Brinkies: "Als Kapitän stehe ich mehr in der Verantwortung"

Im Interview mit liga3-online.de spricht Johannes Brinkies, Torhüter und Kapitän des FSV Zwickau, über den jüngsten Negativlauf, die Aussichten auf den Klassenverbleib, das wichtige Heimspiel gegen Rot-Weiss Essen und eine Erfahrung aus der Vergangenheit, die ihm Mut macht.

"Enorm wichtiges Heimspiel"

liga3-online.de: Die 0:4-Niederlage am vergangenen Sonntag bei der U23 des SC Freiburg war ein harter Schlag für den FSV Zwickau. Wie war bislang die Stimmung in dieser Woche, Herr Brinkies?

Johannes Brinkies: Schon die Art und Weise, wie die Niederlage zustande gekommen ist, hat uns gar nicht gefallen. Auch in dieser Saison hatten wir nicht so häufig die Situation, mit einem 0:4-Rückstand in die Pause zu gehen. Das zeigt, dass wir in dieser Partie einiges falsch gemacht haben. Dass die Stimmung in der laufenden Trainingswoche daher nicht die beste gewesen ist, ist vollkommen verständlich. Dennoch wollen wir nicht die Köpfe hängen lassen. Wir haben die Begegnung in Freiburg analysiert und unsere Lehren daraus gezogen. Jetzt gilt es, sich voll und ganz auf das Heimspiel gegen Rot-Weiss Essen zu konzentrieren.

In der Tabelle steht der FSV Zwickau mit dem Rücken zu Wand. Die Partie gegen den Konkurrenten Rot-Weiss Essen ist bereits "Endspiel". Wie geht man eine solche Partie an?

Dass es sich nun um ein Endspiel handelt, wird von außen an uns herangetragen. Diesen Druck bürden wir uns gar nicht erst auf. Für uns steht fest, dass der Klassenverbleib rechnerisch noch möglich ist. Wir stehen aber vor einem enorm wichtigen Heimspiel. Unser Ziel ist klar: Mit einem Sieg wollen wir unsere Ausgangslage ein wenig verbessern.

Neben der Vorbereitung auf dem Platz muss sicherlich auch mental einiges aufgearbeitet werden. Wie versuchen Sie persönlich, den jüngsten Negativlauf aus dem Kopf zu bekommen?

Mir ist es wichtig, dass ich mir immer wieder positive Gedanken herbeiführe. Solange es rechnerisch möglich ist, am Ende der Saison über dem Strich zu stehen, werde ich immer wieder das Positive betonen. Ich persönlich glaube noch fest daran, dass wir es schaffen können. Auch als Mannschaftskapitän gehört es zu meinen Aufgaben, den Jungs in dieser Lage Mut zuzusprechen. Sowohl vom Kopf als auch von der Körpersprache müssen wir in die Verfassung kommen, dieses Spiel mit allen Mitteln gewinnen zu wollen. Als Spielführer stehe ich daher auch ein Stück weit mehr in der Verantwortung.

Man hat in den Begegnungen beim SV Wehen Wiesbaden (3:4) und gegen den 1. FC Saarbrücken (2:2) gesehen, dass der FSV durchaus in der Lage ist, auch gegen die "Großen" der Liga mitzuhalten. Warum schafft es der Klub aber nicht, letztlich etwas Zählbares aus den Partien mitzunehmen?

Die einzelnen Spiele der vergangenen Wochen muss man getrennt voneinander betrachten. In Wiesbaden haben wir eine hervorragende erste Halbzeit gespielt und sind auch verdient mit 2:0 in die Kabine gegangen. Wir wussten aber auch, dass der SVWW genug Qualität in den eigenen Reihen hat. Letztlich hat der individuelle Unterschied auch dafür gesorgt, dass Wiesbaden auch wegen seines Powerplays in der zweiten Halbzeit den Sieg einfahren konnte. Gegen Saarbrücken sah es über weite Strecken aus ähnlich aus. Auch da konnten wir lange mithalten. Unterm Strich haben wir auch in den beiden Begegnungen so manchen Zähler liegen gelassen.

 

"Das allein sollte schon Anreiz genug sein"

Mit einer Tordifferenz von 32:61 stellt der FSV nicht nur den harmlosesten Angriff, sondern auch die zweitschwächste Defensive. Wie will man diese Baustellen im Endspurt in den Griff bekommen?

Unsere aktuelle Tordifferenz und auch die daraus resultierende Tabellenposition spricht Bände. Was allerdings zählt, ist, dass wir nach wie vor die Möglichkeit haben, am Ende über dem Strich zu stehen. Wir wissen, dass mit einem starken Willen und enormer Leidenschaft gegen jeden Gegner in der 3. Liga bestehen können.

Mit einem Sieg gegen Rot-Weiss Essen kann Ihr Team nicht nur einen Schritt Richtung rettendes Ufer machen, sondern einen weiteren Konkurrenten im Rennen um den Klassenverbleib in Reichweite behalten. Ist es eines der sogenannten "Sechs-Punkte-Spiele"?

Inwieweit uns ein möglicher Dreier voranbringt, werden wir erst nach dem Spiel sehen. Aber die Rechnung ist einfach: Wenn wir gewinnen, wird RWE keine drei Punkte einfahren und damit auch nicht davonziehen. Wir haben ein Heimspiel, das wir mit aller Macht für uns entscheiden wollen. Das allein sollte schon Anreiz genug sein.

Nach dem Spiel gegen Essen wartet ein schwieriges Programm auf Zwickau. Die drei kommenden Partien in Osnabrück, gegen Mannheim und bei Dynamo Dresden stehen dann an. Was macht Ihnen Mut?

Wir haben nicht erst in dieser Saison gezeigt, dass wir auch in der Lage sind, gegen Mannschaften aus der oberen Region zu bestehen. Schon in der Saison 2019/2020 waren wir mit dem FSV in einer ähnlich aussichtslosen Situation. Dennoch haben wir es im Endspurt geschafft, den Klassenverbleib in trockene Tücher zu bringen. Mit diesem Glauben können wir es auch in dieser Saison wieder schaffen.

   
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