Dotchev: "Müssen uns irgendwie in die Winterpause retten"

Im Interview mit liga3-online.de spricht Viktoria-Trainer Pavel Dotchev über die Krise beim Aufsteiger, Abstiegskampf, Personalsorgen sowie die letzten beiden Spiele vor der Winterpause gegen den KFC Uerdingen und seinen Ex-Klub Hansa Rostock.

"In der Rückrunde werden wir wieder stabiler"

liga3-online.de: Nach einem starken Saisonstart wartet Viktoria Köln nun schon seit elf Pflichtspielen auf einen Sieg. Warum läuft es nicht mehr, Herr Dotchev?

Pavel Dotchev: Das hat mehrere Gründe. Zum Saisonstart hatten wir einen leichten Vorteil, weil es bei uns in der Sommerpause keine große Fluktuation gab, das Team eingespielt war und viele Kontrahenten noch nicht wussten, auf was sie sich bei uns als Aufsteiger einzustellen haben. Diesen Vorteil haben wir mittlerweile nicht mehr, weil die Gegner unsere Stärken und Schwächen kennen. Hinzu kommen die großen Personalsorgen, mit denen wir zu kämpfen haben. Wir mussten beispielsweise unsere Viererkette fast jede Woche umstellen, jetzt fällt auch noch Fabian Holthaus mit einem Syndesmosebandriss mehrere Monate aus. Wir müssen uns irgendwie in die Winterpause retten. In der Rückrunde werden wir wieder stabiler, da bin ich mir sicher.

Zuletzt gab es trotz Führung ein 1:3 bei den Würzburger Kickers. Ihr Fazit zum Spiel?

Man hat gemerkt, dass die Jungs derzeit nicht viel Selbstvertrauen haben. Nach dem Ausgleichstreffer waren die Köpfe schnell wieder unten und der Glaube an den Sieg ging verloren. Es ist eine harte Phase für uns alle. Aber ich bin ehrlich: Lieber wir haben sie jetzt, als nächstes Jahr im April.

Durch die lange Negativserie ist Viktoria Köln bis auf Platz 16 abgerutscht, der Vorsprung auf die Abstiegsplätze beträgt nur noch vier Zähler. Hat sich das Team bereits auf Abstiegskampf eingestellt?

Wir wussten, dass auch schlechtere Phasen kommen. Dass die Negativserie so lange anhält, ist natürlich bitter. Wir wussten aber bereits vor Saisonbeginn, dass es gegen den Abstieg geht. Das ist klar, wenn man mit einer Mannschaft in die Spielzeit startet, die vorher zum Großteil in der 4. Liga aktiv war. Wir müssen jetzt den Glauben an unsere Stärken mit Erfolgserlebnissen zurückgewinnen. Ich hoffe, dass uns das noch in diesem Jahr gelingt.

 

"Wünsche Hansa den Aufstieg"

Vor der Winterpause sind noch zwei Partien zu absolvieren – beide vor heimischem Publikum. Was muss passieren, um den Negativtrend bereits in diesem Jahr zu stoppen?

Entscheidend wird sein, dass wir unsere Defensive in den Griff bekommen. Das wird bei aktuellen Personallage nicht einfach. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir das schaffen. Dann werden wir auch wieder besser punkten – vorne bekommen wir immer unsere Chancen.

Am Samstag ist zunächst der KFC Uerdingen zu Gast, der seit drei Begegnungen unbesiegt ist und mit Selbstvertrauen anreist. Wie schätzen Sie den Gegner ein?

Uerdingen ist eine starke Mannschaft, die sich in den letzten Wochen stabilisiert hat. Es scheint so, als ob der Trainerwechsel und die Verpflichtung von Stefan Effenberg als Team-Manager dazu beigetragen haben, dass im Verein klarere Strukturen herrschen. Der KFC hat definitiv genügend Qualität, um schon diese Saison aufzusteigen.

Zum Jahresabschluss treffen Sie mit der Viktoria auf Ihren Ex-Verein Hansa Rostock, der ebenfalls kriselt. Mit welchem Gefühl werden Sie in die Partie gehen?

Es wird auf keinen Fall ein normales Spiel für mich. Mit Hansa Rostock verbinde ich viele Emotionen, vor allem positive. Ich hatte dort zahlreiche schöne Momente und wünsche dem Klub, dass er den Aufstieg in die 2. Bundesliga bald endlich schafft. Das Potenzial im Klub und in der Mannschaft ist riesig, wird derzeit aber nicht ansatzweise ausgeschöpft. Und ich habe nichts dagegen, wenn das zumindest in der Begegnung gegen uns so bleibt (lacht).

   
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