Chemnitz: Torloses Unentschieden mit hohem Unterhaltungswert

Der Chemnitzer FC bleibt auch im sechsten Pflichtspiel der laufenden Saison ungeschlagen, muss nach dem 0:0 gegen den MSV Duisburg allerdings den Verlust der Tabellenführung verschmerzen. In einer gutklassigen und äußerst kurzweiligen Drittligapartie verhinderte die mangelnde Chancenverwertung auf beiden Seiten die Gelegenheit zu mehr als nur einer Punkteteilung. Jedoch dürfte einzig wer mit der Erwartung an ein erneutes Torfestival wie zuletzt im DFB-Pokal ins Stadion an der Gellertstraße gepilgert war, sich am Ende des Spiels ob der Nullnummer etwas enttäuscht gezeigt haben. Der Rest der knapp 6.200 Zuschauer dürfte trotz des torlosen Unentschiedens voll und ganz auf seine Kosten gekommen sein.

Mangelnde Chancenverwertung auf beiden Seiten

Das Gerangel um die Tabellenspitze konnte sich der CFC in den letzten beiden Tagen noch bequem vor dem Fernseher verfolgen. Durch die Siege des SV Wehen Wiesbaden und der SpVgg Unterhaching musste allerdings tatenlos zugesehen werden, wie der Platz an der Sonne den Besitzer wechselte. Insofern war die Marschroute gegen die Zebras eigentlich klar, ein Sieg sollte her, um wieder auf Platz eins vorzustoßen. Für dieses Unterfangen vertraute Heine deshalb fast exakt der gleichen Elf, die Mainz aus dem Pokal warf. Lediglich Tom Scheffel rückte für den verletzten Kevin Conrad neu ins Team. Die Abwehr stand der Umstellung zum Trotz erneut sehr sicher und in der Offensive setzten die Himmelblauen wiederholt gute Akzente, ließen jedoch beste Chancen auf dem regennassen Rasen liegen. Anton Fink, der sich sonst frei vor dem generischen Tor nicht zweimal bitten lässt, versäumte es, nach mustergültiger Vorarbeit von Fabian Stenzel, die Führung zu besorgen. Sein Flachschuss aus gut 14 Metern ging nur um Haaresbreite am linken Pfosten vorbei (21.). Ähnlich knapp scheiterten Reagy Ofosu, der den Ball nach unfreiwilliger Vorlage von Thomas Meißner am Dreiangel vorbeizirkelte, und auf der Gegenseite die Offensivprotagonisten Zlatko Janjic und Nico Klotz, die in Keeper Philipp Pentke ihren Meister fanden.

Hohes Tempo auch nach der Pause – der Torabschluss bleibt zu umständlich

Eine Verschnaufpause gönnten sich beide Teams eigentlich nur zwischen den Halbzeiten, denn pünktlich mit Beginn der zweiten Spielhälfte ging der Schlagabtausch munter weiter. Reagy Ofosu erwies sich einmal mehr als nimmermüder Dauerläufer, dem allerdings in der entscheidenden Situation erneut die nötige Kaltschnäuzigkeit fehlte. Die Duisburger Abwehr erfolgreich wie Slalomstangen umdribbelnd, gelang ihm vor Michael Ratajczak nur ein unplatzierter Flachschuss (76.). Zlatko Janjic machte es da auf der Gegenseite nicht viel besser und scheiterte per Kopfball an Philipp Pentke. Der CFC-Schlussmann, in der Liga erst einmal bezwungen, zeigte außer ein, zwei kleiner Aussetzer erneut eine solide Leistung und war, wenn gefordert, immer zur Stelle. Doch auch ihm kam, genau wie seinem Duisburger Gegenpart Michael Ratajczak die heutige Abschlussschwäche der Angriffsreihen zu Gute. Gewissermaßen bezeichnend, gestaltete sich daher auch die letzte große Torgelegenheit vor dem Schlusspfiff. Gleich vier Himmelblaue trauten sich im Strafraum nicht, den Abschluss zu suchen und doch noch die Führung zu erzwingen.

Gegen die Stuttgarter Kickers ist wieder mehr Effektivität gefordert

„Man hat gesehen, dass beide Teams dieses Spiel unbedingt gewinnen wollten. Für die Spieler ist es allerdings schwer, jede Woche physisch und psychisch an 100 % heranzukommen.“, gab CFC-Trainer Karsten Heine eine mögliche Erklärung für die fehlende Effektivität vor dem Tor. Die Bilanz seiner Mannschaft kann sich dennoch sehen lassen. Als eines von nur drei ungeschlagenen Teams und mit elf Punkten im Gepäck kann der CFC mit breiter Brust gen Schwaben aufbrechen und bei den Stuttgarter Kickers wieder auf die Siegerstraße zurückkehren.

FOTO: Chris Lässig

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