Dank Bär und Thiel: Aue dreht Spiel bei 1860 spät und furios

Im späten Samstagsspiel hat sich Erzgebirge Aue bei 1860 München mit 2:1 durchgesetzt. Nachdem die Löwen bis zur 85. Minute vorne lagen, drehte der FCE die Partie binnen zwei Minuten, einer der Torschützen war ausgerechnet Marcel Bär. Während der FCE damit ungeschlagen bleibt und auf Platz 2 vorrückt, kassierte 1860 die dritte Pleite in Folge.

Temporeicher Beginn von beiden Teams

1860 musste nach zwei Siegen zum Saisonstart zuletzt zwei Pleiten einstecken. Aue grüßte nach den 14 Uhr-Spielen mit acht Punkten von Platz drei. Im Vergleich zur 0:3-Klatsche in Sandhausen setzte Löwen-Trainer Maurizio Jacobacci auf Lang, Guttau und Zejnullahu, die anstelle von Kurt, Greilinger und Starke starteten. Sein Pendant Pavel Dotchev nahm ebenso drei Veränderungen zum 1:1 in Lübeck vor. Für Majetschak, Schwirten und Thiel durften Schikora, Tashchy und Bär von Beginn an ran. Besonders war das Spiel natürlich für Marcel Bär, der in der Saison 21/22 im Trikot der Löwen noch Torschützenkönig in der 3. Liga geworden war.

Wer gleich zu Beginn einen offenen Schlagabtausch erwartet hatte, dessen Erwartungen wurden erfüllt. Beide Teams versteckten sich in den ersten Minuten nicht und spielten munter nach vorne, die letzte Torgefahr und Präzision in den Abschlüssen fehlte allerdings. Sinnbildlich dafür stand eine Torannäherung der Gäste, die in Person von Danhof die Kugel vom rechten Flügel ins Zentrum brachten. Dort stand Bär, der aber im letzten Moment an einem kontrollierten Abschluss gehindert wurde (17.). Nur eine Minute später zückte Schiedsrichter Weisbach den ersten gelben Karton. Lang unterband aufseiten der Auer einen Konter der Hausherren und sah dafür berechtigterweise eine Verwarnung.

In der Folgezeit konnte keine der Mannschaften das hohe Tempo der Anfangsphase halten, und so flachte die Partie zusehends ab. Die Teams schalteten einen Gang zurück und holten sich Sicherheit im eigenen Ballbesitz, ohne vorschnell ihr Glück in der Offensive zu versuchen. Kurz vor der Pause hatte Bär aber doch noch die Führung auf dem Fuß. Tashchy brachte den Ball über die linke Seite in den Strafraum, wo der Torjäger blank stand und nur noch einschieben. Ein von ihm geschlagenes Luftloch verhinderte dann aber einen erfolgreichen Abschluss (42.). So ging es torlos in die Pause.

Zwarts bringt die Löwen-Führung, Aue dreht das Spiel

Die ersten Minuten der zweiten Halbzeit ähnelten der Highlight-armen Phase vor der Pause. Beide Mannschaften versuchten vornehmlich keine Fehler zu machen und spielten eine Vielzahl von langen Bällen. Nach 53 Minuten bebte das Stadion an der Grünwalder Straße dann erstmals und zeigte, wie laut es werden kann. Schröter behauptete die Kugel auf der rechten Seite und konnte seinen Bewacher Jakob mit einem Haken enteilen. Am Strafraumeck spielte er Zwarts die Kugel dann genau in den Fuß, und der schloss direkt mit dem ersten Kontakt ab. 1860 drückte dann aufs zweite Tor, und nur drei Minuten später musste Aues Torwart Männel in höchster Not retten. Vrenezi hatte in der Mitte viel zu viel Platz und Zeit und versuchte es einfach mal. Bei dem gut geschossenen Versuch musste Männel übergreifen, konnte den Ball aber gerade noch so aus dem Eck kratzen (56.).

Es ging weiter nur in eine Richtung, und 1860 wollte den Sack zumachen. Vrenezis Hereingabe rutschte nach unglücklicher Abwehrarbeit der Gäste bis zu Frey durch, der das Spielgerät annehmen konnte und nur noch versenken musste. Sein wuchtiger Schuss traf allerdings nur Vukancic. Zwarts' Nachschuss parierte Männel dann aus kurzer Distanz (65.). Die vielen Wechsel auf beiden Seiten störten den Spielfluss zusehends, und so kam es in der Folgezeit nur noch selten zu gefährlichen Szenen vor den Toren.

In der 85. Minute erzielte Aue aber doch noch den Ausgleich. Meuer legte im Strafraum auf – na klar – Bär ab, und der zögerte nicht lange (85.). Der Gästeblock stand Kopf. Und nur zwei Minuten später explodierte er förmlich. Meuer gewann die Kugel am Strafraum der Sechzger und spielte Bär an. Dessen geblockter Schuss landete vor den Füßen von Thiel, und der schweißte den Ball aus kurzer Distanz in die Maschen. Aue überstand dann auch die fünf Minuten Nachspielzeit und sicherte sich so den wichtigen Dreier. Damit sind die Veilchen weiterhin ungeschlagen und rücken in der Tabelle auf Platz zwei vor, während 1860 nach der dritten Pleite in Serie auf den elften Rang zurückfällt.

   
Back to top button