3:1 in Überzahl: Münster besiegt Duisburg und springt auf Platz 4

Im Freitagsspiel des 27. Spieltages setzte der SC Preußen Münster seinen Lauf mit einem 3:1 gegen den MSV Duisburg fort. Die Zebras starteten mutig und ließen sich auch von einer roten Karte gegen Bitter (26.) nicht unterkriegen. Nach dem Wiederanpfiff trafen Bouchama (46.) und Wegkamp (74.) für den SCP, ehe Duisburg verkürzen konnte (81.). In der Nachspielzeit machten die Adlerträger aber alles klar, feierten den dritten Sieg in Folge und rücken vorerst auf Platz 4 vor. Duisburg hingegen verpasst es, über den Strich zu springen.

Duisburg vor und nach dem Platzverweis gefährlicher

Ohne Niederlage im neuen Jahr ging Preußen Münster in das Spiel. Dementsprechend sah Trainer Hildmann auch keinen Anlass für eine Veränderung seiner Startelf gegenüber dem 3:0 in Lübeck. Bei den zuletzt zwei Mal in Folge siegreichen Duisburgern kehrte Mittelfeldspieler Castaneda nach seiner Gelb-Sperre zurück und verdrängte Zenga wieder auf die Bank. In den Anfangssequenzen waren die Gäste um Ballsicherheit bemüht und hatte nach 80 Sekunden bereits die Riesenchance auf das 1:0. Nach einem langen Ball hinter Kette war Esswein frei durch und legte quer auf Ginczek, doch Scherder kam im letzten Moment dazwischen, lenkte die Kugel leicht ab und irritierte damit den Stürmer, der aus Kurzdistanz am leeren Tor vorbeischoss. Kurz darauf zog Bitter nach innen und steckte auf Esswein durch, dessen Schuss aus elf Metern deutlich drüber ging (4.). Nachdem der MSV die ersten Minuten bestimmte, kamen die Hausherren durch Standards zu erste Abschlüssen. Zuerst landete ein Kopfball von Koulis nach einer Ecke in den Armen von Vincent Müller, der wenige Augenblicke später erneut nach einem Kopfball zupacken musste (8.). In der 12. Minute brandete plötzlich ein Torjubel im Stadion auf, doch Deters stand im Abseits.

Nach dieser ereignisreichen Phase beruhigte sich das Geschehen ein wenig. Münster übernahm das Kommando, aber die Zebras standen kompakt hinten drin und ließen keine freie Schussbahn zu. In der 19. Minute sah Michelbrink den ersten gelben Karton nach einem rüden Einsteigen. Nach 21 Minuten schaltete Duisburg gut um, Bitter ging bis an die Grundlinie herunter und gab in die Strafraummitte, wo Michelbrink die Kugel allerdings nicht richtig traf. Als die Gäste sich gerade wieder Vorteile erarbeiteten, verlängerte Batmaz einen hohen Ball auf Grodowski, der von Bitter als letzter Mann abgegrätscht wurde. Klarer Fall: Der Verteidiger sah glatt Rot (26.). Den anschließenden Freistoß von Mrowca fälschte die Mauer zur Ecke ab, bei der Münster in einen gefährlichen Konter lief: Pledl setzte sich im Alleingang durch und scheiterte im Sechzehner aus spitzem Winkel an Schulze Niehues (28.).

Drei Minuten später wurde Pledl vor der linken Strafraumkante gefoult und zirkelte den Freistoß direkt in die Arme des Preußen-Torwarts. Trotz Unterzahl spielte der MSV weiter couragiert nach vorne, während sich die Heimelf weiterhin schwer damit tat, Wege durch die Deckung zu finden. Nur mit Eckbällen kamen sie vor das gegnerische Gehäuse, doch Koulis köpfte in der 36. Minute nur den im Abseits stehenden Grodowski an. Fünf Minuten vor der Pause gab es eine kurze Unterbrechung, weil Esswein zu Boden ging und sich die Schulter hielt. Nach kurzer Behandlung betrat er wieder den Platz. Der SCP spielte seine Überlegenheit unzureichend aus, handelte sich stattdessen noch zwei gelbe Karten wegen taktischer Fouls ein. Zunächst wurde Mrowca verwarnt, und dann traf es Deters, der Kölle umriss, nachdem Münster erneut aus einer eigenen Ecke heraus in einen Konter lief. Torlos ging es in die Halbzeitpause.

Joker schießen Münster zum Sieg

Zur zweiten Hälfte kam Bouchama für den vorbelasteten Deters auf den Platz und sollte für frische offensive Impulse sorgen. Und sofort war der Joker schon zur Stelle: ter Horst trieb über rechts an und gab in die Mitte, wo Bouchamas erster Versuch geblockt wurde, aber das Leder landete vor seinen Füßen, sodass er zum 1:0 abstauben konnte. Hildmann reagierte auf die Führung: Er nahm den verwarnten Mrowca raus und brachte Preißinger. Die Adlerträger ließen den Ball nun laufen, fanden zunächst allerdings keine weitere Lücke im Deckungsverbund. In der 57. Minute brachte Pledl einen Freistoß aus dem Halbfeld herein, der nach ungenauer Abwehraktion im Rückraum bei Esswein landete, doch sein Schuss wurde geblockt. Kurz darauf war Schluss für ihn, und Robin Müller kam nahm seinen Platz ein. Zudem wurden Bakir für Ginczek und Zenga für Michelbrink eingewechselt.

Die Gäste erarbeiteten sich weiter Kontergelegenheiten und erzwangen damit eine weitere gelbe Karte gegen Scherder (61.). Immer wieder spielten der Gastgeber die Angriffe ungenau zu Ende. In der 66. Minute hielt Lorenz aus spitzem Winkel direkt drauf, und Müller konnte nur nach vorne abprallen lassen. Im direkten Anschluss sah Feltscher Gelb nach einem hohen Bein gegen Schad, den fälligen Freistoß zog Lorenz direkt auf Müller, der zur Ecke faustete. Nach 72 Minuten löste Wegkamp Batmaz im Sturm ab und stach ebenfalls direkt zu. Scherder hatte auf rechts zu viel Platz und flankte so hinein, dass Wegkamp nur noch den Fuß hineinhalten musste (74.). Nun schien die Moral der Zebras gebrochen, und Münster blieb am Drücker. Nach Flanke von Lorenz köpfte Wegkamp in die Mitte, wo Knoll per Kopf klärte (76.). Der anschließende Eckball rutschte zu Grodowski am zweiten Pfosten durch, aber er traf die Kugel nicht richtig.

Der MSV gab sich dennoch nicht geschlagen: Robin Müller setzte sich auf rechts gegen Koulis durch, und seine Hereingabe vollendete Bakir zum Anschluss (81.). Der Treffer gab noch einmal Auftrieb, und nach einer Münsteraner Ecke konterte Duisburg über Bakir und Köther, dessen Eingabe zur Ecke geklärt wurde. Die Zebras probierten alles, fingen sich in der Nachspielzeit aber noch das 1:3. Steczyk eroberte den Ball und Oubeyapwa legte vor für Wegkamp, der den Doppelpack schnürte (90.+5). Mit dem dritten Sieg in Folge kletterte Preußen vorerst auf den vierten Platz und verringerte den Rückstand auf den Relegationsplatz auf vier Zähler. Die nächste Aufgabe lautet Erzgebirge Aue. Duisburg erlitt nach zwei Siegen wieder einen Dämpfer und verpasste den möglichen Sprung über den Strich. Weiter geht es mit einem Heimspiel gegen Borussia Dortmund II.

   
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