Direkter Durchmarsch besiegelt! Würzburg steigt in die 4. Liga ab

Die Würzburger Kickers stehen nach Türkgücü München und dem TSV Havelse als dritter Absteiger in die Regionalliga fest. Weil Viktoria Berlin am Freitagabend in letzter Minute mit 2:1 gegen den 1. FC Saarbrücken gewonnen hat, liegen die Unterfranken jetzt zehn Punkte hinter Platz 16, haben aber nur noch drei Spiele und sind daher schon vor dem eigenen Spiel in Meppen am Samstag nicht mehr zu retten.

Zuletzt vor sieben Jahren viertklassig

Gerade mal knapp zwei Jahre ist es her, dass die Würzburger Kickers im Juli 2020 in die 2. Bundesliga aufgestiegen sind. Anschließend setzte jedoch eine Talfahrt ein, die in der vergangenen Saison erst zum Abstieg in die 3. Liga und nun zum Absturz in die Regionalliga führt, wo der FWK zuletzt vor sieben Jahren spielte. Entsprechend geht eine Ära zu Ende. Die Kickers sind nach Ahlen (2011), Oberhausen (2012), Aachen (2013) und dem FSV Frankfurt (2017) der fünfte Verein in der Drittliga-Historie, der direkt vom Bundesliga-Unterhaus in die 4. Liga durchgereicht wird. Ein unrühmlicher Werdegang, der sich allerdings schon seit einiger Zeit angedeutet hatte.

Gerade mal sechs von 33 Spielen konnte der FWK in dieser Saison für sich entscheiden, darunter lediglich zwei Partien vor heimischem Publikum. Zudem gelangen nur 29 Tore – zweitniedrigster Wert nach dem TSV Havelse. Abgesehen von zwei Spieltagen stand Würzburg durchgehend unter dem Strich. Schon der Saisonstart ging mit nur vier Punkten aus den ersten acht Spielen mächtig schief, ehe ausgerechnet bei Tabellenführer Magdeburg der erste Sie gelang. Nach zwei weiteren Pleiten war für Trainer Torsten Ziegner und Sportdirektor Sebastian Schuppan Schluss, fortan hatte Danny Schwarz an der Linie das Sagen. Doch auch unter dem früheren Bayern-Trainer ging es nicht bergauf: Nur eine von 13 Partien unter dem 46-Jährigen konnte der Zweitliga-Absteiger gewinnen, sodass Schwarz nach nur vier Monaten schon wieder gehen musste.

Mit NLZ-Leiter Ralf Santelli übernahm anschließend Trainer Nummer drei in dieser Saison, nachdem er schon in der Endphase der vergangenen Saison eingesprungen war. Angesichts von neun Punkten aus den ersten fünf Spielen schienen die Ideen des 53-Jährigen zunächst zu funktionieren, doch danach setzte es drei Pleiten in Folge, zudem sind die Kickers aus dem Landespokal ausgeschieden. Insgesamt reichte die Qualität des Kaders – vor allem in der Offensive – nicht aus, um in der 3. Liga bestehen zu können.

Ungewisse Zukunft

Durch den zweiten Abstieg in Folge spielt Würzburg in der kommenden Saison erstmals seit 2014/15 nur noch viertklassig. Damals ging es anschließend auf direktem Wege in die 2. Bundesliga, nun nimmt der FWK den umgekehrten Weg – und steht vor einer ungewissen Zukunft. Klar ist nur: Amateurfußball soll es in der kommenden Saison am Dallenberg nicht geben. Der zukünftige Vorstandsvorsitzende Benjamin Hirsch hatte zuletzt bereits angekündigt, dass auch in der Regionalliga unter Profibedingungen gearbeitet werden soll.

Ein neuer Trainer steht mit Marco Wildersinn bereits fest, auch ein neuer Sportvorstand ist mit Jürgen Kost schon gefunden. Auf den 56-Jährigen wartet nun viel Arbeit: Laut der "MainPost" verfügen bislang nur Peter Kurzweg und der an den FC Flyeralarm Admira verliehene Aksu Taha über einen Vertrag für die Regionalliga.

Ob der direkte Wiederaufstieg gelingen kann? Ungewiss. Dass der Meister der Bayern-Staffel in der kommenden Serie zunächst in die Relegation gegen den Nordost-Meister muss, erschwert die Angelegenheit zusätzlich. Von den übrigen vier Teams, die aus der 2. Liga in die Regionalliga abgestützt sind, hat es übrigens noch keiner wieder zurückgeschafft. Die TuS Koblenz spielt derzeit sogar nur in der Oberliga. Damit den Kickers ein ähnliches Schicksal erspart bleibt, muss die seit Beginn der Zweitliga-Saison 2020/21 anhaltende Talfahrt mit Beginn der kommenden Serie gestoppt werden.

   

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