"Darf er schon sehen": FCI hadert mit dem Schiri und sich selbst

Der FC Ingolstadt hat am Samstag mit der 2:3-Niederlage nach 2:0-Führung gegen den SV Wehen Wiesbaden den Sprung auf Platz drei verpasst. Im Anschluss haderten die Schanzer mit sich selbst, aber auch mit dem Schiedsrichter.

Eckball vor dem 2:3 erhitzt die Gemüter

Es war die Szene in einem sehr unterhaltsamen Spiel: FCI-Torhüter Marius Funk fing einen hohen Ball von Benedict Hollerbach im Toraus ab und wollte das Spiel schnell machen. Doch Schiedsrichter Florian Exner zeigt zur Ecke. Für den Torwart, der den Ball bereits "mindestens einen halben Meter im Aus" gesehen hatte, eine klare Fehlentscheidung, mit weitreichenden Folgen. Der anschließende Eckball sprang nach Mrowcas Kopfball vom Innenpfosten an Funks Kopf und von da aus ins Tor. Doch so kurios das Tor auch gefallen war, gab es für den Torhüter auch im Nachhinein der Partie noch Unverständnis über die Schiedsrichter-Entscheidung. "Ein Linienrichter in der 3. Liga darf sowas schon sehen", sagte er im Anschluss der Partie bei "MagentaSport" sichtlich angefressen. Funk bemängelte die gesamte Leistung der Unparteiischen, die "nicht für eine klare Spielleitung gesorgt haben".

Trainer Rüdiger Rehm konnte sich ebenfalls "nicht erklären", wie der Eckball zum dritten Gegentor zustande kam: "Die Schiedsrichter helfen uns zurzeit nicht." Gleichwohl räumte er selbstkritisch ein: "Wir müssen uns an die eigene Nase fassen und besser spielen." Auch Funk wollte die Schuld, dass der FCI nach einer 2:0-Führung das Spiel noch aus der Hand gegeben hat, nicht beim Unparteiischen suchen: "Wir waren nicht mehr entschlossen in den Zweikämpfen. Wir verlieren zweimal nach einem zweiten Ball nach einem Standard die Ordnung."

Rehm nimmt Team in die Pflicht

Aus Rehms Sicht war das Ergebnis "sicherlich verdient für den SVWW. Ich bin sehr unzufrieden mit dem Auftritt heute. Ich wusste, dass wir, was die Leistung angeht, nicht zwei Tore im Vorsprung waren. Bei den Toren waren wir einfach sehr effektiv, sehr kaltschnäuzig". Für die Zukunft erwarte Rehm, dass seine Mannschaft in solchen Momenten "noch ein bisschen präsenter" werde. Zudem betonte der 43-Jährige, dass die verletzungsbedingte Auswechslung seines Kapitäns Tobias Schröck nach nur 27 Minuten der Mannschaft deutlich Stabilität gekostet habe. Die Präsenz in den Zweikämpfen und die Durchschlagskraft, betonte Rehm, fehle seiner Mannschaft "nicht erst seit heute".

Der ausschlaggebende Punkt war die mangelnde Standardverteidigung seiner Mannschaft. "Die Spieler, die auf dem Platz sind, müssen sich steigern und eine Schippe drauflegen", nahm er seine Mannschaft für zukünftige Aufgaben in die Pflicht. Am kommenden Samstag treffen die Ingolstädter auf die Zweitvertretung vom SC Freiburg. Dann hofft Rehm, auf eine Rückkehr der derzeit verletzten Spieler und eine "deutliche Leistungssteigerung" seiner Mannschaft.

 
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