Caprettis Horror-Bilanz: Nur zwei Siege aus den letzten 36 Spielen

Nach nur 62 Tagen im Amt ist Guerino Capretti beim FC Ingolstadt seit Dienstagvormittag schon wieder Geschichte. Überraschend kam die Trennung angesichts von lediglich vier Punkten aus zehn Spielen nicht. Für den 41-Jährigen endete damit auch die dritte Trainerstation mehr als unbefriedigend. Die Bilanz ist desaströs. Ein Kommentar.

Punkteschnitt von 0,55

Es war der 18. Oktober 2021, als der SC Verl unter der Leitung von Guerino Capretti einen spektakulären 5:3-Erfolg gegen den TSV Havelse einfuhr. Was zu diesem Zeitpunkt wohl noch niemand ahnte: Für Capretti, der Verl zuvor zum Aufstieg in die 3. Liga geführt hatte, ging es danach steil bergab. Weil aus den folgenden 14 Partien beim Sportclub nur noch ein Sieg gelang, musste Capretti Mitte Februar 2022 gehen.

Nur knapp drei Wochen später übernahm er Dynamo Dresden in der 2. Bundesliga, blieb mit den Sachsen in zwölf Spielen aber sieglos, was in der Relegation gegen den 1. FC Kaiserslautern zum Abstieg führte. Nach Saisonende war damit auch in Elbflorenz Schluss. Anfang Februar heuerte Capretti als Nachfolger von Rüdiger Rehm in Ingolstadt an, holte aus zehn Partien aber lediglich vier Punkte (ein Sieg, ein Unentschieden). Mit der sechsten Pleite in Folge beim 1:3 gegen 1860 war das Aus besiegelt. Blickt man vereinsübergreifend auf die letzten 36 Pflichtspiele (ohne Landespokal) von Capretti als Trainer zurück, stehen lediglich zwei Siege, aber 20 (!) Niederlagen zu Buche. Macht einen Punkteschnitt von 0,55. Was für eine desaströse Bilanz!

Beiersdorfer muss sich Kritik gefallen lassen

Weil Caprettis Sieglos-Serie aus Dresden bekannt war, überraschte es, dass die Schanzer den 41-Jährigen Anfang Februar als neuen Coach verpflichteten. Da der Deutsch-Italiener nun krachend gescheitert ist und die Schanzer in eine bedrohliche Lage gebracht hat, müssen sich die Verantwortlichen Kritik gefallen lassen. Und weil Sportdirektor Malte Metzelder, der federführend für die Verpflichtung von Spielern und Trainern zuständig war, den Verein bereits verlassen hat, rückt nun Geschäftsführer Dietmar Beiersdorfer in den Fokus.

Eigentlich sollte der 59-Jährige für Aufbruch beim FCI sorgen, doch seit er im November 2021 übernahm, ging es bergab. Erst der Abstieg aus der 2. Bundesliga 2022, nun der beispiellose Absturz von Tabellenplatz vier zur Winterpause auf Rang 14 mit nur noch sechs Punkten Vorsprung auf die Abstiegsplätze. Dass die Schanzer bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr die Reißleine zogen und Trainer Nummer 3 suchen, wirft wahrlich kein gutes Bild auf den FCI, der eigentlich aufsteigen wollte, nun aber droht, in die Regionalliga durchgereicht zu werden.

   
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