"Da kann ich nur den Hut ziehen": Münster darf nach oben schielen

Beim Heimsieg gegen den MSV Duisburg bewies Preußen-Coach Sascha Hildmann am Freitagabend einmal mehr ein goldenes Händchen, kamen doch alle drei Treffer durch Joker zustande. Als Tabellenvierter dürfen die Adlerträger nun vorsichtig nach oben schielen.

"Oh, wie ist das schön"

Es wurde gehüpft, gesungen und im Takt geklatscht: Als die Mannschaft nach Spielende die Ehrenrunde durch das Stadion drehte, war die Stimmung auf den Rängen ausgelassen. Kein Wunder, schließlich stand der dritte Sieg in Folge zu Buche, zudem sind die Adlerträger in diesem Jahr noch immer ungeschlagen. "Oh, wie ist das schön", stimmen die Fans daher siegesfreudig an. Großen Anteil am erneuten Erfolg hatte Trainer Sascha Hildmann, der mit Yassine Bouchama und Gerrit Wegkamp die beiden Torschützen eingewechselt hatte. Während Bouchama nur 26 Sekunden nach Wiederanpfiff traf, netzte Wegkamp sogar doppelt ein (74. / 90.+5). Es waren die Jokertore 11 bis 13 in der laufenden Saison – Liga-Spitze. Das Hildmann nach Spielende mit Sprechhören von den Rängen gefeiert wurde, als er gerade zum Interview mit "MagentaSport" kam, war daher fast schon die logische Konsequenz. "Das berührt mich total und ist Wahnsinn. Wir haben so tolle Fans. Die Unterstützung ist im Moment fantastisch."

Die hohe Anzahl von Jokertoren führte er derweil nicht etwa auf hellseherische Fähigkeiten, sondern vielmehr auf die hohe Qualität im Kader zurück. "Die Jungs, die reinkommen, sind ja meist noch viel wichtiger als die, die auf dem Platz standen, weil sie das Niveau nochmal anheben müssen. Und wie die das machen, da kann ich nur den Hut ziehen. Es ist egal, wie du es machst. Es ist einfach Wahnsinn." Für einen Trainer sei es "super", einen Wegkamp nachladen zu können. "Das macht ja auch was in der gegnerischen Mannschaft. Die sagen dann auch: 'Ey, jetzt kommt der noch, wow!‘ Es ist eine schöne Sache für den Trainer. Die Jungs verstehen das – meistens jedenfalls."

Wegkamps Wette mit Rühle

Wegkamp selbst strahlte nach Abpfiff natürlich über beide Ohren. Dass er in dieser Saison bislang meistens von der Bank kam, ist für ihn kein Problem. "Ich muss mich in den Dienst der Mannschaft stellen. Wenn ich auf der Bank sitze, sitze ich auf der Bank. Wenn ich spiele, dann spiele ich", zeigte er sich ganz bescheiden und fügte mit einem Augenzwinkern an: "Vielleicht ist es gerade ein Nachteil, dass ich es von der Bank so gut mache."

Durch den erneuten Sieg sind die Preußen vorerst Vierter – bei nur noch vier Punkten Rückstand auf Rang 3 zu Ulm. Darf jetzt nach oben geschielt werden? "Von uns Spielern nein, aber dass es drumherum mal aufkommt, ist ganz normal", blieb Wegkamp zurückhaltend. Und das, obwohl er mit Ulms Tobias Rühle (mittlerweile in Illertissen) vor der Saison eine Wette abgeschlossen hatte, dass die Preußen am Ende vor den Spatzen stehen werden. "Dass wir beide so weit oben stehen, hätten wir selbst nicht gedacht", grinste Wegkamp. Weitere Punkte sammeln können die Adlerträger nächste Woche in Aue – dann wieder mit Jokertoren? Auf Simon Scherder muss Münster nach dessen fünfter gelber Karte jedoch verzichten.

   
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