Drei Gründe für die Siegesserie des VfB Lübeck

Vier Spiele, vier Siege: Der VfB Lübeck hat nach dem schwachen Saisonstart in den letzten Wochen den Turbo gezündet. liga3-online.de nennt drei Gründe für die Siegesserie.

Grund 1: Team wird abgezockter

Fünfmal mussten sich die Lübecker an den ersten sieben Spieltagen geschlagen geben, zwei Punktgewinne gegen Saarbrücken und Duisburg waren bereits das höchste der Gefühle. Dabei lief es für den Aufsteiger gar nicht so schlecht, in gleich vier der sieben Partien gingen die Lübecker sogar in Führung. Nur kam dabei selten der gewünschte Ertrag für den gelieferten Aufwand heraus, sodass von Lehrgeld gesprochen werden kann. Das hat der Vorjahres-Meister der Nord-Staffel mittlerweile aber gezahlt.

"In der Zeit vorher haben wir gute Leistungen abgerufen, aber leider haben kleine Dinge den Ausschlag gegeben, dass wir nicht gewonnen haben. Vielleicht sind wir jetzt etwas abgezockter geworden", beschrieb Angreifer Yannick Deichmann die Situation nach dem jüngsten Sieg gegen Bayern II. Dort spielte Lübeck die Überzahl konsequent aus, holte sich mit einem 3:0-Erfolg den höchsten Sieg in der 3. Liga. Bezeichnend für die Elf von Cheftrainer Rolf Landerl ist, dass die Startelf im Vergleich zwischen dem Spiel gegen Bayern II und dem Auftakt gegen Saarbrücken kaum verändert ist – gerade einmal drei Spieler wurden getauscht. Das zeigt, dass Lübeck auch in der Krise die Ruhe bewahrt und somit die richtigen Schlüsse gezogen hat.

Grund 2: Starke Defensive

Einer dieser Schlüsse bezieht sich mit Sicherheit auf die Abwehrleistung. Während der Sieglos-Serie kassierten der VfB ganze 15 Gegentreffer, was einen Schnitt von 2,1 Toren pro Partie bedeutete. Auf der anderen Seite schoss der Aufsteiger aber auch sieben Tore, was zumindest einen Treffer pro Match bedeutete. An der Zahl der erzielten Tore hat sich auch kaum etwas verändert, dafür aber die Anzahl der Spiele – denn mittlerweile hat Lübeck acht Treffer in vier Partien vorzuweisen.

Viel wichtiger jedoch: die Abwehr. Nur noch ein (!) einziges Gegentor fiel während der Lübecker Erfolgsserie, das Aygün Yildirim von Mit-Aufsteiger Verl dem VfB einschenkte. Das bedeutet, dass die Elf von der Lohmühle zweifelsohne die beste Abwehr der Liga in den vergangenen vier Spielen stellt. Zwischen dem 1. und dem 7. Spieltag war es noch mit Abstand die schlechteste Defensive. Ein Wandel, dessen Ertrag kaum deutlicher sein könnte.

Grund 3: Deichmann & Steinwender

Aber nicht nur die Abwehr um Kapitän Tommy Grupe glänzt: der VfB hat ein neues Top-Duo. Mit Yannick Deichmann und Pascal Steinwender sind zwei Angreifer in absoluter Spitzenform, gemeinsam waren sie in den letzten vier Spielen an fünf der acht Lübecker Tore beteiligt. Dabei war gerade Deichmann vor seiner Zeit beim VfB nicht für seine Scorings bekannt, für die Reserve des FC St. Pauli in der Regionalliga Nord kamen gerade einmal vier Tore und eine Vorlage (60 Einsätze) zusammen. Auch beim ersten Drittliga-Abenteuer in Aalen war die Bilanz eher Mau: Ein Tor, eine Vorlage, 19 Einsätze. In Lübeck dagegen ist Deichmann über die Jahre hinweg vor allem zum Assistgeber gereift. 16 Tore und 27 Vorlagen fielen in der Regionalliga (89 Einsätze), nun folgen die Tore auch in der 3. Liga.

Dazu hat er mit Steinwender einen passenden Partner gefunden. Die Leihgabe vom SC Paderborn kam erst Anfang Oktober an die Lohmühle, spielte dort erst ab dem 4. Spieltag. Inzwischen ist der 24-jährige Ex-Oldenburger aber angekommen, benötigte für zwei Scorerpunkte gegen Bayern II nur 20 Minuten als Joker. Diese Statistik macht durchaus Hoffnung auf mehr beim VfB Lübeck.

   
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