Dotchev nach furiosem Sieg ehrlich: "2:2 wäre gerecht gewesen"

Der MSV Duisburg gewann am Samstagnachmittag mit 3:2 in einer munteren Partie inklusive dramatischem Finish gegen Türkgücü München. Trainer Pavel Dotchev sah einen glücklichen Sieg und ordnete die spielentscheidende Situation sachlich ein.

Dotchevs goldenes Händchen

Es lief die 88. Minute im Spiel als Dotchev sein Wechselkontingent endgültig ausschöpfte und die frischen Offensivkräfte Orhan Ademi und David Tomic ins Spiel brachte. Bereits eine Minute später drang Tomic in den gegnerischen Strafraum ein, eroberte unter dem Einsatz von körperlicher Härte gegen Münchens Park den Ball, schoss den Ball anschließend aufs Münchner Tor, wo Keeper Vollath zunächst abwehren konnte. Doch das Leder landete genau auf dem Fuß von Ademi, der ins leere Tor traf – der 3:2-Siegtreffer und das große Finale in einem kurzweiligen Drittliga-Spiel. Schiedsrichter Tobias Fritsch übersah dabei in dieser Situation, dass Tomic Park bei der vorangegangenen Balleroberung foulte.

"Ich kann meinen Trainerkollegen und die Enttäuschung gut verstehen. Nach dem, was ich gesehen habe, bin ich auch der Meinung, dass es ein Foulspiel war. Wir haben von diesem Fehler profitiert und sind die glücklichen Sieger heute", erklärte Dotchev nach der Partie auf der Pressekonferenz, nachdem sein Münchner Trainerkollege Serdar Dayat kurz zuvor den spielentscheidenden Zweikampf von Tomic und Park zulasten des Unparteiischen angemahnt hatte. "Ich freue mich riesig, dass wir gewonnen haben, aber ich denke ein 2:2 wäre gerecht gewesen", ergänzte Duisburgs Trainer.

Doch es passte zum sowieso schon wilden Spielverlauf, dass dieses Spiel auf diese Art entschieden wurde. Der MSV war in der ersten Halbzeit die aktivere Mannschaft und lag dennoch zur Pause dank zweier exzellenter Aktionen des Gastes aus München mit 0:2 zurück. In der achten Minute vollendete Röser zunächst einen Konter wuchtig zur Führung, ehe Awoudja nach einem Freistoß zum zweiten Treffer einnicken konnte.

"Mal schön, der glücklichere zu sein"

Zur Halbzeit brachte MSV-Coach Dotchev Leroy-Jacques Mickels für Ahmet Engin in die Partie, der mit einem Schuss unmittelbar nach Wiederanpfiff Münchens Torwart in Bedrängnis brachte. Der abtropfende Ball landete erst bei Bouhaddouz und schließlich im Tor. Es entwickelte sich nun eine muntere Partie, Duisburg war wieder Teil eines offenen Spiels. Als in der 66. Minute Moritz Stoppelkamp einen Elfmeter zum Ausgleich verwandelte, spiegelte dies nun auch die Anzeigetafel wieder.

Der Kapitän und Torschütze zum 2:2 zeigte sich nach dem Spiel im Interview bei "MagentaSport" glücklich über den wichtigen Sieg im Abstiegskampf. Angesprochen, auf die siegbringende Aktion in der 89. Minute reagierte Stoppelkamp sachlich. "Das kann man als Foul pfeifen. Ich glaube aber, dass wir auch schon das eine oder andere Spiel in der Schlussphase aus der Hand gegeben haben, auch vielleicht durch eine Situation, die man hätte pfeifen können. Ich glaube in einer Saison gleicht sich das dann immer irgendwie aus.“ Nach der Länderspielpause treffen die Zebras, die vorerst auf dem 13. Tabellenplatz stehen und drei Punkte vor Rang 17 liegen, auf den SC Verl. Vor dem Stadion sorgten die Fans erneut mit einem Hupkonzert für Stimmung – und trieben ihre Mannschaft damit zum vierten Heimsieg in Folge.

   
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