BVB II tritt nach Remis gegen Wiesbaden auf der Stelle

Da war mehr drin für den BVB II im Nachholspiel gegen den SV Wehen Wiesbaden am Dienstagabend in der Roten Erde. In einem Spiel auf überschaubarem Niveau hatten Dortmunds „Amateure“ am Ende ein Chancenplus, das sie allerdings nicht in etwas Zählbares ummünzen konnten. So blieb es nach 90 Minuten vor 953 frierenden Zuschauern in der bitterkalten Amateurspielstätte beim 0:0.

Ein Spiel, das die Herzen eines Fußballfans höher schlagen ließ, war die Partie nun wirklich nicht. Stattdessen sahen die treuen Anhänger der „Amateure“ und die paar mitgereisten Fans aus Wiesbaden eine kampfbetonte Begegnung, mit wenigen spielerischen Höhepunkten. Während Dortmunds Zweitvertretung zumindest versuchte, etwas für das Spiel zu tun, schien der Gast bereits früh mit einer Punkteteilung zufrieden zu sein. Einsetzender Schneefall zu Beginn der zweiten Hälfte erschwerte die Aufgabe für die Akteure auf dem ohnehin schon schwer bespielbaren Geläuf noch ein wenig mehr. „Ich glaube, wir hatten den kleinen Vorteil, dass wir uns auf die Platzverhältnisse eingestellt haben, weil wir das gewohnt sind und dementsprechend auch besser ins Spiel gefunden haben als Wiesbaden. Wir haben frühzeitig so gespielt, wie man so ein Spiel spielen  muss, das heißt mit längen Bällen ins letzte Drittel und im letzten Drittel dann versuchen, Fußball zu spielen“, erklärte BVB-Coach David Wagner die leichte Überlegenheit seiner Elf auf dem Feld. Nach dem ernüchternden Auftakt ins neue Jahr mit dem 0:3 in Regensburg zeigte sich der Übungsleiter erfreut über die Leistungssteigerung im Vergleich zum Wochenende. „Ich bin hochzufrieden damit, wie die Jungs das gemacht haben. Wir haben ein richtig gutes Spiel gemacht bei den Platzverhältnissen und die Situation total angenommen. Wir haben eine tolle Reaktion auf die schlechte Leistung am Samstag gezeigt. Wir hatten Unmengen an Torchancen und haben Wiesbaden eigentlich nur eine gute Möglichkeit nach einer Standardsituation gegeben. Das Haar in der Suppe ist, dass wir nicht gewonnen und kein Tor geschossen haben“, so Wagner auf der Pressekonferenz nach der Begegnung.

Es wunderte den Betrachter aber doch, wie wenig die Wiesbadener in der Offensive zustande brachten. Dass es sich bei mit 37 Treffern im bisherigen Saisonverlauf um die drittstärkste Angriffsreihe der dritten Liga handelte, fiel Dienstagabend schwer zu glauben. Sowohl Vunguidica als auch Tobias Jänicke waren durch die souverän agierende Dortmunder Verteidigung um Kapitän Marc Hornschuh und Innenverteidiger-Kollege Jon Gorenc-Stankovic komplett abgemeldet. Auch SVWW-Trainer Marc Kienle verwies nach dem Spiel auf die schwierigen Platzverhältnisse, dies war jedoch nur die halbe Wahrheit, denn: Sein Team hatte schlichtweg zu wenig getan, um aus Dortmund mehr als den etwas glücklichen Punkt mitzunehmen. Die Dortmunder hingegen wirkten zielstrebiger und erarbeiteten sich mehr Gelegenheiten, scheuten allerdings das letzte Risiko, das wohl für einen dreifachen Punktgewinn nötig gewesen wäre. So bleibt die Borussia mit 22 Punkten auf Rang 16 weiter hauchdünn vor der Abstiegszone, die mit dem 18. Platz der Tabelle beginnt. Dort steht momentan die SG Sonnenhof Großaspach (21) , die zugleich der nächste Gegner von Dortmunds U 23 ist.

Neuzugang Ioannidis als Lichtblick

Eine positive Erkenntnis für alle Anhänger der Schwarzgelben und auch für Trainer David Wagner  war die Feststellung, dass Dortmunds Winter-Transfer Nikolaos Ioannidis sich bereits als echte Verstärkung präsentiert. Ob tief in der eigenen Hälfte, in vorderster Reihe oder im Spielaufbau – die Sturm-Leihgabe des griechischen Top-Klubs Olympiakos Piräus war überall auf dem Platz zu finden. Ein Beispiel dafür lieferte die Szene in der 20. Spielminute, als er einen Freistoß der Wiesbadener entschlossen aus dem eigenen Strafraum köpfte. Dazu erwies sich der 1,88 Meter große Neuzugang auch als sehr gelenkig, was in der 38. Minute zu sehen war, als er sich nach Flanke von Tammo Harder an einem akrobatischen Fallrückzieher versuchte, auch wenn die Aktion wegen gefährlichen Spiels letztlich abgepfiffen wurde.

Bonmann: „Der Punkt war wichtig“

Dortmunds Zweitvertretung zog aus dem Remis trotz des verpassten Dreiers eine zufriedene Bilanz. „Es war erstmal wichtig, dass wir defensiv stabil stehen und wir die  Null halten konnten. Das war heute ein Spiel auf ganz schwerem Boden, dementsprechend haben wir unser Spiel angepasst, haben nicht viel Fußball gespielt, sondern die Bälle nach vorne geschlagen und sind auf Nummer sicher gegangen. Ich habe auch 1-2 Bälle schlecht getroffen, es ist einfach brutal schwer auf dem Boden, da rutscht man trotz Eisenstollen aus. Nichtsdestotrotz der Punkt war sehr wichtig“, meinte Torhüter Hendrik Bonmann nach der Partie.

Bereits am Samstag (14 Uhr) folgt für den BVB II das nächste Heimspiel in der Roten Erde. Dann geht es in der SG Sonnenhof Großaspach gegen einen direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt. Auch BVB-Kapitän Marc Hornschuh weiß um die Bedeutung dieser Partie: „Es wird wichtig, gegen Großaspach zu punkten, drei Punkte wären super. Wir müssen jetzt das Selbstbewusstsein mitnehmen, dass wir uns heute erarbeitet haben und dann gucken wir mal, was  geht.“ Die Austragung des Spiels ist allerdings mehr als fraglich, hat der sich ohnehin schon in schlechtem Zustand befindende Rasen doch am Dienstag weiteren erheblichen Schaden genommen.

   
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