Der Hallesche FC kann es auch glücklich

Nach dem frustrierenden 0:4 gegen die U23 von Borussia Dortmund und dem dominanten Sieg gegen Chemnitz, verbuchte der Hallesche FC am vergangenen Samstag nun mit viel Dusel drei weitere Punkte – und das gegen die Mannschaft der Stunde, das Überraschungsteam aus Darmstadt. Die Lilien lieferten sich einen heißen Tanz mit der von Sven Köhler etwas umgestellten Abwehr der Hallenser und schossen zwischenzeitlich aus allen Lagen aufs Tor des wiedergenesenen Pierre Kleinheider. Dabei scheiterten die Gäste vor allem an sich selbst und offenbarten die erwartungsgemäße Tatsache, dass es sich beim SV Darmstadt 98 zwar um eine starke Mannschaft, keinesfalls  aber um einen Aufstiegskandidaten handelt. Was die Blau-Weißen zuletzt Woche für Woche auszeichnete – Abschlussstärke, Effizienz, Kreativität – funktionierte gegen engagierte und heimstarke Hallenser nur bis zu einem bestimmten Punkt, im letzten Schritt fehlte dann das Vermögen oder einfach die Fortune. Trotzdem zeichneten sich Spieler wie Goalgetter Dominik Stroh-Engel oder Milan Ivana durch ein hohes Arbeitspensum aus, welches in der ersten Halbzeit gleich zweimal nur vom Linienrichter gestoppt werden konnte.

Halle hat erstmals Glück mit dem Schiedsrichter

Nach Wochen der Missmut und des Pechs mit den jeweiligen Schiedsrichtern, hatte der HFC nun nämlich großes Glück, dass Robert Kempter sowohl in der 24. als auch in der 27. Spielminute auf Abseits entschied, obwohl der Ball laut Fernsehbildern eindeutig rechtmäßig im Netz zappelte. Glück hatten allerdings auch die Lilien, dass Marcel Heller in der 20. Minute nach grobem Foulspiel nicht vom Platz flog. So entschied das abgefälschte Ping-Pong-Tor von Akaki Gogia kurz vor dem Pausentee bereits das Spiel und war sogleich symptomatisch für das gesamte Spiel, denn die Art und Weise, wie der Ball ins Tor kullerte, war schon etwas enttäuschend für Darmstadts Torwart Zimmermann, der die Kugel sonst problemlos erwischt hätte. So jubelte Gogia, der nun endgültig das Prädikat „Leistungsträger“ beim HFC übernimmt und auch vor dem Ostschlager gegen den F.C. Hansa Rostock im Kreise einer homogenen Mannschaft im Rampenlicht steht.

Ost-Duell wirft seine Schatten

Denn auch wenn der Sieg gegen Darmstadt mehr Kür als Pflicht war, so wirft das Spiel gegen die Rostocker schon länger seine Schatten voraus. Somit waren die drei Punkte am Wochenende zusätzlicher Ansporn, gegen den Rivalen an der Ostsee das überragende Ergebnis vom Frühjahr 2013, als man im eigenen Stadion 3:1 gegen die Hanseaten gewann, zu wiederholen. Zudem könnte der HFC mit einem Sieg den bisherigen 3-Punkte-Abstand auf den Relegationsrang drei weiter verkürzen und endgültig an die drei begehrten Plätze an der Sonne anklopfen, auch wenn das nach wie vor nicht das erklärte Saisonziel darstellt. Doch nach dem anstehenden Pflichtsieg gegen die Rostocker ist an der Saale vielleicht sogar Träumen erlaubt.

FOTO: Marcus Bölke

   
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