Carl Zeiss Jena: Gemischte Gefühle nach 1:1 gegen Lotte

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Zum Sterben zu viel, zum Leben zu wenig: So lässt sich das 1:1 des FC Carl Zeiss Jena gegen die Sportfreunde Lotte wohl am besten zusammenfassen. Einerseits konnten die Thüringer den Rückstand zum rettenden Ufer auf vier Punkte verkürzen, anderseits ist der FCC nun bereits seit neun Spielen sieglos. Auch Trainer Lukas Kwasniok hatte nach Spielende gemischte Gefühle.

"Irgenwie ist das zu wenig"

Als Spiel mit "vorentscheidendem Charakter" hatte Kwasniok das Duell mit den Sportfreunden Lotte im Vorfeld ausgerufen, nach Abpfiff stellte er fest: "Die Entscheidung wurde vertagt." Denn für Zufriedenheit sorgte das Remis gegen den Konkurrenten im Abstiegskampf nur sehr bedingt, Justin Schau sprach gegenüber der "Ostthüringer Zeitung" sogar von einer "gefühlten Niederlage".

Zu wenig ist der Punkt in der Endabrechnung vor allem auch deswegen, weil Jena einen durchaus kämpferischen Auftritt bot, sich dafür aber nicht wirklich belohnte. Da passte es ins Bild, dass ausgerechnet Kapitän René Eckardt den Ball bei einem Klärungsversuch in der 72. Minute im eigenen Tor unterbrachte. "Ich bin jetzt ein bisschen der Depp", ärgerte sich der 29-Jährige im "Telekom"-Interview. "Ich wollte den Ball irgendwie klären, bekomme ihn dann aber unglücklich ans Bein", sagte Eckardt und haderte: "Das ist in unserer Situation natürlich ein bisschen tragisch."

Zwei Minuten vor dem Ende sorgte Fabian Tchenkoua mit seinem ersten Saisontreffer dann immerhin dafür, dass Jena nicht als Verlierer vom Platz ging. "Da kann ich mich bei ihm bedanken", war Eckardt erleichtert, stellte aber auch fest: "Wir können mit dem Punkt leben, aber irgenwie ist das zu wenig." Durch die Niederlage von Großaspach gegen Wiesbaden (2:3) hat der FCC den Rückstand zum rettenden Ufer zwar auf vier Punkte verkürzt, belegt aber weiterhin den vorletzten Tabellenplatz.

Rückendeckung für Kwasniok

Zehn Spiele bleiben noch, um den drohenden Abstieg in die Regionalliga zu verhindern. "Wir haben bisher nicht genügend Punkte geholt", weiß Kwasniok, gab sich aber kämpferisch: "Wenn man sieht, mit welcher Leidenschaft und Galligkeit die Jungs auftreten, werde ich mich bis zum letzten Tag für diese Mannschaft aufopfern." Der Wille sei da. "Die Mannschaft lässt ihr Leben auf dem Platz. Wir werden bis zum letzten Tag kämpfen", kündigt Kwasniok an. Auch Lotte-Coach Nils Drube brach auf der Pressekonferenz eine Lanze für den FCC: "Ich habe selten eine Mannschaft gesehen, die sich nach den ganzen Rückschlägen noch mal so aufopfert. Daher bin fest davon überzeugt, dass Jena bis zum Ende in der Verlosung um den Klassenerhalt dabei ist."

Rückendeckung erhält Kwasniok, der Stammkeeper Raphael Koczor vor der Partie suspendiert hatte, derweil von Präsident Klaus Berka: "Wir glauben nach wie vor, dass es Ping macht. Wir werden nicht in Hektik verfallen und den Trainer austauschen", sagte er der "Ostthüringer Zeitung". Zwar konnte Berka eine gewisse Enttäuschung über das Remis nicht verbergen ("Wir hatten uns mehr vorgenommen"), hob aber die positiven Aspekte hervor: "Über weite Strecken haben wir gut gespielt, uns Chancen herausgearbeitet und am Ende noch den Ausgleich erzielt." Der kämpferische Auftritt mache zudem Mut, so der FCC-Boss. Die Situation sei allerdings kritisch, "es werden ganz, ganz schwere Spiele", blickt Berka voraus.

Ein solches erwartet die Thüringer auch am Samstag, wenn es zum VfL Osnabrück geht. Kann der FCC ausgerechnet beim Tabellenführer seine Negativserie beenden? Es wäre ein dickes Ausrufezeichen.

 

   
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