Chemnitzer FC: Wahl des Aufsichtsrates gescheitert

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Das Chaos beim Chemnitzer FC hält an. Bei der mit Spannung erwarteten Mitgliederversammlung am Montagabend ist die Wahl des Aufsichtsrates gescheitert. Nun droht die Liquidation des Vereins.

Gemeinsame Liste abgelehnt

Wie der "MDR" berichtet, haben die Mitglieder die gemeinsame Liste von Notvorstand, Fußball-GmbH und Ehrenrat zur Wahl des Aufsichtsrates abgelehnt. Demnach habe der siebenköpfige Wahlvorschlag, auf den sich die Beteiligten am vergangenen Donnerstag verständigten, nicht die nötige einfache Mehrheit erreicht. Von 674 stimmberechtigten Mitgliedern sollen nur 237 der Liste zugestimmt haben – 343 lehnten sie ab.

Es kam daraufhin zu Einzelwahlen der entsprechenden Personen. Während Annette Neuerburg (480 Stimmen), Timo Kermer (309), Norman Löster (502), Knut Müller (407) nach "MDR"-Angaben die notwendigen Stimmen erhielten, wurden Katrin Johst (187) und Doreen Pfeifer (215) abgelehnt. Weil Olaf Pönisch (einer von vier Gesellschaftern der CFC Fußball GmbH) seine Kandidatur nach der Ablehnung der Liste zurückzog, ist die Wahl des Aufsichtsrates gescheitert, da das Gremium laut der Satzung aus mindestens fünf Mitgliedern bestehen muss.

Liquidation droht

Somit steht der CFC nun auch ohne Vorstand da. Diesen sollte der neue Aufsichtsrat eigentlich wählen. Auch der Notvorstand ist nach dem Rücktritt von Andreas Georgi handlungunsfähig. Die Amtszeit der übrigen Mitglieder (Annette Neuerburg und Frank Sorge) endet Ende August. "Das Amtsgericht, dass sie bestellt hat, müsste ihre Frist verlängern, sodass sie eine neue Mitgliederversammlung einberufen können. Das wird allerdings einige Wochen oder Monate dauern", schreibt die "Freie Presse". Wie es nun weitergeht, ist offen. "Ich erlebe eine der bittersten Stunden beim CFC", sagte Versammlungsleiter Mario Lengtat laut der Zeitung. Insolvenzverwalter Klaus Siemon, der bei der Mitgliederversammlung nicht anwesend war, soll laut Neuerburg bei einer Ablehnung der gemeinsamen Liste mit der Liquidation des Vereins gedroht haben.

Dieser Schritt würde die Löschung aus dem Vereinsregister bedeuten, zeitgleich wäre die Lizenz für die kommende Drittliga-Saison in Gefahr. "Mit Auflösung oder Verlust der Rechtsfähigkeit des Muttervereins verliert die Tochtergesellschaft ihr Antragsrecht für eine Zulassung für die folgende Spielzeit", heißt es im DFB-Statut: "Eine bereits erteilte Zulassung erlischt mit dem Ablauf des Spieljahres, für das sie erteilt worden ist. Eine neue Zulassung wird nicht erteilt." Der Chemnitzer FC blickt einer ungewissen Zukunft entgegen.

   
  • Sterneneisen

    Da fehlt doch eine wichtige Information: Der IV kann wohl kaum mit der Liquidation des Vereins drohen. Das liegt nicht in seiner Hand. Und wenn er auf die grandiose Idee kommt, einfach die Arbeit einzustellen, dann wird er vor Gericht nur die nächste Niederlage kassieren.
    Ich frage mich sowieso, warum der Verein nicht bereits Beschwerde eingelegt hat bzw. warum er nicht den Wechsel des IVs anstrebt. Angesichts Siemons öffentlicher Äußerungen, diverser Drohungen & unsinniger Klagen liegt doch nahe, dass er eben nicht so arbeitet, wie man es erwarten könnte.

    • Phillip

      Wieso sollte er das nicht können?

      • Sterneneisen

        Das kann nur sein Auftraggeber – das zuständige Insolvenzgericht.

  • Kolja Liebscher

    Macht endlich Schluss mit dem unseligen Theater! Abwickeln und neu anfangen. In Leipzig z.B. haben die Traditionsvereine Lok und Chemie auch eine Neu – "Auferstehung" geschafft. Eure wahren Fans tragen Euch auch wieder nach oben – Liebe kennt keine Liga!

liga3-online.de