Jetzt im Ticker: Schafft Darmstadt das Wunder?

Die Köpfe weit unten, die Blicke leer, die Stimmung im Keller – die Enttäuschung über die Niederlage stand den Spielern des SV Darmstadt 98 nach dem Relegationshinspiel gegen Arminia Bielefeld ins Gesicht geschrieben. 3:1 gewannen die Gäste im Stadion am Böllenfalltor, und das verdient. Zu wenig klare Chancen herausgespielt, und von diesen nur eine genutzt – das war an diesem Abend zu wenig gegen clever und vor allem effektiv auftretende Bielefelder. Das 0:1, erneut ein Weitschuss-Gegentor, war kaum zu verteidigen – Torschütze Christian Müller erwischte den Ball perfekt. Das 0:2 wiederum resultierte aus einem individuellen Fehler, den Torhüter Jan Zimmermann, der ansonsten in seinem letzten Heimspiel für die „Lilien“ eine gute Leistung zeigte, um den Schlaf gebracht haben dürfte. Nach dem Seitenwechsel kam Darmstadt besser ins Spiel, erzielte folgerichtig den Anschlusstreffer. Dass die Hausherren dann auf den Ausgleich drängten und durch einen Konter das 1:3 kassierten, passte zu diesem bitteren Abend. Denn bei aller Zufriedenheit über das bisher Geleistete – wenn man so weit gekommen ist, will man es als Sportler dann auch gewinnen. „Wir wurden durch das 0:1 geschockt. Danach haben wir etwas den Faden verloren. Mit dem 1:2 hätten wir leben können, aber das dritte Gegentor war unnötig“, ärgert sich Marco Sailer, der nach seiner Adduktoren-Verletzung unerwartet spielen konnte und sogar in der Startelf stand: „Für mich war es sehr schön auflaufen zu können, da ich damit eigentlich schon abgeschlossen hatte“, so der Publikumsliebling. Sailer spielte gemessen an seiner vierwöchigen Auszeit sehr gut und gab die Vorlage zum Tor von Milan Ivana.

Folgt das "Wunder von Bielefeld"?

Im Darmstädter Fanlager hatte kurz nach Spielende die Mehrheit freilich schon mit dem Thema Aufstieg abgeschlossen: „Das war’s“, war nach Schlusspfiff oft zu vernehmen. „Wichtig ist, dass wir daran glauben und es fühlen“, entgegnet Jerôme Gondorf darauf voller Kampfgeist. In der Tat, Darmstadt hat absolut nichts mehr zu verlieren. Diesen Geist lebte Trainer Dirk Schuster direkt auf der Pressekonferenz nach dem Hinspiel vor: Auf die Frage eines Journalisten, ob Schuster in Bielefeld nun auf kontrollierte Offensive setzen wolle, antwortete der nur: „Wieso kontrolliert? Wir müssen drei Tore schießen!“ Marco Sailer haut in dieselbe Kerbe: „Das Kind liegt eh schon im Brunnen, mal sehen, ob wir es noch herausholen können.“ Die klare Favoritenrolle liegt selbstverständlich bei Arminia Bielefeld, doch selbst Trainer Norbert Meier sprach davon, dass bislang lediglich der erste Schritt getan ist. Wenn das „Wunder von Bielefeld“ eintreten soll, muss für die „Lilien“ vieles zusammenpassen – doch hat es dies in dieser Saison so einige Male getan. Rostock (6:0; 1:0 für Darmstadt), Duisburg (4:0, 1:0), Mönchengladbach (6:5 nach Elfmeterschießen im DFB-Pokal) und etliche andere Teams können dies bestätigen. Ein Fan drückte seine Einstellung bezüglich des Rückspiels mit folgenden Worten aus: „Glaube, Liebe, Hoffnung.“

FOTO:  FU Sportfotografie

 

 
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