CFC dreht Kellerduell spät – Haching übernimmt die Spitze

Der 9. Spieltag in der 3. Liga brachte am Samstag eine Menge Drama. Während Lautern und Magdeburg in einem stimmungsvollen Spiel die Punkte teilten, befreite sich Chemnitz mit einem Last-Minute-Sieg gegen Jena ein wenig. Das Spitzenduo der Liga konnte keine Siege einfahren, da in Halle ein Kuriosum den Preußen einen Punkt sicherte. Dagegen springt die SpVgg Unterhaching auf den Platz an der Sonne und Duisburg bezwingt die Löwen.

Kaiserslautern 1:1 Magdeburg: Remis bei Schommers-Debüt

Unterstützt von über 4.000 Fans gastierte der 1. FCM beim kriselnden 1. FC Kaiserslautern, wo Boris Schommer an der Seitenlinie sein Debüt feierte. Die Partie nahm sich allerdings eine lange Anlaufzeit ohne jegliche Torgefahr. Es dauert bis zur 15. Minute, ehe ein Distanzschuss von Betram aus 20 Metern das Lattenkreuz des FCK-Tores nur knapp verfehlte und die erste Chance markierte. Der FCM probierte es weiterhin aus der Distanz, diesmal über Jacobsen, der jedoch auch knapp am Tor vorbeizog (24.). Die Pfälzer wirkten bemüht, aber größtenteils gehemmt. Dagegen übernahm der FCM immer mehr die Kontrolle. Beck verpasste eine Hereingabe von Osei-Kwadwo nur haarscharf (38.). Mit einem Pfeifkonzert mussten sich die FCK-Spieler bei einem torlosen Remis in die Kabine verabschieden.

Die Kabinenansprache schien den Gastgebern etwas mehr Mut gemacht zu haben, zumindest agierte der FCK nun deutlich aggressiver. Prompt wurden die Pfälzer nach einer Stunde belohnt. Ein wunderbarer Ball in den Lauf von Pick konnte vom Mittelfeldmann aus 14 Metern halblinks vor dem Tor flach eingenetzt werden (63.). Magdeburg blieb insgesamt das bessere Team und belohnte sich dafür. Nach einer Ecke rutschte das Leder von Beck zu Müller durch, der aus fünf Metern volley ins lange Eck traf (79.). Magdeburg drängte nochmal auf den Siegtreffer und hätte diesen durch Bertram in der 90. Minute beinahe erzielt, doch sein Schuss ging am Tor vorbei. Es blieb somit beim Remis auf dem Betzenberg. Lautern bleibt 14., Magdeburg verbessert sich auf Rang acht.

Chemnitz 3:2 Jena: Last-Minute Schock für Jena

Das absolute Kellerduell des Spieltags fand an der Gellertstraße in Chemnitz statt. Beide Teams suchten zu Beginn ihr Heil in der Flucht nach vorne, hatten aber nur Halbchancen über Tuma (7.) für Chemnitz und Günther-Schmidt (10.) für Jena. Die Gäste aus Jena waren es nach gut einer Viertelstunde, die in Führung hätten gehen müssen. Im Anschluss an eine Ecke köpfte Obermair das Leder aufs Tor, Jakubov konnte aber mit einer bärenstarken Parade noch retten (16.). Fast im Gegenzug schlenzte Hosiner das Leder einen Meter am Tor des FCC vorbei (20.). Das bessere Team in dieser Phase blieben allerdings die Thüringer, die sich kurz darauf selbst belohnten. Eine Ecke von Hammann rutschte irgendwie auf den Fuß von Obermair durch, der aus zehn Metern flach zur Führung trag (25.). Fast aus dem Nichts gelang dem CFC fünf Minuten vor der Pause der glückliche Ausgleich per Elfmeter. Nach einem Foul von Coppens gegen Tuma im Strafraum übernahm Hosiner die Verantwortung und verwandelte unten rechts zum 1:1 (42.). Nur 120 Sekunden später hätte Tuma das Spiel sogar drehen können, aber diesmal erwischte Coppens gegen den alleine auf ihn zulaufenden Chemnitzer den Ball.

Nach dem Seitenwechsel stellte Jena die Führung schnell wieder her. Weil Sarmov in der eigenen Hälfte einen Trick versuchte und das Leder verlor, konnte Jahn alleine in die Box eindringen und durch die Beine von Jakubov zur Führung treffen (51.). Von Chemnitz kam auch weiterhin viel zu wenig in der Offensive. Dagegen musste Jakubov gegen Zejnullahu in der 60. Minute mit einer starken Parade einen höheren Rückstand verhindern. Erst in der Schlussphase fingen die Himmelblauen an sich zu wehren und kamen wie aus dem Nichts zum Ausgleich. Milde flankte von rechts auf den Kopf von Awuku, der aufs Tor köpfte. Volkmer versuchte noch zu retten, konnte aber nur noch unter die eigene Latte köpfen. Als wäre das nicht schon Schock genug für Jena, kam es am Ende noch bitterer. In der 90. Minute wurde Hosiner quasi auf der Torlinie von seinem Mitspieler Garcia angeschossen und traf zum 3:2-Siegtor für seine Farben, die einen höchst glücklichen Dreier im Kellerduell feiern durften. Während Chemnitz damit den ersten Saisonsieg feierte, kassierte Jena die achte Pleite im neunten Spiel und bleibt abgeschlagen Letzter.

Köln 0:0 Braunschweig: BTSV betreibt Chancenwucher

Das Spitzenspiel in Köln wäre – abgesehen von einer Pyro-Show der Gästefans – fast mit einem Paukenschlag gestartet. Eine Flanke von Otto auf der rechten Außenlinie erreichte auf Seiten der Gäste Nick Proschwitz, der völlig frei vor dem Tor etwas überhastet einen Volley ansetzte und über das Tor zielte (4:). Der BTSV blieb klar das bessere Team und hatte in der 18. Minute Pech, als der wieder durch Otto in Szene gesetzte Kammerbauer mit einem Schuss aus dem linken Strafraumeck nur den linken Torpfosten traf. Die Viktoria brauchte bis zur 27. Minute, ehe mal ein Abschluss zustande kam. Maik Wunderlich – der kurz danach ausgewechselt werden musste – probiert es flach aus 24 Metern, aber Fejzic tauchte ab und parierte (27.). Auf der Gegenseite versiebten die Braunschweiger fahrlässig beste Chancen durch Proschwitz (38.) oder Ziegele (40.), der im Strafraum zu Fall gebracht wurde. Der Elfmeterpfiff blieb aber aus. Das 0:0 zur Pause war für Viktoria mehr als glücklich.

Auch nach Wiederanpfiff setzte Braunschweig in der Offensive Akzente. Kammerbauer schoss allerdings links vorbei (49.). Die erste dicke Chance ergab sich in der 61. Minute. Wieder war es Proschwitz, der im Duell gegen Patzler aus spitzem Winkel den kürzeren Zog und nicht zur Führung treffen konnte. Zum Ende des Spiels ging den Löwen ein wenig die Puste aus, sodass außer zwei Halbchancen für Otto (70) und Gottschling (83) auf beiden Seiten eigentlich nichts mehr passierte. Erst in der 93. Minute setzte Bunjaku für Köln eine Riesenchance über das Tor, sodass Braunschweig am Ende beinahe glücklich über den Punkt sein konnte, obwohl sie klar das bessere Team waren. In der Tabelle rutscht Braunschweig auf Rang drei ab, Köln bleibt Vierter.

Halle 2:2 Münster: Kuriosum bringt Halle um den Sieg

Das Spiel an der Saale drückte von Beginn an auf das berühmte Gaspedal, sowohl kämpferisch als auch mit Offensivaktionen. Nach 14 Minuten hatten beide Teams schon eine gelbe Karte zu verzeichnen und in der 15. Minute rutschte ein weiter Jopek-Freistoß an den Pfosten des Gästetores. Halle blieb weiterhin das spielerisch bestimmende Team, konnte sich aber in der Folge kaum noch Abschlüsse erarbeiten. Dies war auch einer taktischen Umstellung der Preußen geschuldet, bei denen Rodrigues Pires nach 24 Minuten arg gelb-rot-gefährdert ausgewechselt wurde. Entsprechend ging es torlos in die Kabine, nachdem Bahn in der Schlussminute der 1. Hälfte einen Schlenzer über das Tor gesetzt hatte.

Aus dem Nichts gingen kurz nach dem Seitenwechsel die Preußen in Führung. Ein Konter über Öczan landete links beim freistehenden Mörschel, der aus zehn Metern ins linke Eck traf (48.). Halle brauchte einen Moment um sich anzupassen, schlug aber zurück. Eine Flanke von der linken Seite wurde von Erdogan an den zweiten Pfosten verlängert, wo Pascal Sohm ins leere Tor einköpfte (64.). Zehn Minuten später bot sich für den HFC die Riesenchance zur Führung, weil Heidemann mit der Hand zum Ball gegangen war und es Strafstoß gab. Baxter Bahn trat zum Elfmeter an und verwandelte diesen in die Mitte zur verdienten Führung (77.). Die Fans feierten schon ihren vermeintlich sicheren Sieg, wurden aber wieder kalt erwischt. Bei einem Wechsel der Hallenser war Boyd noch nicht ganz vom Feld, da lief das Spiel schon wieder an. Eine Flanke von links landete bei Joel Grodowski, der zum 2:2 traf (88.). Nach minutenlanger Diskussion wurde der Treffer gegeben, was ein absolutes Kuriosum in der Liga darstellen dürfte. Das Spiel endete entsprechend mit einem Remis, das für den HFC deutlich zu wenig sein dürfte. Die Tabellenführung muss Halle an Unterhaching abgeben.

Duisburg 2:1 TSV 1860: Münchner Blitzstart reicht nicht

Noch keine einzige Minute war in Duisburg gespielt, da jubelten gleich die Gäste. Ein Ball in die Spitze erreichte links im Strafraum Sascha Mölders, der das Leder in die Mitte auf den einstartenden Owusu lupfte. Der Leihspieler aus Bielefeld lies sich nicht lange bitten und traf flach zur Führung (1.). Duisburg musste sich kurz schütteln und antwortete. Daschners Flanke von der linken Seite landete perfekt auf dem Kopf von Vermeij, der das Leder gegen die Laufrichtung von Bonmann ins linke Eck drückte (14.). Das Momentum kippte im Zuge des Tores auf die Seite der Zebras. Stoppelkamps Abschluss nach 21 Minuten wehrte Bonmann auf die Füße von Daschner ab, der aber das Tor knapp verfehlte. München seinerseits blieb allerdings auch gefährlich. Steinharts Freistoß nach einer halben Stunde konnte Leo Weinkauf mit einer Flugparade noch zur Ecke lenken. Bis zur Pause belauerten sich beide Teams, kreierten aber keien weiteren Torchancen mehr.

Nach dem Seitenwechel erwischte diesmal der MSV den besseren Start. Zuerst scheiterte Bitter per Kopf am Pfosten und Albutat im Nachschuss an Bonmann (47), aber nur wenige Minuten später gingen die Zebras verdient in Führung. Stoppelkamp setzte sich auf rechts durch und flankte perfekt auf den Kopf von Daschner, der aus drei Metern völlig frei vor dem Tor einköpfte (51.). Die Löwen mussten wieder nach vorne spielen, taten sich dabei aber mächtig schwer. Beinahe hätte Bonmann mit einem missglückten Abschlag gegen Vermeij sogar ein halbes Eigentor fabriziert, doch der Abpraller ging über das Tor (61.). Gerade als die Löwen sich in der Schlussphase dem Ausgleich näherten, schwächten sich die Gäste selbst, als Philipp Steinhart die Ampelkarte sah. Damit war das Spiel quasi entschieden und Duisburg nahm den Sieg mit über die Zeit. In der Tabelle ist der MSV nun Fünfter, 1860 rutscht auf Platz 12 ab.

Unterhaching 2:0 Großaspach: Haching ist neuer Ligaprimus

Die starke SpVgg aus Unterhaching wurde auch gegen die SG Sonnenhof zu Beginn ihrer Favoritenrolle gerecht. Noch keine Viertelstunde war auf der Uhr, da ging die Heimelf in Führung. Jim-Patrick Müller hatte den Ball vor der Box beinahe schon verloren, setzte sich aber doch gegen zwei Mann durch und drang in die Box ein. Aus etwa zwölf Metern halblinks schob er das Leder ins untere Eck (14.). Keine fünf Minuten später legten die Hachinger sofort nach. Felix Schröter war es, der in der 19. Minute von einem extrem weiten Ball erreicht wurde. Etwas nach rechts abgedrängt bekam Schröter das Leder unter Frommann hindurch zum 2:0 ins Tor vollendet. Haching blieb klar das bessere Team und drängte sogar auf das dritte Tor. Grauschopf spielte das Leder in die Box auf Schröter, der gerade noch von Bösel abgelaufen werden konnte (27.). Kurz vor der Pause kamen die Aspacher selbst mal zu einer Chance. Poggenbergs Flanke landete elf Meter vor dem Tor bei Hottmann, der aber an Mantl scheiterte, sodass es beim verdienten 2:0 der Hachinger zur Pause blieb.

Auch nach dieser setzte die SpVgg ihr Spiel gewohnt fort. Hufnagels Schuss aus 17 Metern lenkte Frommann noch am Tor vorbei (47.). Völlig ohne Not hätte die Heimelf die SGS wieder ins Spiel bringen können, als Mantl mit dem Leder gegen Vlachodimos wegrutschte und nur mit vollem Körpereinsatz noch das 1:2 verhindern konnte (62.). Bis zur Nachspielzeit probierte Aspach noch den Anschluss zu erzielen, doch auch die letzte Chance von Imbongo Boele ging in der 90. Minute vorbei, sodass es beim verdienten Sieg der Hachinger blieb, die auf den ersten Platz der Tabelle springen.

   
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