Der komische Nachmittag mit Sturm von der Ostseeküste

Journalisten neigen zu komischen Wortspielen, besonders zu sehr flachen. Aus diesem Grund verkneife ich mir mal das Statement, dass sich Burghausen in Rostock wacker geschlagen hat! Soviel dazu. Stürmisch war es an der Ostsee, nur nicht auf dem Spielfeld des Ostseestadions, also der DKB-Arena. 8600 Zuschauer sahen ein, durchaus komisches Spiel bei komischem Wetter. Enttäuschung. Nicht einmal eine fünfstellige Besucherzahl und das, obwohl die DKB ihren Visa Card-Kunden und einer Begleitperson freien Eintritt spendierte. Hansa kämpfte sich zuletzt mit Siegen gegen Halle und bei Preußen Münster aus der Krise, der dritte Erfolg in Folge schien gegen den Tabellenletzten aus Burghausen zumindest machbar. Anscheinend glaubten zu Wenige an den Erfolg, schließlich machte man in dieser Saison bereits zweimal Erfahrungen damit, dass positive Tendenzen schnell zu Ernüchterungen werden und jeweils eine Heimniederlage gegen Unterhaching und den BVB II den Aufwärtstrend beendete.

Wechselbad der Gefühle

Natürlich war auch gestern das Wetter nicht ganz unschuldig. Pünktlich zum Anpfiff kam der Regen, der nur so durchs Stadion und reihenweise Leute von ihren Sitzen fegte, was das Spiel nicht vermochte. Die Hanseaten hielten sich, wie sollte es auch anders sein, durch Hüpfen auf der Tribüne warm und auch das Spiel sorgte für erwärmte Herzen, denn Mustafa Kucukovic erzielte mit seinem ersten Ligator für Hansa das erlösende 1:0. Während diese 27. Minute erwärmte, ließ die 35. einen oder vielleicht auch mehrere kalte Schauer den Rücken herunterlaufen, als ein unnötiger Rückpass im Spielaufbau Torhüter Brinkies in Bedrängnis brachte. Dieser machte Bekanntschaft mit einem Luftloch und dem Hansa-Rasen bevor sich Burghausens Bencik artig mit dem 1:1 bedankte.

Wenigstens der Regen plätscherte nicht mehr

Die zweite Halbzeit wurde mehr durch den überfordert wirkenden Schiedsrichter bestimmt als durch beide Mannschaften. So gab es dann noch ein paar gelbe Karte und wenige Torchancen. Erstaunlicherweise keine für den Torhüter der Burghauser, der mit seinem Zeitspiel gefühlt zehn Minuten von der Uhr nahm. Die Partie plätscherte so vor sich hin, da der Regen dies nun nicht mehr tat. So richtig aufmerksam war keiner mehr auf der Tribüne, bis Julian Jakobs plötzlich alleine auf Loboué zu lief und den Ball genau in dessen Arme spielte. Selbst Schiedsrichter Göpferich hatte genug gesehen und beendete das Spiel, obwohl erst zwei statt der von ihm angezeigten drei Minuten der Nachspielzeit verstrichen waren. Alles in allem eben ein komischer Nachmittag.

FOTO: Sebastian Ahrens / rostock-fotos.de

   
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