Dotchev: "Auf Augenhöhe mit einer Spitzenmannschaft"

Trainer und Spieler der beiden sächsischen Teams waren sich nach dem prestigeträchtigen Spiel einig: Das Ergebnis ging so in Ordnung. Die Dresdner Führung durch Testroet konnte Breitkreuz im zweiten Durchgang ausgleichen.

27 Mal spielten Erzgebirge Aue und Dynamo Dresden seit der Wende gegeneinander. Dabei gingen die Veilchen 13 Mal als Sieger vom Platz, fünf Mal setzten sich die Dresdner durch. Am Samstag gab es das neunte Unentschieden seit dem Mauerfall. Kurios: Jedes dieser Spiele ging 1:1 aus – diese Serie setzte sich vor 15.000 Zuschauern im Erzgebirgsstadion fort.

Torchancen hüben wie drüben

Die Atmosphäre im Lößnitztal war eines Derbys angemessen, beide Seiten kämpften um einen Dreier. Auch, wenn Dynamo aufgrund der Tabellensituation als Favorit ins Spiel ging, entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel mit Chancen auf beiden Seiten. Demnach waren sich sowohl die Violetten, als auch die Schwarz-Gelben nach dem Spiel einig: Das Unentschieden geht in Ordnung. "Wenn man sich den Spielverlauf anschaut, wäre ein Sieg nicht gerechtfertigt gewesen“, sagte SGD-Kapitän Michael Hefele nach Abpfiff. "Es war ein Spiel auf hohem Niveau, in dem wir mit einer Spitzenmannschaft auf Augenhöhe waren“, so das Fazit von Aues Trainer Pavel Dotchev. Und sein Gegenüber Uwe Neuhaus bilanziere: "Unter dem Strich ist es sicher ein gerechtes Ergebnis.“

Rechtzeitig zum Sachsenderby: Männel wieder im Kasten

Im Landespokal hatte Aues Torhüter Martin Männel zuletzt pausieren müssen, zum Sachsenderby wurde der Kapitän aber rechtzeitig fit. Insbesondere in einer Situation bewies der 27-jährige seine Extraklasse: Bei einer Direktabnahme aus der Distanz von Dresdens Teixeira nach einem Eckball parierte Männel sehenswert und verhinderte damit das 2:0 – es wäre eine Vorentscheidung gewesen. Als in der 78. Minute Andreas Lambertz frei vor dem Auer Tor auftauchte, blieb vielen Zuschauern ebenfalls kurz die Luft weg. Ein Eingreifen von Männel wurde in dieser Szene jedoch nicht notwendig, da der Routinier im Kader der SGD die Großchance über den Kasten setzte.

Aue passte sein Spiel dem Derbycharakter an

Das Tor von Dynamos Pascal Testroet in der 19. Minute war erst der zweite Gegentreffer, den die Veilchen im Erzgebirgsstadion in dieser Saison hinnehmen mussten. Zwei Fehler führten zu dem Rückstand: Zum einen war Teixeira auf der linken Seite viel zu viel Raum gelassen wurden, so dass der Dresdner in aller Ruhe seine Flanke auf den Mittelstürmer hineingeben konnte. Der zweite Fehler: Gegenspieler von Testroet war in dieser Situation Calogero Rizzuto – bei einem Größenverhältnis von 1,85 Meter (Testroet) zu 1,70 (Rizzuto) ein recht unausgeglichenes Duell, das eindeutig zugunsten des Dresdners ausging. Auch im weiteren Spielverlauf ließ Aue für ein Heimspiel überdurchschnittlich viele Chancen des Gegners zu, was aber auch daran lag, dass sich die Veilchen im Laufe des Spiels immer mehr in der Offensive bemühten. Letztendlich war es eine Standartsituation, die zum Ausgleich durch Breitkreuz führte. Die Auer Spielweise war, insbesondere aufgrund des frühen Rückstandes, dem Derby natürlich durchaus angemessen. Der Bedeutung des prestigeträchtigen Spiels zeigte sich Pavel Dotchev auch nach dem Spiel vollauf bewusst: "Wenn wir dieses Spiel verloren hätten, wäre das für unser Umfeld und für die Stimmung nicht gut gewesen.“

 

   

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