stehen; er befindet sich noch im Trainingsrückstand.

Obwohl die Preußen als Favorit ins Spiel gehen werden, wird das Duell gegen Rot-Weiß Erfurt alles andere als ein Selbstläufer. Die Kogler-Elf reist mit viel Selbstvertrauen an die Hammer Straße und hat trotz des sehr guten Saisonstarts gegen Münster nichts zu verlieren. Die Adlerträger dagegen müssen nach dem Remis gegen RB Leipzig wieder einen Dreier holen, um nicht schon zu Saisonbeginn einem kleinen Rückstand auf die Aufstiegsplätze hinterherzulaufen.

Voraussichtliche Aufstellungen:

Preußen Münster:

Masuch – Siegert, Schmidt, Kühne, Hergesell – Truckenbrod, Bischoff, Piossek, Grote – Kara, Taylor

Rot-Weiß Erfurt:

Klewin – Odak, Laurito, Kleineheismann, Czichos – Möhwald, Pfingsten-Reddig, Engelhardt, Öztürk – Tunjic, Brandstetter

FOTO: Marcel Junghanns / Klettermaxe Photografie

   
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