CFC: Wiederholung der Stadionbau-Abstimmung ?

Am Abend des 5. Oktober herrschte unter den Fans den Chemnitzer FC große Erleichterung: mit knapper Mehrheit beschloss der Stadtrat den Bau eines 25 Millionen Euro teuren Stadions, das den Profifußball in Chemnitz sichern soll. Doch genau diese Abstimmung bereitet nun Probleme: wie die "Sächsische Zeitung" (SZ) erfahren haben will, muss die Abstimmung über das Projekt wohl wiederholt werden. Als einer der beiden Gründe wird aufgeführt, dass die Live-Übertragung der Sitzung auf den angrenzenden Rathausplatz gegen die Gemeindeverordnung verstieße. 

"Niemand hat sein Veto eingelegt"

„Die Übertragung der Sitzung auf eine Videoleinwand nach draußen wäre nur zulässig gewesen, wenn die Abgeordneten durch einen Beschluss zugestimmt hätten“, teilte der Referatsleiter Kommunalwesen beim sächsischen Datenschutzbeauftragten, Andreas Schneider, dem Blatt mit. Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig weißt die Vorwürfe von sich und erklärt, dass die Live-Übertragung den Ratsmitgliedern bekannt war und niemand dagegen sein Veto einlegte.

Erhöhen sich die Baukosten ?

Als weiteren Grund für die mögliche Wiederholung der Abstimmung führt die SZ die Befangenheit einiger Räte auf, die gleichzeitig Aufsichtsrat des Chemnitzer FC vertreten sind. Ludwig Gramlich, Professor für öffentliches Recht an der TU Chemnitz, machte klar: "Ich plädiere für eine Wiederholung der Abstimmung. Wir brauchen ein wasserdichtes Urteil, denn Anwohner des Stadions könnten gegen die Pläne Protest einlegen und den Neubau somit verhindern". Auch wenn noch keine Entscheidung gefallen ist, wie es nun weitergeht: ärgerlich ist die derzeitige Situation allemal, weil sich zum einen die Kosten für das Bauprojekt durch die erneute Abstimmung erhöhen könnten und zudem der Baubeginn von Mitte 2012 nicht eingehalten werden könnte.

Der Hintergrund zum Neubau – ein Bericht von Nina Herzog:

“Es geht um die Existenz des Clubs”

Durch den Drittligaaufstieg des CFC in der vergangenen Saison wurden die Diskussionen entfacht, schließlich wären die Sicherheitsvorkehrungen mehr als zweifelhaft, darüber hinaus aber auch Platznot im Hinblick auf Polizei, Feuerwehr, Parkplätze und Zufahrt. “Es ginge schließlich um den künftigen Verbleib des Profifußballs in Chemnitz”, mahnte CFC-Präsident Hänel, der die Existenz des Clubs ohne Stadionumbau auf Dauer nicht gewährleistet sieht. Demnach ist ein modernes Stadion das wirtschaftliche Fundament auf das ein gesunder Verein bauen muss um sich ernsthaft zu halten und auch weiterzuentwickeln.

“Neubau ist unausweichlich”

Allein der zwingend notwendige “kleine Umbau” würde 2,5 Millionen Euro kosten, hierbei jedoch noch viele Sicherheitslücken übrig lassen und wäre noch immer sanierungsbedürftig. Mit einer Unterschriftenaktion, die bislang 21.000 Befürwortern mit sich bringt will der Verein zeigen, dass sich das Projekt lohnt. Viele sehen aber die Wirtschaftlichkeit des Vereins in Gefahr, wenn nicht der Aufstieg in Liga 2 folgt. Der ehemalige Nationalmannschaftskapitän Ballack – der selbst von der Chemnitzer Ausbildung profitiert hat – ist der Meinung ein Stadionneubau wäre für alle Beteiligten eine tolle Sache. “Kloppo”, der erst kürzlich durch den Transfer von Toptalent Chris Löwe wieder Kontakt zu den Himmelblauen aufnahm, hält den Neubau – ähnlich wie Präsident Hänel – für unausweichlich.

FOTO: Flohre Fotografie

 

   
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