Dahmani im Interview: "Es geht um alles oder nichts"

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Im Interview mit liga3-online.de spricht Hamdi Dahmani, Kapitän von Fortuna Köln, über die Negativserie seiner Mannschaft, die vielen Gegentore in der Schlussphase, das kommende Duell mit der ebenfalls kriselnden SpVgg Unterhaching und ein mögliches Herzschlagfinale am letzten Spieltag.

"Solche Spiele zu verlieren, tut extrem weh"

liga3-online.de: Seit sechs Ligaspielen wartet Fortuna Köln auf einen Sieg, zuletzt gab es eine 0:3-Niederlage beim Aufstiegsanwärter SV Wehen Wiesbaden. Was muss besser werden, um im Endspurt der Saison wieder besser zu punkten, Herr Dahmani?

Hamdi Dahmani: Grundsätzlich müssen wir an die guten Leistungen der letzten Wochen anknüpfen. Wir haben nicht schlecht gespielt, sondern zu viele individuelle Fehler gemacht und uns so um den verdienten Lohn gebracht. Diese Fehler müssen wir abstellen. Wenn uns das gelingt, werden auch die Ergebnisse wieder stimmen.

Auffällig ist, dass die Fortuna in den letzten Wochen häufig erst in der Schlussphase den Sieg verspielte. Wie ist das zu erklären?

Wir investieren immer sehr viel. Vielleicht fehlte uns am Ende die nötige Kraft und Konzentration, um den Sieg ins Ziel zu bringen. Das darf natürlich nicht sein und daran werden wir arbeiten. Einige Gegentore waren aber auch sehr unglücklich, das kommt dann noch dazu.

Wie schwer ist es, sich nach so vielen späten Gegentoren immer wieder aufs Neue aufzurappeln?

Enorm schwer. Es ist eine physische und psychische Belastung, wenn man gut spielt, häufig in Führung geht, schlussendlich aber dann doch mit leeren Händen dasteht. Bei der 3:4-Niederlage beim FC Energie Cottbus hatten wir ja sogar zwischenzeitlich einen Rückstand gedreht. Solche Spiele zu verlieren, tut extrem weh. Und bleibt nichts anderes übrig, als weiterzumachen. Wir wollen die vielen Rückschläge schnellstmöglich überwinden.

Hat die Stimmung in der Mannschaft darunter gelitten?

Definitiv, etwas anderes wäre gelogen. Wir befinden uns im Abstiegskampf und haben in den zurückliegenden Wochen zahlreiche Siege auf den letzten Metern verspielt – da ist es normal, dass nicht alle Köpfe oben sind. Wichtig ist jetzt, dass wir die Köpfe nicht in den Sand stecken, sondern weiter positiv denken.

 

"Wollen uns bereits vorher retten"

Am Samstag hat die Fortuna die SpVgg Unterhaching zu Gast, die sich nach acht Spielen ohne Sieg und Torerfolg ebenfalls im Abstiegskampf befindet. Wie schätzen Sie den Gegner ein?

Unterhaching ist derzeit sehr schwierig einzuschätzen. Bei einer solchen Negativserie wünscht man sich Woche für Woche, dass der Knoten endlich platzt. Auch am Samstag wird Haching wieder alles in die Waagschale werfen, um die Talfahrt zu beenden. Das gilt aber ebenso für uns – auch wir kämpfen gegen einen Negativlauf an. Bei der Ausgangslage beider Teams erwarte ich keinen fußballerischen Leckerbissen. Es wird darauf ankommen, wer kämpferisch mehr zu bieten hat.

Als wie wichtig erachten Sie die Partie?

Es sind nur noch fünf Spiele zu absolvieren. Spätestens jetzt muss allen klar sein, dass jede verbleibende Partie extrem wichtig ist. Die entscheidende Phase beginnt und da geht es um alles oder nichts.

Fünf Spieltage vor Saisonende geht es immer noch sehr eng zu, Platz 14 und 19 trennen gerade einmal fünf Punkte. Erwarten Sie am letzten Spieltag ein Herzschlagfinale um den Klassenverbleib?

Es ist gut möglich, dass erst am letzten Spieltag entschieden wird, wer absteigt. Wie jedes Jahr ist die Liga eng und ausgeglichen, es könnte also ein sehr spannendes Saisonfinale geben. Ich hoffe, dass wir dabei kein Protagonist sein werden. Wir wollen uns bereits vorher retten und nicht bis zum Saisonende zittern müssen.

Welche vier Teams werden Ihrer Meinung nach den Gang in die Regionalliga antreten müssen?

Alleine aus Respekt vor allen anderen Teams möchte ich keine Prognose wagen. Das wäre aber ohnehin schwierig. Sogar Mannschaften aus der oberen Tabellenhälfte müssen weiterhin aufpassen. Es kann noch wahnsinnig viel passieren.

   

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