Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Fan-Rückkehr

Am Dienstag haben sich die Chefs der Staats- und Senatskanzleien auf eine bundesweit einheitliche Regelung zur Zulassung von Zuschauern bei Großveranstaltungen geeinigt. Damit dürfen zum Saisonstart wieder Fans in die Stadien. Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein? Wer erhält Zugang? Und sind auch Gästefans erlaubt? liga3-online.de beantwortet die wichtigsten Fragen zur Fan-Rückkehr.

Voraussetzungen? Zugang?

Wie viele Zuschauer sind erlaubt?

Zunächst dürfen die Stadien maximal zur Hälfte ausgelastet werden, höchstens aber mit 25.000 Fans. In der 3. Liga kommt jedoch nur der 1. FC Kaiserslautern an diese Zahl heran. Eine Übersicht, wie viele Fans in die einzelnen Drittliga-Stadion dürfen, gibt es unterhalb des Artikels. Zuletzt waren im vergangenen September und Oktober flächendeckend Fans zugelassen.

Gibt es Ausnahmen?

Ja. Während die Stadt Mannheim dem SV Waldhof zuletzt eine Auslastung von 60 Prozent erlaubt hat, dürfen Vereine aus Bayern ihre Stadien vorerst nur zu 35 Prozent auslasten. In Hamburg sind nur 30 Prozent erlaubt. Der Hintergrund: Aufgrund der Delta-Variante befürchten beide Länder steigende Fallzahlen und planen daher vorsichtiger.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit Fans zugelassen sind?

Zum einen darf der Inzidenzwert im jeweiligen Stadt- beziehungsweise Landkreis nicht oberhalb von 35 liegen (in Baden-Württemberg gilt eine Obergrenze von 50). Zudem muss das Infektionsgeschehen "klar eingrenzbar" sein, wie es in dem Beschluss heißt. Derzeit liegen alle Städte und Kreise unterhalb der Grenze, die Bundesinzidenz liegt mit Stand von Mittwoch bei 5,1. Zum anderen ist die Freigabe durch die Behörden vor Ort erforderlich – sie haben, wie in der Vergangenheit auch, das letzte Wort.

Was passiert, wenn der Inzidenzwert am Austragungsort oberhalb von 35 liegt?

Dann dürfen maximal 5.000 Fans ins Stadion. Noch nicht geregelt ist aber, zu viel Prozent die Stadien ausgelastet werden dürften.

Wer erhält Zugang zum Stadion?

Um Zugang zum Stadion zu erhalten, muss jeder Fan entweder getestet, vollständig geimpft oder nach einer Corona-Erkrankung genesen sein – der entsprechende Nachweis darüber ist beim Einlass vorzuzeigen. Die Tickets werden zur Kontaktnachverfolgung personalisiert sein. Zudem sind die geltenden Hygieneregeln und das Abstandsgebot einzuhalten – "insbesondere durch eine Reduktion der maximalen Auslastung zum Beispiel durch Besetzung im Schachbrettmuster, feste Plätze und eine Entzerrung der Besuchendenströme durch eine Segmentierung bei Ein- und Auslass" heißt es im Beschluss. In einigen Stadien wird zudem der Ausschank von Alkohol begrenzt sein, Bayern und Baden-Württemberg wollen den Ausschank gänzlich untersagen.

Wird es eine Maskenpflicht geben?

Das entscheiden die jeweiligen Behörden. Abseits des eigenen Platzes und auf allen Begegnungsflächen – etwa beim Eingang oder den Toiletten – wird aber eine Maskenpflicht gelten.

 

Stehplätze? Gästefans?

Wird es auch Stehplätze geben?

Ja – zumindest, wenn die Behörden vor Ort die Öffnung der Stehplätze nicht ausdrücklich untersagen.

Sind auch Gästefans erlaubt?

Darüber ist noch keine Entscheidung gefallen. Wie der DFB auf Anfrage von liga3-online.de mitteilte, soll das Thema in der kommenden Woche bei der Managertagung sowie im Ausschuss 3. Liga besprochen werden. Die 36 Erst- und Zweitligisten werden bei einer Mitgliederversammlung am 14. Juli darüber beraten. Durchaus möglich, dass sich die Drittligisten an der DFL-Entscheidung orientieren werden. Mit dem SV Darmstadt 98 hatte sich ein Verein zuletzt öffentlich für die Rückkehr von Gästefans ausgesprochen. "Im Zuge der Gespräche des SV Darmstadt 98 mit den zuständigen Behörden rund um eine schrittweise Wiederzulassung von Zuschauern ins Stadion wird der SV 98 ein Konzept einreichen, um auch Gästefans den Zutritt zu ermöglichen", teilte der Klub mit. "Das Konzept fußt auf der geltenden Corona-Schutzverordnung des Landes Hessen und den dazu erarbeiteten Hygiene- sowie Infektionsschutzmaßnahmen." Präsident Jürgen Fritsch sprach davon, dass Gästefans zum Fußball dazugehören: "Gerade dieser stimmungsmäßige Wettstreit auf den Rängen ist elementar für die Atmosphäre und das Stadionerlebnis." Aus der 3. Liga hat sich bislang noch kein Klub konkret geäußert. Die letzte Drittliga-Partie vor Gästefans war das Spiel von Hansa Rostock gegen Eintracht Braunschweig im März 2020.

Bis wann gilt die getroffene Regelung?

Vorerst bis zum 11. September – also für die ersten sieben Spieltage und Teile des 8. Spieltages. Auch im DFB-Pokal wird die Regelung Anwendung finden.

Sind anschließend vollere Stadien möglich?

Inwiefern ab Herbst mehr als die Hälfte der Plätze in den Stadien besetzt werden kann, hängt entscheidend vom weiteren Verlauf der Pandemie und der Ausbreitung der Delta-Variante ab. Bleiben die Infektionszahlen niedrig und schreiten die Impfungen weiter voran, scheint es durchaus denkbar, dass ab Herbst auch vollere Stadien möglich sind. Derzeit sind in Deutschland knapp 40 Prozent der Gesamt­bevölkerung vollständig geimpft, 57 Prozent haben mindestens eine Impfdosis erhalten. Sollte es jedoch eine vierte Welle geben, drohen erneut Geisterspiele.

 

Wie viele Fans möglich wären

Die Tabelle zeigt die Anzahl der maximal möglichen Zuschauer bei einer Auslastung von 50 Prozent

VereinStadionZuschauerzahl
1. FC KaiserslauternFritz-Walter-Stadion25.000
TSV HavelseHDI-Arena24.600
MSV DuisburgSchauinsland-Reisen-Arena15.750
1. FC MagdeburgMDCC-Arena15.000
SV Waldhof MannheimCarl-Benz-Stadion*14.500
Eintracht BraunschweigEintracht-Stadion12.500
SC Freiburg IISchwarzwald-Stadion12.000
1. FC SaarbrückenLudwigspark8.000
Hallescher FCLeuna Chemie Stadion7.500
SV Wehen WiesbadenBrita-Arena7.500
VfL OsnabrückBremer Brücke7.500
SV MeppenHänsch-Arena6.800
Türkgücü MünchenGrünwalder Stadion*5.250
TSV 1860 MünchenGrünwalder Stadion*5.250
SC VerlFrimo-Stadion5.000
FC Viktoria KölnSportpark Höhenberg5.000
FSV ZwickauGGZ Arena5.000
FC Viktoria BerlinJahn-Sportpark5.000
Borussia Dortmund IIRote Erde5.000
Würzburger KickersFlyeralarm-Arena4.550

   
Back to top button