Dieter Ferner verabschiedet sich: Ein Rückblick

Mit Dieter kam der Erfolg zurück. So oder so ähnlich könnte man die Ära Ferner beim 1. FC Saarbrücken, beschreiben, die nun schon im vierten Jahr besteht. Aktuell stehen die Blau – Schwarzen sogar auf Tabellenplatz drei der 3. Liga und sind somit ein heißer Anwärter auf den Aufstieg in die 2. Fußball Bundesliga. Damit wäre der Traditionsverein wieder dort angekommen, wo er nach Auffassung vieler Anhänger, Verantwortlichen und Sympathisanten auch mindestens hingehört. liga3-online.de wirft einen Blick zurück.

Ferner als Identifikationsfigur

Umso überraschender dürften in diesem Zusammenhang alle Beteiligten die Nachricht des 17. Januars 2012 aufgefasst haben. Auf einer emotionalen Pressekonferenz erklärte der Mann, der dem FCS nicht nur zurück zu sportlichem Erfolg verhalf, sondern den Saarländern nach dem Abstieg in die Fünftklassigkeit auch wieder eine Seele verlieh, seinen Rücktritt zum Saisonende. Für viele Fans wurde ihr Dieter schnell zu einer Identifikationsfigur, die man vor seiner Amtszeit schmerzlich vermisste. Ehrlichkeit, Konstanz, ein hohes Maß an fußballerischem Sachverstand und vor allem Gelassenheit. All diese Attribute sind wohl völlig zutreffend, wenn man von Dieter Ferner spricht.

 

Die Ära Ferner startete in der Oberliga

 Alles begann mit der Spielzeit 2008/2009. Ferner formte aus einer jungen, hochmotivierten Truppe, die vor allem mit Herzblut überzeugen konnte eine schlagfertige Mannschaft die sich souverän den Titel und den damit verbunden Aufstieg in die Regionalliga West sicherte. Am Ende dieser Spielzeit standen 81 Punkte, 30 ungeschlagene Spiele in Folge und der so wichtige Aufstieg auf der Habenseite. Spätestens zu diesem Zeitpunkt waren sich alle sicher: In Saarbrücken geht wieder etwas, das Feuer der Blau – Schwarzen war wieder entfacht.

Dieter Ferner im Interview mit liga3-online.de

 

Durchmarsch in die 3. Liga

Die darauffolgende Spielzeit in der Regionalliga West sollte die vorangegangene nochmals toppen. Dabei verlief der Auftakt so gar nicht nach den Vorstellungen der Fans. Zum Saisonstart setzte es eine schmerzliche 6:0 Niederlage gegen den kleinen Rivalen – Die SV Elversberg. Ferner fand nach diesem Spiel deutliche Worte. Von einem Desaster, gar einer Hinrichtung war die Rede. Auch in der nächsten Partie präsentierten sich Ferners Schützlinge nicht gerade von ihrer besten Seite. Im prestigeträchtigen Südwestderby gegen Eintracht Trier verlor man im heimischen Ludwigspark 1:3. Nach diesem turbulenten Saisonstart wurden in Saarbrücken bereits die ersten Kritiker laut. Böse stimmten behaupteten, die Mannschaft sei zu jung, zu unentschlossen und naiv. Nur einer war mal wieder der Fels in der Brandung, der sich nicht aus der Ruhe bringen ließ – Dieter Ferner.  Und so wurde man bereits nur einen Spieltag später mit einem 1:2 Auswärtssieg über RW Essen belohnt. Die Bilanz am Saisonende hatte dann rein gar nichts mehr mit dem Saisonstart zu tun. 20 Siege, 9 Unentschieden und gerade einmal 5 Niederlagen standen zu Buche. Das konnte nur eines bedeuten – Aufstieg. Der FCS war mit Dieter Ferner in der 3. Liga angekommen.

Neues Amt, doch der Erfolg blieb

Zum Saisonstart musste der in Wuppertal am 16.01.1949 geborene Erfolgsgarant jedoch auf dem Trainerstuhl Platz machen. Ihm fehlte die nötige Trainerlizenz. So wurde aus Trainer Ferner sportlicher Leiter Ferner und für den Posten des Chefcoaches wurde Jürgen Luginger verpflichtet. Mit drei schmerzhaften Niederlagen startete man auch in diese Spielzeit. Doch dann, am vierten Spieltag gelang dem Aufsteiger ein Befreiungsschlag, der es in sich hatte. Man gewann auswärts 7:0 beim FC Carl Zeiss Jena und stellte damit gleichzeitig einen Ligarekord auf.

Aufstieg am Ende der Saison ?

Doch dies sollte nicht der einzige Rekord sein, den der FCS mit dem Duo Luginger – Ferner erreichte. So blieb man vom 29.Spieltag der Saison 2010/2011 bis zum 11. Spieltag der darauffolgenden Saison sage und schreibe 21 Spiele in Folge ohne Niederlage. Eine bis dato noch nie dagewesene Serie. Aktuell hat der 1.FC Saarbrücken sogar noch die besten Chancen, Dieter Ferner ein wahrhaft würdiges Abschiedsgeschenk zu bereiten. Denn als 3. der Tabelle ist es gar nicht so unwahrscheinlich, dass die Truppe  am Ende der Spielzeit einen Aufstiegsplatz erreichen kann. Dies wäre die Krönung, und vielleicht auch das schönste Abschiedsgeschenk für einen Mann, der wie kaum ein zweiter für den 1.FC Saarbrücken kämpfte, sich selbst nie in den Vordergrund drängte und für mehr als nur sportlichen Erfolg sorgte.

 

Dieter Ferner im Portrait

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FOTOS: Sven Rech

 

   
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