Doppelbestrafung verhindert „geiles Spiel“ zwischen SCP und BVB

Der SC Preußen Münster hat seine Krise endgültig beendet und sich mit dem zweiten 4:0-Sieg in Folge auf Platz 14 der Tabelle verbessert. Dabei bekleckerten sich die Adlerträger gegen die Zweitvertretung von Borussia Dortmund trotz des deutlichen Siegs nicht gerade mit Ruhm. Nach dem frühen Platzverweis für BVB-Schlussmann Zlatan Alomerovic und dem anschließend verwandelten Elfmeter von Dennis Grote sorgten Matthew Taylor und Marcus Piossek erst in den letzten 30 Minuten des Spiels für die Entscheidung.

Wagner: „Spiel super unglücklich für uns verlaufen“

Dabei deutete in den ersten Minuten wenig daraufhin, dass das Spiel am Ende 4:0 für die Hausherren enden würde. Die Borussia kam deutlich wacher und mutiger in die Partie, bot hervorragendes Gegenpressing und eroberte sich mehrmals noch in des Gegners Hälfte den Ball. Tim Treude hätte mit einem schönen Volley sogar die Führung besorgen könne, Masuch konnte dies gerade noch so verhindern. Drei Minuten später folgte die Schlüsselszene des Spiels: Der Rückpass des Dortmunder Rechtsverteidigers Deelen wurde zu kurz, Taylor war schneller am Ball als Alomerovic, dieser konnte die Situation nur noch mit einem Foulspiel lösen. Logische Folge: Rot und Elfmeter. Leider war damit der Drops auch gelutscht und ein weiterer Beweis dafür, dass die FIFA und der DFB dringend darüber nachdenken sollten, diese Regel, die „Fußballspiele kaputtmacht“ (O-Ton des Fußballkommentators Hansi Küpper) zu ändern. So wäre das Spiel ohne Platzverweis laut BVB-Coach und Geburtstagskind David Wagner „geil geworden. Stattdessen wurde es nur für Münster geil und für uns scheiße.“

„Übermotivierte“ Münsteraner enttäuschen 60 Minuten

Zwar blieb seine Elf auch in der Folge überraschend ebenbürtig, konnte aber über den gesamten Spielverlauf gegen kompakt und stabil stehende Münsteraner, die nicht mehr taten als nötig, keine gefährlichen Chancen kreieren. Eine enttäuschende Leistung boten vor allem die Hausherren in dieser Phase der Partie. Trotz Überzahl und dem deutlich verunsicherten Deelen auf Dortmunds rechter Seite fiel den Adlerträgern nicht viel ein. Lediglich Gaetano Manno kam nach einer knappen halben Stunde gefährlich vor das Tor des Alomerovic-Vertreters Johannes Focher. Münsters Trainer Ralf Loose suchte die Erklärung vor allem darin, dass seine Elf unbedingt die Heimdurststrecke beenden wollte und so viel zu „übermotiviert“ begann. Erst als Dortmunds neun Feldspieler Mitte der zweiten Hälfte müder wurden, zeigten die Preußen ihr Potential. Nach einem schönen Heber legte Piossek den Ball perfekt für Taylor auf, der sich diese Chance nicht entnehmen ließ. Weil die Borussia nun alles nach vorne warf, war sie hinten anfällig für Konter. So sorgte Piossek wie schon vor zwei Wochen gegen Chemnitz für einen Doppelschlag und einen insgesamt zwei Treffer zu hohen 4:0-Erfolg.

Preußens Blick geht weiterhin nach unten

„Mir hätte auch ein 1:0 gereicht, aber ein 4:0 ist natürlich schöner für die Fans. Aber das spricht auch für die Mannschaft, nachlegen zu wollen und das Torverhältnis zu verbessern. Dennoch muss ich sagen, dass das nach der Roten Karte und dem Elfmeter nicht gut war. Wir müssen noch lernen, wie man in Überzahl agiert“, so Loose nach dem Spiel. Die Preußen feiern also den zweiten Sieg in Folge und sind zur Freude ihres Coaches „punktemäßig schon weiter als erhofft. Der Blick geht jedoch weiterhin nach unten.“ (Ralf Loose). Schließlich beträgt der Vorsprung auf Platz 18 auch weiterhin nur drei Zähler. Der BVB erlebte dagegen ein kurioses Déjà-vu: Zwei Wochen nach dem ebenfalls zu hohen 4:0 gegen den Halleschen FC kommt sie gegen Münster am Ende deutlich unter die Räder. „Aber“, so Dortmunds Kapitän David Solga, „so ist Fußball.“

FOTO: Flohre Fotografie

 

   
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