Broll: "Brauchen uns nicht kleiner zu machen, als wir sind"

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Im Interview mit liga3-online.de spricht Torwart Kevin Broll von der SG Sonnenhof Großaspach über das Erfolgsgeheimnis des selbst ernannten Dorfklubs, den regelmäßigen Status als Außenseiter, das neu formierte Team der SG Sonnenhof und das Ziel für die nächste Woche startende Saison.

"Haben keine Angst vor großen Namen"

liga3-online.de: Seit vier Jahren spielt die SG Sonnenhof Großaspach in der 3. Liga und nie war der Ligaerhalt wirklich gefährdet. Sie gehören seit 2015 zum Kader. Was ist das Erfolgsgeheimnis, Herr Broll?

Kevin Broll: Bei uns hält sich keiner für wichtiger als der Rest der Mannschaft. Der Teamgedanke wird im gesamten Verein gelebt und hat die SG schon immer ausgezeichnet. Außerdem passt die Mischung zwischen talentierten und erfahrenen Spielern. Mittlerweile ist Großaspach als Sprungbrett für junge Spieler bekannt und deshalb kommen viele Talente gerne zur SG. Diese Spieler sind erfolgshungrig, wissbegierig und wollen sich stetig weiterentwickeln. Davon profitiert dann auch der Verein.

Die Konkurrenz in der 3. Liga ist in der anstehenden Saison wohl so stark wie nie zuvor. Steht der SG das bisher schwierigste Jahr in der 3. Liga bevor?

Wir bekommen vor jeder Saison von sogenannten Experten gesagt, dass uns ein enorm schwieriges Jahr bevorsteht. Aber immer wieder aufs Neue beweisen wir, dass wir in die 3. Liga gehören und es verdient haben, Profifußball zu spielen. Nicht umsonst gehen wir jetzt in unsere bereits fünfte Drittliga-Saison in Serie. Es waren schon immer große Vereine dabei und wir sind auch diesmal guter Dinge, dass wir die Klasse halten. Unser Ziel ist, so schnell wie möglich 46 Punkte zu holen. Damit haben wir dann gute Chancen, in der Liga zu bleiben.

Was macht Sie optimistisch, dass die SG trotz der vielen großen Namen erneut frühzeitig den Klassenverbleib sicherstellen kann?

Wir haben genug Qualität im Kader und brauchen uns nicht kleiner zu machen, als wir sind. Unser Selbstvertrauen ist in den letzten Jahren enorm gestiegen und wir sind ein etablierter Drittligaverein. Wir starten mit gesundem Optimismus in die Saison und haben keine Angst vor großen Namen.

Auf welche Duelle freuen Sie sich besonders?

Grundsätzlich freue ich mich auf jedes Spiel, egal wie der Gegner heißt. Aber es ist natürlich schon so, dass bei Spielen gegen Teams wie 1. FC Kaiserslautern oder Eintracht Braunschweig eine größere Kulisse herrscht, als in anderen Partien. Das pusht einen dann noch mehr, eine Top-Leistung zu zeigen.

 

"Irgendwann höherklassiger spielen"

Die Vorbereitung befindet sich auf der Zielgeraden, in einer Woche startet die Saison. Mit zehn Zu- und elf Abgängen gab es einen größeren Umbruch im Team. Hat sich die Mannschaft schon gefunden?

Wir harmonieren schon sehr gut. Das liegt zum Teil auch daran, dass sich einige Spieler bereits von früheren Stationen kennen. Die Leistungen in den bisherigen Testspielen waren in Ordnung und ich bin guter Dinge, dass wir pünktlich zum Pflichtspielstart abliefern werden.

Zum Saisonauftakt gastiert die SG beim heimstarken FC Carl Zeiss Jena, danach gastiert Zweitliga-Absteiger 1. FC Kaiserslautern in Großaspach. Wie bewerten Sie das Auftaktprogramm?

Beide Spiele werden sicher nicht einfach. Aber im Endeffekt ist es egal, wann wir gegen wen spielen und ob wir erst gegen Jena und Kaiserslautern oder andere zwei Teams antreten müssen. Wir müssen gegen jeden Gegner zu jedem Zeitpunkt bestehen können. Und damit das gelingt, geben wir in der Vorbereitung Vollgas.

Ihr Vertrag läuft noch bis Juni 2019, dann sind Sie fast 24 Jahre alt. Wäre der nächste Karriereschritt dann ein Wechsel oder die Vertragsverlängerung in Großaspach?

Klar ist, dass ich das Ziel habe, irgendwann höherklassiger zu spielen. Da strebt jeder junge Spieler nach, der in der 3. Liga am Ball ist. Was nach der anstehenden Saison passiert, ist aber noch vollkommen offen. Darüber habe ich mir auch noch überhaupt keine Gedanken gemacht. Erst einmal geht es für mich darum, mit Großaspach ein erfolgreiches Jahr hinzulegen, mich weiterzuentwickeln und verletzungsfrei zu bleiben. Danach werde ich mich mit den Vereinsverantwortlichen zusammensetzen und über meine Zukunft bei der SG reden.

   

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