Bülow: "Genau davon träumen viele Fußballprofis"

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Im Interview mit liga3-online.de spricht Rostocks Rückkehrer Kai Bülow über seinen Wechsel vom Karlsruher SC zum F.C. Hansa, die Reaktionen seiner ehemaligen Mitspieler, Ziele mit der Kogge und das Auftaktspiel bei Aufsteiger Energie Cottbus.

"Ging alles relativ schnell"

liga3-online.de: Nach acht Jahren sind Sie zurück bei Ihrem Heimatverein Hansa Rostock. Wieso haben Sie sich dazu entschieden, Karlsruhe zu verlassen, Herr Bülow?

Kai Bülow: Es ist eine tolle Sache, wenn man noch einmal die Chance erhält, für seinen Heimatverein zu spielen, bei dem man die Hälfte seines Lebens verbracht hat. Ich musste daher nicht lange überlegen, um mich für eine Rückkehr nach Rostock zu entscheiden.

Nahezu die komplette Vorbereitung haben Sie noch mit dem Karlsruher SC absolviert. Warum kam es erst so spät zum Wechsel?

Hansa Rostock hatte erst im Juli angefragt, ob ich mir einen Wechsel vorstellen könne. Ich war sofort interessiert und dann ging alles relativ schnell. Ich bin froh, dass es noch rechtzeitig vor dem Saisonstart geklappt hat und ich mich jetzt mit meiner neuen Mannschaft auf das Auftaktspiel bei Energie Cottbus am Sonntag vorbereiten kann.

In der letzten Saison führten Sie den KSC als Kapitän fast zum Aufstieg in die 2. Bundesliga. Wie haben Ihre Mitspieler auf Ihren Wechsel reagiert?

Die Jungs kennen alle das schnelllebige Fußballgeschäft. Daher war keiner groß schockiert. Im Gegenteil: Sie haben sich für mich gefreut, dass ich noch einmal die Möglichkeit erhalte, in meiner Geburtsstadt zu kicken. Ich glaube, dass viele Fußballprofis in meinem Alter genau davon träumen.

Wie schon beim KSC werden Sie auch in Rostock eine Führungsrolle einnehmen. Was wollen Sie mit dem F,C, Hansa erreichen? Ihr neuer Trainer Pavel Dotchev sagte bereits, dass Rostock "wieder angreifen will".

Erst einmal ist es wichtig, dass wir gut in die Saison starten und Selbstvertrauen tanken. Mit Blick auf die gesamte Saison ist es dann schon unser Anspruch, eine gute Rolle zu spielen und oben mitzumischen.

 

"Ein echter Brocken zum Auftakt"

Als wie stark schätzen Sie die Konkurrenz ein?

Die 3. Liga ist mit Vereinen wie dem 1. FC Kaiserslautern und Eintracht Braunschweig noch einmal namhafter geworden. Ich bin davon überzeugt, dass die Liga ausgeglichener und spannender wird. Es wird nicht mehr so wie in der letzten Saison sein, als mit dem 1. FC Magdeburg und dem SC Paderborn 07 zwei Mannschaften mit großem Vorsprung souverän aufgestiegen sind. 85 bzw. 83 Punkte zu holen, ist schon außergewöhnlich.

Zum Saisonauftakt gastieren Sie am Sonntag bei Energie Cottbus. Wie schätzen Sie den Gegner ein?

Cottbus ist eine eingespielte und eingeschworene Mannschaft, die in der letzten Saison viel erlebt und erreicht hat. Wer mit 89 Punkten und 31 Zählern Vorsprung Meister wird, den Landespokal gewinnt und dann auch noch die Relegation erfolgreich bestreitet, startet mit reichlich Selbstvertrauen und Euphorie in die Saison. Darüber hinaus sind Auswärtsspiele im Stadion der Freundschaft immer schwierig. Uns erwartet also ein echter Brocken zum Auftakt.

Sie sind in Rostock geboren, durchliefen fast die komplette Nachwuchsabteilung des FC Hansa und wurden in Rostock zum Profi. Haben Sie auf dem Vereinsgelände alte Bekannte von früher wieder getroffen?

Auf der Geschäftsstelle und im Funktionsteam arbeiten tatsächlich noch einige Leute, die ich bereits aus meiner damaligen Zeit beim F.C. Hansa kenne. Es war schön, ein paar bekannte Gesichter wiederzusehen.

Bei Vertragsende im Juni 2020 sind Sie 34 Jahre alt. Werden Sie Ihre Karriere dann beenden?

Das wird man sehen. Es kommt vor allem darauf an, wie fit ich mich in zwei Jahren noch fühle. Macht mein Körper mit, kann ich mir auch vorstellen, noch länger Fußball zu spielen. Erst einmal bin ich jetzt aber voller Vorfreude auf die kommenden beiden Spielzeiten mit Hansa Rostock.

 

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