Das Restprogramm der Aufstiegskandidaten im Check
Die Drittliga-Saison 2025/26 geht in die finale Phase. Zehn Spiele entscheiden über den womöglich engsten Aufstiegskampf der letzten Jahre, denn zwischen Osnabrück (Platz 1) und Wiesbaden (Platz 8) liegen gerade einmal acht Punkte. Und das bei zahlreichen direkten Duellen, die noch ausstehen. liga3-online.de gibt einen Überblick auf das Restprogramm der Aufstiegskandidaten.
Restprogramm: Mannheim (H), Hoffenheim II (A), Schweinfurt (H), Duisburg (A), Cottbus (H), Ingolstadt (A), Verl (H), Wiesbaden (A), Ulm (H), Stuttgart II (A)
Durchschnittliche Platzierung: 10,5
Einschätzung: Aus neun Spielen holten die Lila-Weißen zuletzt sieben Siege, aber gegen direkte Konkurrenten wie 1860 (1:1) oder Rostock (2:2) punktete der VfL nicht dreifach. In den letzten Wochen wurde nur Essen aus dem Kreis der Mitwettbewerber um den Aufstieg geschlagen. Generell sind die direkten Duelle kein Faustpfand für Osnabrück, denn in zehn Begegnungen gab es nur 1,10 Punkte pro Partie. Einzig die Bilanz von RWE ist niedriger. Aber in allen anderen Spielen zeigte sich der VfL zuletzt äußerst stabil, sodass der Vorsprung ausreichend aufgebaut werden könnte. Vier Mal muss Osnabrück noch gegen direkte Konkurrenten ran.
Restprogramm: Aachen (A), Ulm (H), Havelse (A), 1860 (H), Osnabrück (A), Essen (H), Köln (A), Duisburg (A), Wiesbaden (H), Regensburg (A)
Durchschnittliche Platzierung: 9,4
Einschätzung: Seit zehn Spielen ist Claus-Dieter Wollitz mit den Lausitzern ungeschlagen, wenngleich sechs dieser Spiele nicht gewonnen werden konnten. Was jedoch hervorsticht, ist die Tatsache, dass sich Energie deutlich stabiler zeigt als beispielsweise im Vorjahr, wo die Lausitzer den Durchmarsch als Aufsteiger noch verspielte. Die Nervosität scheint einer gewissen Reife gewichen zu sein, wodurch ein Einbruch im Endspurt dieses Jahr nicht zu erwarten ist. Allerdings hat auch Cottbus noch in der Hälfte der ausstehenden Spiele einen direkten Konkurrenten vor der Brust.
Restprogramm: Rostock (A), 1860 (H), Essen (A), Osnabrück (H), Mannheim (A), Hoffenheim II (H), Aachen (A), Cottbus (H), Aue (A), Köln (H)
Durchschnittliche Platzierung: 8,0
Einschätzung: Duisburg hat das anspruchsvollste Restprogramm, was sich allein schon in den nächsten vier Partien gegen direkte Konkurrenten widerspiegelt. Schon in der Hinrunde war den Zebras anzumerken, dass diese Phase nicht leicht war (nur drei Punkte). Cheftrainer Dietmar Hirsch agierte daher zuletzt sehr clever, indem er offen die Frage in den Raum stellte, was in Duisburg eigentlich passieren sollte, wenn es nicht klappt. Dem Aufsteiger wird niemand böse sein, wodurch die Mannschaft beherzt alles reinwerfen kann, was sie zu bieten hat – und das ist angesichts der Tatsache, dass die Zebras im eigenen Stadion noch ungeschlagen sind, bekanntlich nicht wenig.
Restprogramm: Aue (H), Köln (A), Duisburg (H), Schweinfurt (A), Ingolstadt (H), Cottbus (A), Saarbrücken (H), Stuttgart II (A), Verl (H), Ulm (A)
Durchschnittliche Platzierung: 11,8
Einschätzung: RWE arbeitet unter Dauerdruck. Alleine die Niederlagen gegen Onsabrück und Rostock sorgten für Spannungen im Umfeld, die Uwe Koschinat mit seiner Mannschaft jedoch abschütteln konnten. Gegen Hoffenheim II (4:2) zeigte der Revierklub seine mentale Stärke, die das Team von der Hafenstraße auch bis zum Ende der Saison brauchen wird. Denn jeder Rückschlag wird frequentiert werden, so viel scheint sicher. Angesichts eines ausgeglichenen Restprogramms drängt sich der Eindruck auf, dass sich RWE selbst der größte Gegner werden könnte.
Restprogramm: Schweinfurt (H), Saarbrücken (H), Ulm (A), Rostock (H), Aue (A), Köln (H), Osnabrück (A), Havelse (H), Essen (A), 1860 (H)
Durchschnittliche Platzierung: 11,8
Einschätzung: Bis zum Jahreswechsel dominierte der Sportclub aus Verl die Liga, sodass viele Beobachter den vermeintlichen Außenseiter schon zu den sicheren Aufstiegskandidaten zählte. Doch bei den Ostwestfalen kam Sand ins Getriebe – möglicherweise, weil wieder einmal viele Leistungsträger bei höherklassigen Klubs im Gespräch sind und waren. Von allen Teams im Aufstiegsrennen hat Verl die schwächste Bilanz von 13 Punkten aus neun Spielen in der Rückrunde, aber die wahre Crunchtime kommt noch. Gerade in den letzten Spielen kann Verl gehörig für Spannung sorgen.

Restprogramm: Wiesbaden (H), Duisburg (A), Mannheim (H), Cottbus (A), Regensburg (H), Saarbrücken (A), Ulm (H), Schweinfurt (A), Ingolstadt (H), Verl (A)
Durchschnittliche Platzierung: 10,7
Einschätzung: Lange Zeit fehlte der Durchbruch bei den Münchner Löwen, doch der 5:0-Sieg beim TSV Havelse ließ den berüchtigten Knoten platzen. Fünfmal in Folge gingen die Sechzger als Sieger vom Platz, wodurch sich Markus Kauczinski mit seiner Mannschaft fulminant in die Spitzengruppe zurückspielte. Setzt 1860 diese Form fort, wird man zum Saisonende vielleicht sagen können, dass der Aufschwung genau zum richtigen Zeitpunkt gekommen war. Ein Herzschlagfinale am letzten Spieltag gegen Verl scheint denkbar.
Restprogramm: Duisburg (H), Wiesbaden (A), Köln (H), Verl (A), Ulm (H), Schweinfurt (A), Regensburg (H), Aachen (A), Stuttgart II (H), Saarbrücken (A)
Durchschnittliche Platzierung: 12,0
Einschätzung: Vor und nach der Länderspielpause wird es für die Kogge richtig kribbelig. In der echten Crunchtime werden die Ostseestädter aber nur noch Gegner haben, die als Pflichtsiege im Aufstiegskampf gelten werden. In dieser Phase können die Rostocker noch einiges an Boden gutmachen, doch je weniger in dieser Hinsicht ansteht, umso besser dürfte es für Hansa am Saisonende laufen. Ein Vorteil der Kogge? Die Brinkmann-Elf gilt als wertvollstes Team der Liga, was Qualität im Endspurt voraussetzt.
Restprogramm: 1860 (A), Rostock (H), Aachen (A), Havelse (H), Köln (A), Mannheim (H), Aue (A), Osnabrück (H), Cottbus (A), Hoffenheim II (H)
Durchschnittliche Platzierung: 9,5
Einschätzung: Seit November hat der SVWW im eigenen Stadion nicht mehr verloren, zuletzt gab es sieben Siege in Folge. Allerdings kommen nur noch zwei Kracher nach Wiesbaden, sodass die Mannschaft von Daniel Scherning ihre Qualitäten auch auf fremden Plätzen erhöhen muss. Grundsätzlich sind die Hessen dazu in der Lage, denn der Cheftrainer kann nach wie vor einen Schnitt von 2,00 Punkten pro Partie vorweisen – ein gemeinsamer Spitzenwert mit 1860-Kollege Kauczinski. Wiesbaden hat das Feld schon einmal von hinten aufgerollt, aber das Programm wird es den Hessen nicht einfach machen. Vier direkte Konkurrenten warten noch.






