Deadline am Dienstag: Sechs Drittligisten zittern um Lizenz

Am Dienstag, den 27. Mai um 15:30 Uhr, müssen die Drittligisten ihre vollständigen Lizenz-Unterlagen beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) in Frankfurt einreichen. Doch bis es soweit ist, müssen viele Vereine bis zur letzten Sekunde an den vom Verband gestellten Auflagen arbeiten. Betroffen sind vor allem die Zweitliga-Absteiger Arminia Bielefeld und Dynamo Dresden, sowie die Traditionsvereine Hansa Rostock, Rot-Weiß Erfurt, MSV Duisburg und der VfL Osnabrück. Aber auch die SpVgg Unterhaching muss sich erneut strecken, um die Spielberechtigung für die kommende Drittliga-Saison zu erhalten. Der DFB wird die Vereine in der ersten Juni-Woche bezüglich der eingereichten Lizenz-Unterlagen schriftlich benachrichtigen.

liga3-online.de gibt im Folgenden einen Überblick über den aktuellen Status der erwähnten Vereine. Bei Neuigkeiten wird dieser Artikel entsprechend aktualisiert.

Arminia Bielefeld

Die Ostwestfalen hatten nach dem bitteren Abstieg am vergangenen Montag nur knapp eine Woche Zeit, um eine Etatlücke von rund einer Million Euro zu schließen, wenngleich der DSC bereits während der laufenden Zweitliga-Saison mit den Planungen für die Dritte Liga begann. Nur zwei Tage nach dem Abstieg kündigte Sponsor "Gerry Weber" an, sein bisheriges Engagement nicht nur fortzuführen, sondern den Betrag gar etwas zu erhöhen. Somit sieht Geschäftsführer Marcus Uhlig die Arminia auf einem guten Weg, auch wenn man noch keine Entwarnung geben könne. “Nach den überaus positiven Signalen in den vergangenen Tagen reißt die Welle der Unterstützung nicht ab. So konnten seit Mittwoch weitere Maßnahmen im Hinblick auf eine Spielberechtigung für die 3.Liga erfolgreich umgesetzt werden", teilte der Verein mit. Am Montag vermeldete die "Bild-Zeitung", dass der FC Schalke 04 für ein Benefizspiel auf die Alm kommen werde. Durch diese Partie könnte die Arminia weitere 200.000 Euro einnehmen. Zudem kündigten die DSC-Fans an, den Fanshop am Montag im Rahmen eines Flashmobs leer zukaufen. Beim MSV Duisburg kamen bei dieser Aktion am vergangenen Freitag über 100.000 Euro zusammen.

MSV Duisburg

Bei den Zebras bleibt die Lage weiterhin angespannt. Die Summe von 2,8 Millionen Euro, die bis Dienstag beim Deutschen Fußball-Bund hinterlegt werden muss, ist die größte aller Hürden, die ein Drittligist bei Abgabe der Unterlagen in dieser Saison überspringen muss. Aufgrund der zahlreichen Unterstützung der Fans sowie einiger Sponsoren gelang es innerhalb von nur 14 Tagen, die Lücke auf unter eine Million Euro zu drücken. "Auch für die noch notwendigen größeren Lösungen gibt es Grund zur Hoffnung“, erläutert MSV-Geschäftsführer Bernd Maas. Die Fans kauften am Freitag den Fanshop leer und sorgten somit innerhalb weniger Stunden für Einnahmen von über 100.000 Euro. "Es wird eine Punktlandung, aber es ist noch alles machbar", so Geschäftsführer Peter Mohnhaupt. Punktlandung vor allem deswegen, weil der MSV nur bei einer Lizenz-Erteilung am Leben bleibt. Verweigert der DFB den Meiderichern die Spielberechtigung, müsste der Traditionsverein Insolvenz anmelden, da beispielsweise der vereinbarte Schuldenschnitt nicht greifen würde.

VfL Osnabrück

Angespannt ist die Lage auch beim VfL Osnabrück. Von den ursprünglich rund einer Million Euro mussten in den vergangenen Tagen "nur" noch etwa 400.000 Euro gesammelt werden. Der VfL setzt auf seine Fans und startete ein Crowdfunding-Projekt, bei dem die erhoffte Summe innerhalb von nicht einmal 48 Stunden gezeichnet war. Das Problem dabei: Bislang ist erst etwa die Hälfte der Summe auch wirklich auf dem Konto eingegangen. Der Verein bittet daher alle Unterstützer, ihren noch nicht gezahlten Beitrag so schnell wie möglich zu überweisen. Auch die am Montag bevorstehende Verlängerung der Bürgschaften des Landes Niedersachsen für städtische VfL-Kredite ist für die Lizenzierung noch notwendig. Zudem wird nach dem Ausscheiden von "Kaffee Partner” weiterhin ein neuer Trikotsponsor gesucht. Ein weiterer großer Einnahmefaktor werden vier Freundschaftsspiele gegen namhafte Gegner in der kommenden Spielzeit darstellen. Neben den bereits festen Zusagen von Schalke 04, Hannover 96 und Fortuna Düsseldorf befindet man sich auch in guten Verhandlungen mit Borussia Dortmund.

Dynamo Dresden

Der ehemalige DDR-Meister muss eine Liquiditätsreserve in Höhe von rund 500.000 Euro beim DFB nachweisen. Die Stadt Dresden wird dem Traditionsklub unter die Arme greifen: Neben einem Mietzuschuss für das Stadion in Höhe von 1,12 Millionen Euro gewährt die Stadt eine Einmal-Zahlung in Höhe von 1,3 Millionen Euro. Insgesamt ist die SGD, zumindest was die kurzfristige finanzielle Lage angeht, auf einem guten Weg.

Hansa Rostock

Der Klub von der Ostsee muss bis Dienstag eine Liquiditätsreserve in Höhe von 1,2 Million Euro beim DFB hinterlegen. Viel Geld für den ehemaligen Bundesligisten, doch zuletzt wurden einige wichtige Schritte auf dem Weg zur Lizenz-Erteilung auf den Weg gebracht. Die Banken erlassen dem Verein im Rahmen eines Schuldenschnitts etwa zehn Millionen Euro an Schulden. Zudem nutzen die Rostocker ein sogenanntes “Sale-and-Lease-Back-Geschäft” (Rückmietkauf) mit einer Leasinggesellschaft. Der Klub erhält dabei eine Million Euro für seine Geschäftsstelle und mietet diese gleichzeitig wieder. Nach dem Ablauf von zehn Jahren endet der Vertrag und der Verein erhält die Geschäftsstelle zurück. Die noch fehlenden 200.000 Euro hat der F.C.H. gemeinsam mit seinen Partnern aufbringen können und kann somit die Bedingungen des DFB erfüllen.

Rot-Weiß Erfurt

Die Thüringer müssen zwar "nur" eine Summe im mittleren sechsstelligen Bereich beim DFB nachweisen, doch nach der verpassten DFB-Pokal-Qualifikation hat RWE rund 110.000 Euro weniger zu Verfügung, um die Lücke zu schließen. Somit hofft der Verein laut der "Thüringer Allgemeine" auf eine Soforthilfe einiger Sponsoren, um die Lücke rechtzeitig stopfen zu können.

SpVgg Unterhaching

Die Rand-Münchener können offenbar bereits aufatmen: Wie die "TZ" am Montag berichtet, werde der Verein die Lizenz mit einer Wahrscheinlichkeit von 99,9 Prozent erhalten. Nun warte man noch auf eine offizielle Bestätigung seitens des Verbandes. Zuletzt hing der Liga-Verbleib der Hachinger in der Schwebe, da der Etat nochmals auf nun deutlich unter eine Million Euro gekürzt werden musste, um Schulden abzubauen. “Wir wissen derzeit nicht, ob wir das wirtschaftlich problemlos stemmen können oder wollen. Die prognostizierten Kosten müssen sich mit den Einnahmen decken", gab Präsident Manfred Schwabl Ende April zu bedenken. Wie er dem “Bayrischen Rundfunk” sagte, könne er sich auch Spielergehälter von 250 Euro vorstellen. Dieses Konzept nahm der DFB nun offenbar an.

FOTO:  FU Sportfotografie

 

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